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Kein Bundesliga-Vergleich: FC geht mit Test-Gegnern ins Risiko


Der 1. FC Köln hat vier seiner bisherigen fünf Testspiele in der Sommer-Vorbereitung gewonnen und nun auch für die Generalprobe einen neuen Gegner gefunden. Doch die Ergebnisse dürften nicht darüber hinweg täuschen, dass der FC keine einzige Mannschaft auf Bundesliga-Niveau bespielen musste. Nicht einmal den FC Bayern München. Damit gehen die Geißböcke ins Risiko, denn ein Vergleich fehlt ihnen.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Es gab Vorbereitungen beim 1. FC Köln, da zeigten die Gegner eine Richtung auf – von schwach nach stark mit dem Höhepunkt in der Generalprobe. Es gab auch schon Vorbereitungen, da verzichteten die Geißböcke auf kleinere Gegner und spielten nur gegen höherklassige Mannschaften. Doch dieses Mal verzichtete der FC auf die großen Gegner, auf Mannschaften auf Augenhöhe, auf einen echten Härtetest.

Nur ein halbes Dutzend Gegenspieler auf Bundesliga-Niveau

Selbst das Spiel gegen die Bayern war von vorne herein nur ein Duell gegen eine Profi-verstärkte Nachwuchs-Auswahl. Daneben waren es zwei Regionalligisten, ein Drittligist, ein Schweizer Zweitligist und am kommenden Samstag ein niederländischer Zweitligist, die den FC testeten. Wenn man es genau nimmt, waren das rund halbe Dutzend Profis in Bayerns Aufgebot die einzigen Kölner Gegenspieler in dieser Vorbereitung auf Bundesliga-Niveau.

Das kann dem 1. FC Köln natürlich helfen, um sich an die eigene neue Spielweise zu gewöhnen. Das kann gelingen, weil die Spieler Zeit brauchen, sich an den Fußball zu gewöhnen, den Steffen Baumgart von ihnen verlangt. Doch das Risiko ist groß, denn es fehlt ein Vergleich, ein Härtetest der eigenen Fähigkeiten. Die FC-Profis werden bis zum Bundesliga-Auftakt gegen Hertha BSC nicht wissen, auf welchem Niveau sie im Vergleich zur direkten Konkurrenz wirklich stehen.

Bei allem Selbstvertrauen: Ergebnisse sind eine Warnung

Positiv betrachtet hat der FC in den ersten Wochen unter Baumgart viel Selbstvertrauen getankt, dank des aggressiven, offensiven Auftretens auf dem Rasen, dank der wiedergewonnenen Freude im Training und dank der Ergebnisse in den Testspielen. Kritisch betrachtet haben sich die Geißböcke jedoch gegen die unterklassigen (oder im Fall des FC Bayern unterklassig besetzten) Gegner nur einmal deutlich durchgesetzt (gegen Fortuna Köln). Alle anderen Ergebnissen fielen knapp aus. Das zumindest darf als Warnung dienen, wie viel Arbeit noch vor der Mannschaft von Steffen Baumgart liegt.

3 Kommentare
  1. Daim71 sagte:

    Lieber Merten,
    Ich sehe das ein wenig anders.
    Wir haben eine sehr kurze Pause und Vorbereitung, nach der EM.
    Daher wären selbst gegen Erstligisten keine Garantie zu sehen ob wir Wettbewerbsfähig wären. Im diesem Trainingslager ging es darum die Mannschaft komplett Fit zu bekommen.
    Die Spiele waren nur dazu da um aus zulaufen.
    Jetzt nach dem Trainingslager kommt der Feinschliff….d.h. Taktik und Spiel usw.

    Vor nicht allzu langer Zeit hatten wir diverse Erst- und Zweitligisten als Testspielgegner.
    Da hätte man meinen können, wir spielen dann um die Meisterschaft.
    Ende vom Lied , wir sind sowas von schlecht in die Saison gestartet.

    Daher gebe ich seitdem nichts mehr auf die Vorbereitungsspiele.

    Was wir auf jeden Fall sehen das wir Fit sind.
    Das Spiel hat sich auch verändert, d.h. wir versuchen schneller und direkter nach vorne zu spielen.
    Wir pressen sehr früh und stehen sehr hoch.
    Wenn die Abwehr sehr hoch steht, dann musst Du sehr schnelle Leute haben.

    Daher bin ich entspannt und freue mich auf die Bundesliga Spiele.

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  2. Max Moor sagte:

    Das wird sich in der Liga wohl in den Ergebnissen zeigen wie letzte Saison . Ohne starke Gegner sind diese Test nicht groß zu beurteilen wenn es in der Liga dann viele Niederlagen gibt . Die ganzen Bundesliga Gegner sind viel weiter in der Vorbereitung und testen gegen viel bessere Mannschaften .

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  3. Chris Anders sagte:

    Ich halte die Teststrategie auch für riskant. Zum einen waren die bisherigen Leistungen eher mittelprächtig. Zum anderen will Baumgart ja unbedingt, dass hoch angelaufen wird. Wenn ich mich recht erinnere, wollte Achim Beierlorzer genau das 2019 auch und ist mit dieser Taktik kläglich gescheitert, weil der FC überhaupt nicht die Spieler für so ein Vorhaben hat.

    Also hätte man in mindestens ein, zwei Spielen gegen starke Gegner testen müssen, ob dieses aggressive Vorwärtsverteidigen überhaupt funktioniert. Sonst gibt es an den ersten Spieltagen gleich wieder so ein böses Erwachen wie im letzen Jahr…

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