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Geplant und weggebrochen: Die Suche nach der Achse


Der 1. FC Köln musste in dieser Saison einige schwerwiegende Ausfälle kompensieren. Das ist den Geißböcken dabei im Verlauf der vergangenen Monaten überwiegend schlecht als recht gelungen. Mit den nun zurückkehrenden Langzeitverletzten könnte der FC die ursprünglich geplante Achse aber wieder aufbauen. 

Köln – Das letzte Mal, dass Markus Gisdol in zwei aufeinanderfolgenden Spielen die gleiche Startelf auf das Feld geschickt hatte, liegt bereits mehrere Wochen zurück. Am Ende der Hinrunde brachte der Trainer gegen Hertha BSC und den FC Schalke 04 innerhalb von vier Tagen die selbe Anfangsformation. In den letzten neun Spielen rotierte der 51-jährige also mindestens auf einer Position.

Kader nicht optimal strukturiert

Dabei suchte Markus Gisdol nicht nur in der viel kritisierten Offensive in dieser Saison nach der vermeintlich besten Lösung. Auch in der Defensive rotierte der Trainer bislang kräftig durch: So lief der FC in den bislang 26 Bundesligaspielen mit sage und schreibe 19 unterschiedlichen Aufstellungen in der Abwehr auf. Längst nicht immer waren dabei Sperren oder Verletzungen ausschlaggebend. „Der Trainer stellt stark nach Tages- oder Wochenform auf, je nachdem, wie sich jeder einzelne im Training oder Spiel zuvor präsentiert hat“, erklärte Rafael Czichos die starke Rotation. „Wenn ein Abwehrspieler im Spiel zuvor nicht den sichersten Eindruck gemacht hat, ist es klar, dass der Trainer die Überlegungen hat, zu wechseln.“ Der Innenverteidiger bezog das Problem jedoch nicht auf die Abwehr: „Allgemein ist es so, dass wir mit Wechseln arbeiten müssen, weil der Kader nicht optimal strukturiert ist. Wir müssen nicht drum rum reden, dass wir dort Probleme haben, vor allem im vordersten Bereich“, übte der 30-jährige auch Kritik an der Zusammenstellung der Mannschaft.

Eine wirklich Stammelf hat der FC in dieser Saison also noch nicht gefunden. Freilich ist dies unter anderem in den langfristigen Ausfällen einiger Leistungsträger begründet. So fehlten in dieser Saison bereits Jonas Hector, Sebastiaan Bornauw und Sebastian Andersson über mehrere Wochen hinweg. Ein Trio, welches wenn es gesund ist, bei den Geißböcken absolut gesetzt wäre. Die vor der Saison fest als Gerüst der Mannschaft eingeplante Achse wurde jedoch schon früh in dieser Saison gesprengt.

Hectors Verletzung sorgte früh für die erste Baustelle

Beginnend mit Timo Horn im Tor, über Sebastiaan Bornauw in der Abwehr, Ellyes Skhiri und Jonas Hector auf der Doppelsechs, Ondrej Duda im zentralen offensiven Mittelfeld bis hin zu Sebastian Andersson im Sturm. So sollte die Säule der Mannschaft in dieser Spielzeit aussehen und für Stabilität sorgen. Doch lediglich an den ersten beiden Spieltagen konnte das Sextett so zusammenspielen. Mit dem langfristigen Ausfall von Jonas Hector öffnete sich früh am zweiten Spieltag die erste Baustelle. Es folgte das Trainingsfoul von Salih Özcan an Sebastian Andersson, der sich fortan mit Knieproblemen plagte und letztlich schon seit Mitte Dezember komplett ausfällt. Und schlussendlich verletzte sich auch noch mit Sebastiaan Bornauw der Chef in der Abwehr. Auch der Belgier fehlt inzwischen seit dem zweiten Spieltag der Rückrunde.

Nun lässt sich freilich kritisieren, dass es die Geißböcke im Laufe der Saison nicht geschafft haben, die Ausfälle adäquat zu ersetzen und die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. Dass mit Sebastian Andersson der eingeplante Torjäger nun schon seit mehreren Monaten fehlt, ist zwar nicht wegzudiskutieren. Doch letztendlich fehlt es den Kölnern dabei auch an Torgefahr aus der zweiten Reihe. So würde wohl niemand auch die offensiven Mittelfeldspieler beim FC daran hindern, Tore zu erzielen. Bislang konnten dabei jedoch nur Elvis Rexhbecaj und Ondrej Duda annähernd Torgefahr ausstrahlen, wobei letzterer von seinen vier Saisontoren zuletzt zwei Mal vom Elfmeterpunkt erfolgreich war.

