Timo Horn hat sich in dieser Saison gesteigert. (Foto: Bucco)

Timo Horn in der Analyse: Vom Unsicherheitsfaktor zum Hoffnungsträger?

Timo Horn hat sich in dieser Saison beim 1. FC Köln wieder stabilisiert. Stand der Torhüter nach schwachen Jahren auch zu Beginn der Saison 2020/21 nach einigen Unsicherheiten noch in der Kritik, hat sich die Form des 27-jährigen inzwischen verbessert. Dies zeigen auch wichtige Werte im Ligavergleich – einer jedoch nicht. 

Köln – Dass der 1. FC Köln in dieser Saison bislang die Hälfte seiner Spiele verloren hat, lag in den meisten Fällen nicht an Timo Horn. Zwar war der Torhüter gerade zu Saisonbeginn an einigen Gegentoren beteiligt, insgesamt zeigte sich Horn in den vergangenen Monaten jedoch formverbessert. Gerade im Vergleich zur vergangenen Saison hat sich der Keeper enorm gesteigert, wie auch eine datenbasierte Analyse der Experten von CREATEFOOTBALL zeigt, die für den GEISSBLOG.KOELN zusammengestellt wurde.

1. Mehr gehaltene Schüsse

Timo Horn weist nach einer schwächeren Saison 2019/20 in dieser Spielzeit wieder in etwa die Statistiken auf, die er zuletzt in der Zweitliga-Saison abgerufen hatte. So lag der Keeper im vergangenen Jahr mit 2.8 gehaltenen Schüssen pro 90 Minuten (58 Prozent) im Ligavergleich weit zurück. Durchschnittlich hielten die Keeper der Bundesliga 3.56 Schüsse im Spiel, also 68.5 Prozent der Bälle, die auf ihr Tor kamen. Während der Ligadurchschnitt in dieser Saison auf 3.02 gefallen ist, konnte sich Timo Horn hingegen auf 3.1 gehaltene Bälle pro Spiel steigern.

2. Mehr Glanzparaden

Auch bei den Glanzparaden verbesserte sich Horn und ließ damit den (allerdings gesunkenen) Ligadurchschnitt hinter sich. Zeigte Horn 2019/20 noch 1.15 Glanzparaden pro Spiel, sind es in dieser Saison 1.27. Der Ligavergleich baute dabei jedoch von 1.44 im Schnitt zu 1.19 Paraden ab.

3. Aus der mittleren Distanz schwer zu überwinden

Die verbesserten Werte liegen daran, dass Horn vor allem bei den Schüssen aus mittlerer Distanz (Schüsse aus zehn bis 15 Metern zur Torlinie) einen beträchtlichen Schritt nach vorne gemacht hat. Dabei konnte sich der Torhüter von 1.09 (49 Prozent) gehaltenen Schüssen auf 1.72 (69 Prozent) verbessern und dabei den Ligadurchschnitt von 1.38 abhängen.

4. Nach wie vor unsicher beim Rauslaufen

Eine seiner seit Jahren bekannten Schwachstellen, dem Herauslaufen und Sichern von Flanken, konnte Horn hingegen nicht verbessern. Im Gegenteil: War der Keeper hier in der Vorsaison noch 1.58 Mal in 90 Minuten erfolgreich, sank der Wert in dieser Saison auf 1.19, wenn Horn aus seinem Tor kommen musste. Damit rutschte der Kölner von knapp über dem Durchschnitt im Ligavergleich ins untere Mittelfeld ab.

5. Horns Schwäche bei den “expected Goals”

In die Bewertung eines Torhütern muss nach den Angaben der Analysten von CREATEFOOTBALL auch der Wert Opponents xG conversion einfließen. Dieser gibt an, wie viele Chancen ein Torhüter in Abhängigkeit von den zu erwartenden Toren, den “expected Goals” (xG), verhindert. Jeder Wert unter 1 bedeutet, dass ein Gegner mehr Chancen benötigt ein Tor zu erzielen, als es der xG-Wert erwarten ließe. Je deutlicher der Wert also unter dem Faktor 1, desto besser der Torhüter. Im Umkehrschluss weist ein schlechterer Keeper einen Wert über 1 auf, weil mehr Gegentore fallen, als die Chancen erwarten ließen. Timo Horn liegt dabei in diesem Jahr zu weit über dem Zielwert von 1. Im bisherigen Saisonverlauf kassierte er pro einem zu wartenden Tor 1.08 Gegentreffer.

6. FC und Horn anfällig aus kurzer Distanz

Dies ist vor allem auf Horns Schwäche bei Schüssen aus kurzer Distanz zurückzuführen. Hier bekommen die Geißböcke mit 1.27 in der Saison 2019/20 und 1.26 Schüssen in der Saison 20/21 eine im Ligavergleich zwar nur geringe Anzahl auf ihr Tor. Allerdings konnte Horn im vergangenen Jahr noch 44 Prozent aller Schüsse auf das Tor aus kurzer Distanz parieren, in dieser Saison sind es nur noch 39 Prozent. Der Ligaschnitt lag in der letzten Saison für diese Kategorie bei 57 Prozent, in dieser Saison bei 56 Prozent. Im Schnitt kassierte der FC sogar in jedem zweiten Spiel ein Gegentor aus kurzer Distanz, wie zuletzt auch zwei Mal gegen Borussia Dortmund.

Fazit: Die zweitschwächsten Werte der Liga, aber…

Insgesamt konnte sich Horn bei seinen gehaltenen Schüssen zwar steigern, liegt mit seiner Gesamtquote im Ligavergleich aber auf dem vorletzten Platz. In der vergangenen Spielzeit war lediglich Jiri Pavlenka von Werder Bremen knapp schwächer, in dieser Saison liegt einzig Alexander Schwolow von Hertha BSC deutlich hinter Horn zurück, der inzwischen seinen Stammplatz in Berlin aber verloren hat. Klar ist aber auch: Nicht immer spiegeln Statistiken alle Umstände auf dem Platz wider. Denn dass sich Horn in den vergangenen Monaten aus seinem eigenen Tief herauskämpfen konnte, ist unbestritten. Der 27-jährige ist kein Unsicherheitsfaktor mehr, sondern gilt als einer der wenigen stabilen Leistungsträger bei den Geißböcken und damit als Hoffnungsträger im Abstiegskampf.

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