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Ein Gremium weniger? FC-Vorstand will Aufsichtsrat auflösen


Der Vorstand des 1. FC Köln will auf der Mitgliederversammlung eine Satzungsänderung vorschlagen und den Aufsichtsrat der Lizenzspielerabteilung auflösen. Bereits vor zwei Jahren veränderte der neue Vorstand die Zusammensetzung des Kontrollgremiums der KGaA. Nun soll diese Instanz ganz wegfallen. Dies hat auch Auswirkungen auf den Gemeinsamen Ausschuss. 

Köln – Bislang besteht der Gemeinsame Ausschuss laut Satzung aus dem dreiköpfigen Vorstand, den beiden Vorsitzenden des Mitgliederrats sowie den Vorsitzenden des Aufsichtsrats und des Beirats. Dies soll sich ab der nächsten Mitgliederversammlung ändern. Carsten Wettich bestätigte am Mittwochabend auf einem virtuellen Mitgliederstammtisch, dass der Vorstand den Aufsichtsrat der 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA auflösen will.

Aufsichtsrat bleibt nur auf dem Papier bestehen

„Wir haben eine zeitgemäße Struktur, die wir aber noch straffen wollen“, erklärte der interimistische Vizepräsident. „Wir wollen vorschlagen, dass der Vorstand künftig gleichzeitig der Aufsichtsrat ist und somit dieser Posten im Gemeinsamen Ausschuss entfällt.“ In der Vergangenheit bestand der Aufsichtsrat der KGaA nicht aus dem Vorstand. Erst 2019 änderte das neue Präsidium diese Besetzung, machte sich selbst zu Aufsichtsräten und ernannte lediglich Jörn Stobbe als Vorsitzenden, der wiederum in den Gemeinsamen Ausschuss rückte.

Künftig sollen der Vorstand des Vereins gleichzeitig der Aufsichtsrat der 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA sein und die Geschäftsführung des Lizenzspielbetriebs (Profis bis zur U17) kontrollieren. Das Gremium würde zwar auf dem Papier nicht verschwinden, faktisch aber aufgelöst werden, da der von den Mitgliedern gewählte Vorstand beide Funktionen in Personalunion übernehmen würde. Ob Jörn Stobbe in den Beirat rücken würde, wurde nicht bekannt.

Vorstand wird Gemeinsamen Ausschuss dominieren

Der Vorstand will damit wohl unterstreichen, dass der mitgliedergeführte Verein als alleiniger Gesellschafter der KGaA keinen anderen Aufsichtsrat benötigt als den Vorstand selbst. Ob der Gemeinsame Ausschuss dann auf sechs Personen reduziert wird, wurde nicht bestätigt. Dann jedoch müsste ein Mitglied des Gremium mit einer Zusatzstimme ausgestattet werden, da bei sechs Gremiumsmitgliedern andernfalls Stimmengleichheit und eine Pattsituation entstehen könnte. Diese Stichstimme dürfte dann wohl dem Vereinspräsidenten zufallen. Faktisch wäre so der Vorstand, sofern einig in der Sache, das bestimmende Gremium im Gemeinsamen Ausschuss und könnte alle Entscheidungen auch gegen den Willen des Mitgliederrates und Beirates durchsetzen.

25 Kommentare
  1. Hennes48 says:

    Der virtuelle Stammtisch war in etwa so spannend wie die Lindenstraße…ein Präsident der-wie schon in den Interviews hier und im Express vergangene Woche- prinzipiell nur mit Phrasen ohne verwertbaren Inhalt antwortet. Selbst Politiker wirken dagegen noch konkreter! Die Fragesteller waren sichtlich bemüht nur die unkritischen Punkte zu thematisieren. Man könnte glatt glauben, es sei gerade so ziemlich alles in bester Ordnung im Club…Die gesamte Vorstellung war lediglich eine billige Inszenierung…

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  2. Max Fritzmann says:

    Das ist aber jetzt auch schon so und wenn sich mitgliederrat und Vorstand immer so einig sind, haben sie doch jetzt bereits die Mehrheit im gemeinsamen Ausschuss, daher bringt das dem mitgliederrat nichts. Man darf auch nicht glauben, dass der Mitgliederrat mit der Entscheidung noch so glücklich ist. Das fähigste Vorstandsmitglied ist mit Sieger zurückgetreten.

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      • Marcel says:

        Wenn alles nur Paranoia ist, wie erklärst du dir dann die Cause Wettich? Oder den Faktor, dass Müller Römer immer noch Mitglied des Rates ist, obwohl er Mitglieder nachweislich defamiert und anderen Angestellten die alleinige Schuld für die wirtschaftliche Schieflage des Clubs gilt und so auch gegen die Charta des Clubs verstößt. Nicht, dass es das nicht schon gegeben hätte. Aber die jenigen, welche früher den mahnenden Finger gehoben haben, machen es keinen deut besser. Im Gegenteil, sie versuchen ihren Einfluss zu erweitern und gehen skrupellos gegen Angestellte des Vereins vor. Du kannst es gerne Paranoia nenne. Ich nenne es berichtigte Kritik an gewählte Vertreter. Wenn man das Handeln eben jener gewählten Vertretern nicht kritisch hinterfragt, dann ist das der Anfang vom Ende.

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  3. Bönnscher Bock says:

    Die 2 Medienanwälte verfolgen weiter zielstrebig ihre Agenda, ihre Macht im Verein auszubauen. Die Satzung gibt ihnen schon jetzt die Möglichkeit, missbeliebige Verantwortliche im Club auszubooten. Dass seit 2 Jahren im Gemeinsamen Ausschuß faktisch 3 Mitgliederrat Vorsitzende sitzen, scheint niemandem aufzufallen. Auch wenn der Eine (gezwungenermaßen) in den Schatten abgetaucht ist und der Andere sich (interimsweise) seit eineinhalb Jahren(!) im Vorstand mit 2 verbliebenen zahnlosen Tigern wohlfühlt, es ändert sich nichts an den wahren Machtverhältnissen. Diese vorgeschlagene Satzungsänderung manifestiert die Strukturen im Verein, die zukünftigem Erfolg so im Wege stehen. Wer auf der MV dafür stimmt (wie auch für die Wahl von C.W. in den Vorstand) ist selbst schuld. Die Interessen der „Reloaded-Jünger“ werden bedient, ein tatkräftiger, mit nötiger Machtfülle ausgestatteter Vorstand mit Erfolgsvisionen zuverlässig verhindert.
    Wir sehen uns dann wieder auf dem Aschenplatz.

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  4. kalla lux says:

    Normalweise macht abspecken ja Sinn!
    Allerdings nur dann ,wen danach Fachleute das Sagen haben.
    Wen dann wie bei uns, 3 Fans den Verein leiten und sich Hilfe suchen, bei alten nicht gerade erfolgreichen Experten. Sieht man jetzt schon das nicht Vernünftiges dabei heraus kommt.
    Wen aber jeder Sepp bei uns was zu sagen hat so ist das auch sehr fragwürdig.
    Das beste wäre ein Vorstand mit Experten, die nicht nur auf ihr Ego achten!
    Alles Wunschträume ich weiß!

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