Hoffnung für den Schlussspurt

So bleibt für den FC die Hoffnung, dass die im vergangenen Sommer geplante Achse im Schlussspurt der Saison noch einmal für neue Antriebskraft sorgen kann. Jonas Hector ist inzwischen wieder fit und auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Sebastian Andersson befindet sich ebenfalls wieder im Mannschaftstraining und dürfte nach der Länderspielpause in den Kader zurückkehren. Schließlich fehlt noch Sebastiaan Bornauw, der zwar noch nicht so weit wie Andersson ist, spätestens beim wichtigen Heimspiel gegen Mainz aber wieder zurückkehren soll. Somit klingt Markus Gisdols Vorhaben, sich nun während der Länderspielpause noch einmal neu einspielen zu wollen, nach 26 Spieltagen ein wenig skurril. Doch angesichts der Rückkehrer könnte sich die neue, alte Achse noch einmal neu zusammenfinden.

15 Kommentare
  1. kalla lux sagte:

    Guten Morgen!
    Also das ein RC sich so einen Satz als Angestellter des Vereins herausnimmt, finde ich erstaunlich!
    „Allgemein ist es so, dass wir mit Wechseln arbeiten müssen, weil der Kader nicht optimal strukturiert ist“
    Entweder ist er jetzt das Sprachrohr des Trainers, oder aber er hat keine Angst vor Konsequenzen.
    Den er kritisiert die Transfers, also insgeheim Hotte!
    Selbst als Teil des Mannschaftsrates halte ich das jetzt für mutig.
    Vor allem wen man bedenkt das dieser Spieler bei nicht gerade vielen BL Vereinen spielen würde.
    So ist es halt beim FC, Spürbar anders.
    Gruss an alle, einen schönen Donnerstag!╰(*°▽°*)╯

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  2. Flo sagte:

    Da spricht Czichos über Fehler anderer und sollte besser mal bei sich anfangen . Ein Spieler der nur durch die Gunst des Trainers ( Liebling des Trainers ) spielt , sollte mal lieber kleine Brötchen backen.
    Wenn er sagt ,dass der Trainer nach Fehlern sofort daran denkt für das nächste Spiel wieder zu wechseln , dann hätte er höchstens 4 Spiele gemacht . Er ist für Liga 1 viel zu langsam und hat ein schlechtes Stellungsspiel . Reicht gerade mal für Liga 2 , wo er ja dann beim FC weiter spielen darf .

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  3. anderl1712 sagte:

    Welche Achse…..???
    Anderson und Kainz waren lange verletzt , und es heisst ja das es solange dauert wie die Verletzung war bis man wieder auf dem Niveau ist wo man vor der Verletzung war… der eine seit August und Anderson gefühlt auch so lang.. Von dene 2 braucht man keine Wunderdinge erwarten.

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  4. mapema sagte:

    Alles richtig mit dem Verletzungspech. Aber da muss man auch auf die Handlungen des Trainers schauen. Spieler bekommen keine Sicherheit, wenn sie ständig raus rotiert werden oder auf verschiedenen Positionen spielen müssen. Cestic, Easy, Meyer, Katterbach, Mere, J. Horn, um nur einige zu nennen, pendeln teilweise von der Startelf auf die Tribüne/Bank und zurück. Gerade junge Spieler holen sich ihre Sicherheit aus den Spielen. Aber wenn du weißt, dass du nach einer mäßigen oder schlechten Leistung erstmal ganz raus bist, spielst du nicht befreit auf. Genauso wenn du immer auf den Positionen hin und her geschoben wirst und auch öfters auf den falschen eingesetzt wirst (Wolf, Jakobs, Duda, Elvis, Özcan). Dann werden Spieler öffentlich kritisiert (Tolu, Dennis), die dann auch keine Lust mehr haben.
    Auf der anderen Seite werden zum Beispiel Spieler wie Horn ständig stark geredet und auch sehr schwache Leistungen und schwerwiegende Fehler in der Bewertung ignoriert/relativiert und dürfen ohne Konsequenzen immer spielen.
    Zu guter Letzt sind natürlich auch die sehr späte Transfers schuld und die bewusste kurze Vorbereitung. Da wurde zwar sehr gut an der Fitness gearbeitet, aber das Einspielen blieb auf der Strecke.

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  5. CK sagte:

    Als Typ mag ich den Czichos echt gerne, so marke Abwehrkante immer ruhig aber wehe wenn er mal richtig sauer auf sich und andere ist.

