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Abschied mit Abstieg? Das letzte Spiel des Friedhelm Funkel


Sein 1491. Spiel soll das letzte sein – aber bitte erfolgreich: Das Rückspiel in der Relegation zwischen Holstein Kiel und dem 1. FC Köln am Samstag wird wohl das endgültige Karriereende für Friedhelm Funkel darstellen. Als Spieler und Trainer war selbst Otto Rehhagel nicht länger aktiv als Funkel. Der 67-jährige will sich mit einem letzten große Sieg von der Bundesliga-Bühne verabschieden. Das wäre dem FC durchaus recht.

Köln – Heute vor 28 Jahren gelang dem 1. FC Köln die kaum mehr erhoffte Rettung. Am 29. Mai 1993 siegten die Geißböcke am 33. Bundesliga-Spieltag mit 2:1 gegen den FC Schalke 04. Der FC hatte eine Horror-Saison hinter sich, gestartet mit einem Punkt aus sieben Spielen als Tabellenletzter, bis zum 31. Spieltag überhaupt nur vier Spieltage lang über dem Strich, sonst immer auf den Abstiegsrängen. Doch der dritte Trainer der Saison nach Jörg Berger und Wolfgang Jerat – nach 28 Spieltagen auf Rang 17 installierte der FC den Dänen Morten Olsen – riss das Ruder noch herum. Der Erfolg gegen Schalke brachte die Rettung. Am 34. Spieltag war das 0:0 gegen Bayer 05 Uerdingen nicht mehr relevant.

Allerdings: In Uerdingen saß damals ein gewisser Friedhelm Funkel auf der Trainerbank. Es war seine erste Station einer Trainerkarriere, die am 8. Juni 1991 – vor nahezu auf den Tag genau 30 Jahren – mit einem Heimspiel gegen Hertha BSC begonnen hatte. 30 Jahre später, am 29. Mai 2021, wird Funkel sein letztes Spiel als Cheftrainer einer Bundesliga-Mannschaft absolvieren. Zumindest gilt dies als wahrscheinlich. Nach elf Stationen im deutschen Fußball, nach fast 1500 Spielen als Spieler und Trainer. Zwar hatte Funkel schon vor 16 Monaten erklärt: „Meine Trainer-Karriere ist beendet. Daran gibt es nichts zu rütteln.“ Zurückgekehrt war er trotzdem noch einmal, wegen Corona, wegen des 1. FC Köln. Doch nun scheint endgültig Schluss.

Schließlich hatte Funkel kurz nach seiner Amtsübernahme bei den Geißböcken erklärt, er fühle sich kräftemäßig nicht mehr im Stande, eine Profi-Mannschaft eine ganze Saison lang zu betreuen. Das schließt natürlich weitere kurzfristige Retter-Missionen nicht aus. Doch der 67-jährige hatte sich eigentlich auf seine Rente gefreut, auf die Möglichkeit zu reisen, dem täglichen Stress auf dem Fußballplatz zu entkommen. Dass es ihn noch einmal gejuckt hatte, war vielen Faktoren geschuldet. Nun will er einen großen Abschied erreichen, ein Ende seiner Karriere mit der Last-Minute-Rettung des 1. FC Köln in der Relegation.

Dafür braucht es am Samstag bei Holstein Kiel einen Sieg. Funkel will mit einem Sieg seine Karriere beenden, der 1. FC Köln will sich mit einem Sieg retten. Die Motivation bei allen Beteiligten dürfte also hoch sein, das gemeinsame wie auch persönliche Ziel zu erreichen. Eine weitere Parallele zu den Geschehnissen vor 28 Jahren gegen den FC Schalke 04 gibt es übrigens auch noch. Frank Greiner war es, der für den FC zum 2:1-Sieg traf. Die Vorlage für diesen Treffer zum Klassenerhalt lieferte ein gewisser Horst Heldt.

10 Kommentare
  1. Max Moor sagte:

    Es sieht nach Abstieg aus ! Friedhelm macht den gleichen Fehler wie Gisdol und auch Anfang schon . Es stellt Spieler auf die nicht gut sind und lässt Spieler nicht spielen die Potenzial haben . Ein Liminos ist Griechischer Nationalspieler und spielt nicht ! Aber Schmitz oder ein J. Horn und viele andere dürfen …. Ein Andersson ist zu 50 % nur fit und langsam darf spielen und ein Arokodare der 22 Tore zwar für Lettland Liga 1 machte aber keine Chancen bekommt . Der kann auch Tore schießen … Dennis nie ausprobiert und wenn er mal durfte wurde er falsch eingesetzt und war immer schuld wo der Rest auch nicht besser kickte . . Zieler bekommt auch keine Chance ist Weltmeister aber an Horn kommt keiner vorbei .. warum weiß der Geier . Meyer genauso ohne Spielpraxis .. Ehizibue ist deutlich besser als ein Schmitz und spielt auch nicht da braucht man sich am Ende auch nicht wundern .

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    • Goat-Tower sagte:

      Sehe ich auch so Max. Aber jetzt ist zu spät für Experimente. Die Wand ist nah! Wir fahren immer noch Vollgas. Jetzt heißt es nur noch Daumen drücken und möglichst schnell ein Tor machen. Jede Minute ohne Tor macht es mental sau schwer. Warum die oben genannten in der Saison keine Chance bekommen haben, bleibt das Geheimnis der Verantwortlichen. Aber ich vermute auch ein F. Wirtz hätte beim FC auf der Bank gesessen…oder wäre nicht mal im Kader der 1. gewesen. Aber ein Wolf darf immer ran. Als Leihspieler und mit einem doppeltem Bänderriss. Das er damit noch besser ist (in den Augen der Trainer) als die anderen sagt schon einiges über deren Trainingsleistungen aus…

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  2. Detlef Lodenkämper sagte:

    Ole Werner hat gestern auf der PK gesagt, wie er es angeht: Kiel muss dafür sorgen, dass der FC bis zur 70. Minute das Spiel nicht entschieden hat, denn ab dann ist es nur noch ein Nervenspiel. Steht es in der 70. noch 0:0, steigen Kiels Chancen um ein Mehrfaches. Also kann das nur heißen, dass der FC von der 1. Minute an Vollgas gibt, volles Risiko, denn Risiko erst in der Schlussphase wäre Harakiri.

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  3. Norbert Furmanek sagte:

    Ja Marc , heute gilt die Motivation ! Hmmmmm. Warum nicht schon im Hinspiel ? Ich war auch Fußballer, niemand musste mich motivieren ! Was ist denn der Sinn eines Fußballspiels ? Tore zu erzielen, gut verteidigen und versuchen das Spiel zu gewinnen. wer das nicht Intus hat soll sich einen anderen Sport suchen. Es mag Gegner geben die qualitativ besser aufgestellt sind , ja und ? Alles raushauen , laufen , ackern . Wenn das Spiel trotzdem verloren geht , hat man es wenigstens versucht.

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