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Horn über neue Aufgaben: „Dinge, die ich noch verbessern kann“


Timo Horn ist am Sonntag in seine neunte Profisaison beim 1. FC Köln gestartet. So fordernd wie unter Steffen Baumgart dürfte das Torwartspiel für den 28-jährigen aber selten zuvor gewesen sein. Am Mittwoch gab der Schlussmann einen Einblick in seine neuen Aufgaben und die Konkurrenzsituation mit Marvin Schwäbe.

Köln – Die Stimmung bei Timo Horn ist aktuell wie auch in der gesamten FC-Mannschaft gut. Erstmals seit 2016 konnten die Geißböcke ein Auftaktspiel in der Bundesliga für sich entscheiden. „Nach den zwei letzten Jahren, in denen wir nicht so gut in die Saison gestartet sind, war das extrem wichtig“, sagte der Kölner Schlussmann am Mittwoch nach der ersten Trainingseinheit vor dem Spiel gegen den FC Bayern. „Gerade wieder mit den Fans im Rücken drei Punkte zu holen, war ein schönes Erlebnis. Wir haben versucht, das aufzusaugen.“

Horn überzeugt mit starker Passquote

Auch wenn das Spiel am Sonntag gegen die Hertha mit dem frühen 0:1 „denkbar schlecht losgegangen“ war, konnte sich auch Timo Horn am Ende das ein oder andere Mal auszeichnen. Der größte Unterschied im Vergleich zu den Vorjahren wurde am Sonntag aber erst bei einem Blick auf die Statistiken deutlich: So brachte Horn 91 Prozent seiner Pässe auch an den Mitspieler. Ein durchaus beachtlicher Wert, denn sein Gegenüber, Alexander Schwolow, fand in nur 68 Prozent aller Zuspiele auch den eigenen Mann. Auch Manuel Neuer blieb am Dienstagabend im Supercup gegen Borussia Dortmund mit 80 Prozent erfolgreicher Pässe hinter dem Wert von Horn zurück.

Die neue Passsicherheit des Kölner Keepers liegt unter anderem aber auch an der veränderten Spielweise des FC. So fordert Steffen Baumgart von den Torhütern den Ball flach hinten raus zu spielen, anstatt weit nach vorne zu schlagen. „Der Trainer fordert ein, dass wir mitspielende Torhüter sind“, erklärte Horn. Etwas, das unter den vorherigen Trainern eher wenig gefordert war. Dadurch, dass Baumgart selbst bis zu seinem 14. Lebensjahr zwischen den Pfosten stand, habe der Trainer auch „ein Spielverständnis für die Torwartposition.“ Dabei schaue Baumgart häufig auch bei den Einheiten der Keeper zu und verbessere hin und wieder auch Dinge. Oftmals sind die Schlussmänner auch bei den Spielformen der Feldspieler mit dabei. „Er versucht uns fußballerisch immer mit einzubinden. Das ist gut für mich“, meinte Horn.

Ich kann noch einen Schritt nach vorne machen

Hauptverantwortlich für die Keeper ist seit dieser Saison allerdings Uwe Gospodarek, der den nach Berlin gewechselten Andreas Menger als Torwarttrainer abgelöst hat. Dabei legt der 48-jährige insbesondere auf die Explosivität seiner Torhüter wert, arbeitet deshalb viel mit Sprüngen im Training. Übungen, die mitunter sehr anstrengend sein können, wie Horn verriet. „Aber das sind Dinge, in denen ich mich noch verbessern kann. Ich bin in einem Alter, in dem ich auch noch einen Schritt nach vorne machen kann“, erklärte Horn und berichtete, dass Gospodarek bereits im Vorfeld sein Spiel und mögliche Schwächen analysiert hätte.

Gegen die Hertha erwies sich Horn am Sonntag als Rückhalt, konnte unter anderem mit seiner Parade gegen Serdar das frühe 0:2 verhindern. Im DFB-Pokal allerdings hat sich Steffen Baumgart vor dem Saisonstart für Neuzugang Marvin Schwäbe entschieden. „Ich möchte so viele Pflichtspiele wie möglich für den FC machen. Es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre“, sagte Horn. Trotzdem habe er die Entscheidung so angenommen und unterstütze Schwäbe nun wo es geht. „Er ist ein super Typ, wir kommen gut miteinander klar. Er hat zwei Elfmeter gehalten, das war riesig. Wenn es darum geht, eine Runde weiterzukommen, ist man bei aller Konkurrenz auch ein Team. Und genauso unterstützt er mich auch in der Bundesliga.“