    Allerdings war er Fußballerisch nie ein wirkliches Upgrade zu Dominik Heintz als linker IV. Dieser ist bei Freiburg allerdings auch kein unangefochtener Stammspieler mehr, also scheint die Qualität dort auch nicht im Übermaß vorhanden gewesen zu sein.

    Allerdings sind solche Aussagen zur offensive und auch Kaderbestückung natürlich etwas seltsam anmutend ebenso die aussagen zur Rotation… ist das eventuell eine versteckte Kritik am Trainer?

    Aber es ist auch interessant wenn hier direkt wieder gesagt wird ein Spieler habe solche Kritik nicht zu äußern, warum denn nicht der Kerl macht auch schon 10 Jahre Profi Fußball…Also schon Erfahrung vorhanden. Sonst wird sich beschwert das die Profis heute alle keine typen mehr sind und wenn einer der Mund aufmacht wird gesagt er solle besser die Klappe halten…das ist für mich eine ziemliche doppel Moral.

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  6. Hennes48 sagte:

    Klar, RC weiß um seinen sicheren Stammplatz, ansonsten könnte er sich diese Kommentare nicht erlauben! Als einer von Gisdols Lieblingsspieler stärkt er seinem Trainer natürlich auch gern den Rücken mit solchen Sprüchen.
    Und auch wenn nun dank der Länderspielpause ein wenig der Druck rausgenommen zu sein scheint…die gesamte Lage ist extrem prekär und ich bin nach wie vor davon überzeugt,dass man den Trainer hätte entlassen müssen! Es gibt keine sachlichen Argumente für Gisdol! Des Weiteren bin ich gleichbedeutend mit dieser Tatsache sicher,dass der FC absteigen wird. Ach ja…kleine Randnotiz…das was der Höger da seit Wochen postet, empfinde ich als echte Provokation…nach dem Motto,ist doch alles top…frische Luft…etwas trainieren und viel Geld dazu…Genau mein Humor…

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  7. prinzikai sagte:

    Finde ich auch bemerkenswert, teilweise hat er ja recht mit der Aussage, aber Gisdol macht bei seinen Lieblingsspieler (vielleicht diese, welche am lautesten schreien können) halt Ausnahmen. Mere, Easy, Dennis, Katterbach können ein Lied davon singen. Wenn Bornauw zurück kommt, dürfte Czichos nicht mehr in der Startelf stehen. Dennis gehört auf die Flügel, auch wenn Andersson noch nicht spielt, dann ist halt so lange Drexler vorne, er hat dies gut gemacht und in Kiel auch schon öfters gespielt. Deswegen sehe ich auch Gisdol nicht als Trainer der eine Mannschaft entwickeln kann. Er ist sicher kein Menschenfänger und holt nicht das Optimum raus. Der beste Beweis dafür sind die Endspiele, welche immer einigermassen glücklich gestaltet werden können.

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  8. Holger sagte:

    Ich finde es bemerkenswert, dass man so auf das lange fehlen von Andersson rumreitet!?
    Helft mir bitte….aber war nicht gerade Andersson der Spieler überhaupt, der nicht ansatzweise das gebracht hat, was man sich von ihm erhofft hat???
    Oder gibt es noch einen anderen Andersson als den, der nicht trifft und beim FC niemals das geschafft hat, was er bei Union so klasse hinbekommen hat….Bälle erkämpfen und festmachen?
    Sorry, es ist mir zu billig immer wieder auf die Kaderstruktur zu verweisen und die ausgefallenen Leistungsträger.
    Ein Trainer muss in der Lage sein, die Spieler und die Mannschaft weiterzuentwickeln und aus dem vorhandenen das Beste zu machen.
    Und genau das kann dieser Trainer nicht!
    Es reicht nicht aus einen Wolf auf 5 Positionen zu probieren um festzustellen, dass er eigentlich ausser RM nix richtig kann.

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    • kalla lux sagte:

      Vollkommen richtig. Nach 10 Spielen die er eh teilweise mit Verletzung gemacht hat sollte man wirklich kein endgültiges Urteil fällen.
      Und nein er ist kein Bulle wie Cordoba, aber im Strafraum ist er weitaus
      gefährlicher. Was er nicht zeigen kann, wen da nichts bei im ankommt, außer hoch und weit. Es bleibt also abzuwarten, ob da mehr geht wen Zuspiele von zb einem Meyer kommen. Oder vielleicht ein Flanke mal von Katterbach oder Wolf.
      Könnte ja alles mal passieren. Eile mit Weile, aber die Weile haben wir leider nicht.

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