Jorge Meré mit der Kapitänsbinde gegen Schaffhausen. (Foto: Bucco)

Profiteur des Bornauw-Abgangs? Meré überzeugt als Kapitän

Noch ist es zu früh in der Vorbereitung, um echte Gewinner unter Steffen Baumgart zu benennen. Doch einige Spieler haben sich bereits durch auffällige Trainings- und Testspiel-Leistungen in den Vordergrund gespielt. In der Offensive sind dies Mark Uth und Jan Thielmann, in der Defensive sticht besonders Jorge Meré heraus. Am Sonntag trug der Spanier sogar die Kapitänsbinde. 

Aus Donaueschingen berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Es war die Halbzeitpause im Relegations-Rückspiel des 1. FC Köln bei Holstein Kiel, als Ex-FC-Trainer Friedhelm Funkel eine schwere Entscheidung treffen musste. Sebastiaan Bornauw hatte sich die Gelbe Karte eingehandelt, mehrfach unsicher gewirkt und kein gutes Spiel gemacht. Dennoch galt der Belgier als Abwehrchef. Funkel jedoch vertraute nicht nur Bornauw, sondern auch seinem Back-up Jorge Meré und vollzog den Wechsel.

Kiel-Spiel als Vorbote für die neue Saison?

Meré bedankte sich mit einer blitzsauberen Leistung, zahllosen gewonnenen Kopfballduellen und Zweikämpfen, mit herausragendem Stellungsspiel und einem fehlerlosen Vortrag, der den Kielern schnell den Stecker zog und jeden Glauben an ein Comeback raubte. Es war eine Leistung, wie man sie sich vom Spanier seit Jahren wünscht, und zwar möglichst konstant. Gerade jetzt, denn der Mann, den Meré in Kiel ersetzte, ist nicht mehr da. Und nach Bornauws Abgang könnte ausgerechnet der Spanier zum Profiteur werden, der in der Vergangenheit allzu häufig ein schnelles Opfer von personellen Veränderungen wurde und immer wieder seinen Platz verlor, selbst wenn man ihm eigentlich wenig hatte vorwerfen können.

FC will einen Innenverteidiger holen, aber…

Der FC fahndet zwar nach einem neuen Innenverteidiger, ist man doch aktuell mit Meré, Rafael Czichos und Neuzugang Timo Hübers zu dünn aufgestellt. Sava Cestic ist verletzt, braucht in seiner Entwicklung allerdings auch noch Zeit, sodass es fahrlässig wäre, auf dieser Position nicht noch einmal nachzulegen. Allerdings könnte gerade Meré nun die Chance nutzen, in die Lücke zu stoßen, die Bornauw hinterlässt.

In der Vergangenheit wollte Meré zwar mehrfach wechseln, doch sein Vertrag bei den Geißböcken läuft noch bis 2023, und beim FC sieht man keinen Grund, den inzwischen 24-jährigen gehen zu lassen. Im Gegenteil: Am Sonntag machte Steffen Baumgart den Innenverteidiger sogar zum Kapitän, und Merés Auftreten – nicht nur gegen Schaffhausen – rechtfertigte die Entscheidung. Schon in den ersten Testspielen, vor allem gegen die Bayern, zeigte sich Meré souverän, ballsicher und vor allem lautstark.

Meré bringt Qualitäten für Baumgarts Spiel mit

Lange Zeit stand der Spanier mit der deutschen Sprache auf Kriegsfuß. Inzwischen spricht der Innenverteidiger in der Kabine deutsch, gibt auf dem Platz die Kommandos auf deutsch und englisch und gilt als prädestiniert für die Vorgaben Baumgarts. Der FC-Trainer war im Trainingslager bereits zu hören, wie er von seinen Innenverteidigern einen schnellen Spielaufbau forderte, wenige Ballkontakte, mutige Pässe in die Schnittstellen und vertikales Spiel ohne Zeit zu verlieren. Qualitäten, die vor allem Meré mitbringt.

Auch die Verantwortlichen hoffen auf den Spanier, dass gerade er ein Beispiel dafür werden könnte, die Probleme im Kader mit internen Lösungen zu beheben. Dabei setzt man auf den Baumgart-Faktor, dass sich so mancher Spieler besonders entwickelt und in eine neue Rolle hineinwächst. Meré hat in den ersten zwei Trainingswochen unter dem neuen FC-Trainer ein erstes Signal in diese Richtung gegeben. Jetzt muss er es in den kommenden Wochen bestätigen.

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