Uth bringt mahnendes Beispiel vor Bayern-Spiel

Am Sonntag wartet mit dem FC Bayern wohl die schwerstmögliche Aufgabe auf die Kölner. Auch dort will der FC etwas Zählbares mitnehmen. „Ansonsten brauchen wir gar nicht dahin fahren“, hatte Steffen Baumgart jüngst gesagt. Aussagen, dass das frühe Aufeinandertreffen mit dem Rekordmeister womöglich ein Vorteil wäre, wollte Timo Horn aber nicht bestätigen und berichtete stattdessen von einer Aussage seines Teamkollegen Mark Uth, der in der vergangenen Saison mit Schalke 04 am ersten Spieltag dort unter die Räder gekommen war: „Er hat gesagt, dass sie das in der letzten Saison auch gedacht haben – und dann haben sie acht Stück kassiert.“ Der FC will eine solche Klatsche trotz mutigem Auftreten aber am Sonntag nicht erleben. „Sie haben eine überragende Mannschaft, egal zu welchem Zeitpunkt der Saison. Aber wir haben dort schon gute Spiele gemacht und werden das auch wieder versuchen.“

20 Kommentare
  1. Patrick Köhler sagte:

    Vorab, ich habe nichts gegen Herrn Horn.
    Wie man das verhindern des 0 zu 2 als Parade bezeichnet kann verstehe wer will. Er wurde angeschlossen den hätte jeder Kreisligatorwart gehalten. Statistiken werden von jedem so erstellt oder genutzt wie man es braucht und sind nach 1 Spiel nicht aussagekräftig.
    Bemerkenswert ist seine Aussage das er sich noch verbessern muss, das sehe ich schon lange so, nur das er in dem Alter das noch kann glaube ich nicht.

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  2. Haarspalta sagte:

    Horn ist nicht so schlecht, wie einige im Forum ihn sehen (möchten). Sein Problem war der große Erfolg in jungen Jahren, der ihn leider recht hochmütig hat werden lassen und dem viel zu wenig weitere Entwicklung gefolgt ist. Mit 18/19 war er gleichauf mit ter Stegen! Und dann ging die Schere auseinander.

    Er bleibt nun ein recht solider Torwart auf mittlerem Bundesliganiveau. Mehr wird es nicht mehr werden, da ist einfach das Limit erreicht. Aber auch ihm kann man natürlich noch ein bisschen anderes Verhalten beibringen. Am Sonntag hat er sogar mindestens ein Mal das Spiel nach einem Angriff schnell gemacht und einen Konter eingeleitet. Ich war ganz erstaunt. Gospodarek scheint es also zumindest nicht schlechter zu machen als der dicke Menger. (Btw.: Menger ist doch jetzt bei Hertha und was passiert? Schwolow hat schlechte Werte… )

    Trotzdem muss man sich fragen, ob man bald nicht lieber auf ein junges Talent setzen möchte, wie man es damals bei Horn ja auch getan hat. Ich weiß nicht, welches Potenzial Jonas Urbig wirklich hat, aber ich würde es schon gerne sehen, wenn man ihn fördert, statt auf Horn zu setzen bis er 35 ist…

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      • Haarspalta sagte:

        Da hast du natürlich recht, das Risiko ist da. Aber ich behaupte mal, falls Urbig es nicht schafft, findet man durchaus einen adäquaten Horn-Ersatz. Gegebenenfalls auf den Ersatzbänken der „größeren“ Clubs. Und selbst bei Hannover gab es ’nen Zieler für kleines Geld.

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        • Fuenf sagte:

          Vielen Dank für die Mühe. Leider missverstehen wir uns. Ich hätte gerne gewusst, was denn allgemein unter einem „recht soliden Torwart auf mittlerem Bundesliga-Niveau“ zu verstehen ist.

          „Keine regelmäßigen Böcke, selten haltbare durchlassen und bisweilen gute Paraden zeigen, dazu Schwächen in Strafraumbeherschung und Spieleröffnung“ – heisst also er baut Böcke, lässt haltbare Bälle durch, zeigt hin und wieder gute Paraden, hat dazu die bekannten Schwächen.
          Das reicht dann um als solider Torwart zu gelten, der auf mittlerem Bundesliga-Niveau spielt?

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          • Haarspalta sagte:

            Wir missverstehen uns keineswegs. Horn ist für mich in fast jeglicher Hinsicht Bundesligadurchschnitt. Damit entspricht sein Spiel auch dem, was ich unter „recht soliden Torwart auf mittlerem Bundesliga-Niveau“.

            Zum Rest brauche ich nichts weiter sagen. Natürlich kannst du hingehen und meine Aussagen ins Gegenteil verdrehen. Aber das ist dann keine sinnvolle Diskussion mehr. Oder anders gesagt, zeige du mir doch den fehlerfreien Torwart.

            Keine Ahnung, welche Ansprüche du an einen durchschnittlichen Bundesligatorwart hast, aber wenn es Fehlerlosigkeit ist, such weiter.

          • Fuenf sagte:

            Quatschi, ich möchte dir nix verdrehen. Ich gebe mir echt allergrößte Mühe um zu verstehen, wie man zu der Meinung gelangt, dass die Kölner Nr. 1 auf mittlerem Bundesliga-Niveau spielt. Oder meinetwegen ein durchschnittlicher Bundesliga-Torwart ist.
            Der User „Ichbins“ hat, in einem anderen Thread, den Dortmunder Keeper Kobel in den Bundesliga-Durchschnitt eingeordnet. Dem kann ich zumindest folgen. Bei dem Profi um den es hier geht nicht.

            Sei es drum, wir verstehen vermutlich unter „solide“ und mittlerem Bundesliga-Niveau nicht dasselbe – geschenkt.

  3. Jonny Espunkt sagte:

    Das neue Umfeld scheint ihm jedenfalls gut zu tun. Jahrelang auf Kessler als zahnlosen Tiger Nummer 2 zu setzen war wohl auch nicht die beste Idee. Das hemmt jede Art von Wettbewerb im Team. Das Horn grundsätzlich eine gute Portion Talent mitbringt steht außer Frage und wenn er in Normalform ist, dann ist das zuletzt auch okay gewesen. Da habe ich vor 2 Jahren schwärzer gesehen als jetzt.

    Horn ist jetzt 9 Jahre (!!) im Kasten. Das finde ich erstaunlich, wo gibt es denn sowas noch? Es zählt allein die Leistung. Wenn ich sehe was der Neuer da gegen Dortmund vereitelt hat, dann scheint 35 kein Alter zu sein für einen Keeper. Trotzdem würde auch ich mir wünschen, dass man den jungen Talenten auch mal eine Chance gibt. Das Schwäbe im Pokal gesetzt ist, ist ein Anfang.

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  4. Brutus Cesar sagte:

    Freue mich über Gospodarek. Die Arbeit eines Torwarttrainers ist natürlich für einen Außenstehenden nur schwer einzuschätzen, aber unter Menger hat sich Horn in den letzten 3,5 Jahren jedenfalls nicht positiv entwickelt. Keine Ahnung warum Hertha ihn wollte. Wenn er unter Baumgart/Gospodarek lernt mehr mitzuspielen wird seine Strafraumbeherrschung vielleicht auch besser, und wenn er dann noch lernt Bälle nicht immer vors Tor sondern auch mal über die Latte zu klären (also nicht so wie gegen Berlin), dann wird aus ihm vielleicht noch mal ein überdurchschnittlicher Bundesliga- Torhüter. Für einen solchen habe ich ihn vor Menger übrigens gehalten (ich sage nur 2017!)

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  5. Max Moor sagte:

    Der Unterschied ist , Neuer hält schon seit 12 Jahren Überragend und selbst 100% schafft er noch zu klären und beim Horn zappelt fast jeder im Netz , und er bewegt sich nicht einmal ! Im 1 gegen 1 ist bei Horn jeder Ball drinne und Neuer vereitelt von 10 noch 8 ! Das einzigste wo Horn gut ist ist auf der Linie aber selbst bei Ecken strahlt er zu oft Unsicherheit aus . Es kann nur besser werden und vielleicht gelingt ihm nochmal eine gute Saison mit nicht 70 oder 80 Gegentore

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    • Jonny Espunkt sagte:

      Naaa, ein Vergleich mit den Fähigkeiten von Manuel Neuer ist wohl schwierig. Da zieht Horn natürlich deutlich den kürzeren, in allen Belangen. Horn ist für mich auf der Linie bundesligatauglich, hat aber in den meisten anderen Bereichen Defizite, die leider auch immer wieder für Gegentore sorgen. Das sehe ich auch so. Vielleicht kann er ja nochmal eine Schüppe draufpacken, helfen würde es allen…

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      • Max Moor sagte:

        Genau , ich hatte Damals gedacht , er wird ein ganz Großer , aber leider war es nicht so . Viele Saisons nur Befriedigend und auch 3 Saisons Mangelhaft , gute Saisons hatte er aber glaube auch 3 oder 4 . Man kann nur hoffen das er nochmal eine vernünftige Nr. 1 wird aber da fehlen mind. noch 35 %

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  6. andi sagte:

    Horn hat in der vergangenen Saison haarsträubende Eier kassiert, das ist wohl so. Aber nicht nur wg. Hertha Spiel sehe ich ihn wieder auf einem aufsteigenden Ast. Er hat auch in den Vorbereitungsspielen mehr am Spiel teilgenommen. Ich bin der Meinung U.G. tut ihm gut und er wird auch wieder ein starker Rückhalt werden.

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