,

„Nicht jahrelang U21 spielen, sondern als Profi im Stadion“


Er ist mit sechs Toren in den letzten neun Spielen der Mann der Stunde bei der U21 des 1. FC Köln. Seit fast 14 Jahren trägt Oliver Issa Schmitt das Trikot mit dem Geißbock auf der Brust. Im Interview mit dem GEISSBLOG.KOELN sprach der Stürmer über seine jüngste Erfolgssträhne, Erfahrungen mit den Profis und die Ziele.

Das Interview führte Daniel Mertens

GEISSBLOG: Nach langer Durststrecke gelangen Ihnen jüngst fünf Treffer in fünf Spielen. Ist der Knoten endlich geplatzt?

OLIVER SCHMITT: „Die Erleichterung war schon sehr groß. Seit meinem Tor gegen Fortuna Köln läuft es ganz gut. Die letzten Spiele waren gut und ich bin erst einmal zufrieden, aber ich möchte natürlich weiter treffen.“

Sie wirkten zuletzt auch deutlich selbstbewusster.

Das stimmt. Wenn du nicht triffst, überlegst du noch mal genauer vor dem Tor oder dass du jetzt unbedingt treffen musst. Wenn du deine zwei, drei Tore hast, denkst du nicht mehr so viel nach, sondern machst einfach.

Sie kommen auf vielen Positionen zum Einsatz, mal im Sturmzentrum, mal auf den Außenbahnen. Aber auch als Zehner und Achter. Was liegt Ihnen am meisten?

Es kommt etwas darauf an, wie der Gegner spielt. Steht er tief, fühle ich mich außen wohler. Wenn der Gegner mitspielt und hoch anläuft, bin ich gerne im Zentrum, weil ich dann die tiefen Läufe machen und mein Tempo ausnutzen kann.

Sie mussten in dieser Saison lange Zeit verletzt zuschauen. Wie haben Sie diese Monate erlebt?

Kurz vor dem Saisonstart im Testspiel gegen Viktoria Köln habe ich mir eine Kapselverletzung an der Schulter und einen Haarriss im Oberschenkel zugezogen. Das war bitter, ich wollte unbedingt spielen. Für mich war es aber nichts Neues, da es leider nicht meine erste Verletzung war. Und letztlich war ich auch schnell wieder in der Mannschaft drin.

In der jüngsten Länderspielpause durften Sie mit den Profis trainieren. Wie sind Ihre Eindrücke?

Die Trainer waren ganz zufrieden mit mir. Für mich ist es natürlich etwas Besonderes, weil ich schon 13 Jahre hier spiele und das auch mein Ziel ist, für das ich trainiere. Das Training ist intensiver und schneller, Fehler werden auf dem Rasen direkt bestraft. Die Stimmung war auch nicht so schlecht, obwohl es in der Liga nicht so gut läuft. Andre Pawlak hat sehr oft mit mir geredet. Es war eine super Woche für mich und hilft mir weiter, um meine Leistung zu steigern.

Gibt es etwas, was Sie sich von den Profi-Stürmern abschauen können?

Ich versuche eine Mischung aus Emmanuel Dennis und Sebastian Andersson auf mein Spiel zu übertragen. Anderssons Robustheit und Abgeklärtheit sowie Dennis‘ Schnelligkeit und Verhalten in Eins-gegen-Eins-Situationen.

Wo sehen Sie Ihre Stärken und Schwächen?

Meine Stärken sind die Bälle in den Lauf mit meinem Tempo, eine gute Robustheit und gutes Verhalten im Eins-gegen-Eins. Vor dem Tor möchte ich abgeklärter werden. Manchmal suche ich zu oft den Mitspieler statt des direkten Abschlusses.

Ihr Vertrag läuft im Sommer aus. Wie geht es für Sie weiter?

Ich würde sehr gerne beim FC bleiben. Ich bin in Köln geboren, in Deutz aufgewachsen, kenne den Verein sehr gut. Es wäre schade, wenn sich die Wege trennen würden. Es haben auch andere Vereine Interesse gezeigt, daher muss man schauen, was passiert. Aber meine Tendenz ist es, beim FC zu bleiben. Ich bin seit 13 Jahren beim Verein, war als kleines Kind immer mit meinem Vater im Stadion. Ich kenne gar keinen anderen Verein als den FC.

Ist der Sprung in den Profikader noch ein Traum von Ihnen?

Natürlich. Ismail Jakobs hatte zum Beispiel den gleichen Werdegang wie ich von der U19 in die U21. Dort hat er überzeugt und wurde hochgezogen und ist jetzt U21-Nationalspieler. Das ist auch mein Ziel. Ich möchte nicht jahrelang bei der U21 spielen, sondern Profi werden und im Stadion spielen. Dafür trainiere ich hart.

Mit Thomas Kraus und Hendrik Mittelstädt hat der FC für die kommende Saison zwei Stürmer für die U21 verpflichtet. Der Konkurrenzkampf vorne wird größer.

Ja, aber ich muss mich nicht verstecken. Ich habe meine Qualitäten und kann flexibel spielen. Ich würde dem Team auf jeden Fall weiterhelfen und der FC hat ja auch Interesse, mit mir zu verlängern.

10 Kommentare
  1. Franz-Josef Pesch says:

    Man sollte schon gut mit jungen Talenten umgehen. Das junge Spieler ohne Perspektive je in der Bundesliga zu spielen den Verein wegen Unerfahrenheit der Scauts oder Schläfrigkeit der sportlichen Leitung verlassen haben wir gerade beim FC nicht zum ersten mal erlebt. Man sollte diesen jungen Talenten einmal die Chance geben sich bei den Profis zu zeigen und hier und da eingesetzt zu werden. Einigen ist es gelungen und das sollte doch Ansporn für die Jungs sein.

    Kommentar melden
  2. Norbert Furmanek says:

    Scheinbar ein guter Junge. Präzise Antworten ,keine Allüren. Vielseitig einsetzbar. Sowas braucht eine Mannschaft . Und solche Leute muss du in Testspielen immer häufiger beobachten . Auch das Zweikampfverhalten anschauen . Gegen die ,,stärksten “ Profis der 1. Mannschaft anlaufen lassen. Immer wieder 1 zu 1 Situationen durchspielen . Gilt auch für Jacobs Thielmann und Katterbach

    Kommentar melden

Dein Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar