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„In alle Einzelteile zerlegt“: Warum es für Kilian in Mainz nicht geklappt hat


Luca Kilian war der fünfte und letzte Neuzugang des 1. FC Köln in dieser Transferperiode. Der Innenverteidiger kehrte damit zu dem Trainer zurück, unter dem er 2019 sein Bundesliga-Debüt gefeiert hatte. Nach seinem ersten Einsatz im FC-Dress sprach Kilian am Dienstag unter anderem über Steffen Baumgart und sein schwieriges Jahr beim 1. FSV Mainz 05. 

Köln – Während der 1. FC Köln nach den zwei Siegen an den ersten drei Spieltagen wohl gerne weitergespielt und den Lauf mitgenommen hätte, kam die Länderspielpause für Neuzugang Luca Kilian ganz gelegen, um seine neuen Teamkollegen noch besser kennenzulernen. „Woche für Woche kommt man mehr an und nimmt immer mehr an“, sagte der Innenverteidiger am Dienstag nach der Trainingseinheit. Dabei hatte der 1,92 Meter große Hüne in der vergangenen Woche noch pausieren müssen. „Beim Torschuss war mir muskulär leicht etwas reingezogen“, berichtete Kilian. „Aber ich habe die freien Tage genutzt, um das auszukurieren. Jetzt ist alles wieder gut“, gab der Abwehrspieler Entwarnung für das Wochenende.

Kilian kann über Nervosität schmunzeln

Dadurch, dass sich Timo Hübers weiterhin im Aufbautraining befindet, konkurriert Kilian vor dem Spiel gegen den SC Freiburg mit Jorge Meré um den Platz in der Innenverteidigung neben Rafael Czichos. Gegen den VfL Bochum spielten beide eine Halbzeit lang: Zur Pause wurde Kilian für den angeschlagenen und mit Gelb vorverwarnten Spanier von Steffen Baumgart „ein bisschen ins kalte Wasser geworden“, wie Kilian am Dienstag beschrieb und aus seiner Überraschung über sein schnelles FC-Debüt keinen Hehl machte. „Es war ein richtig geiles Gefühl“, schwärmte der Neuzugang zudem von seinem ersten Pflichtspiel vor 25.000 Zuschauern im RheinEnergieStadion.

Dabei merkte Man dem 22-jährigen in den ersten Moment nach seiner Einwechslung die Nervosität durchaus an. „Die ersten zwei, drei Minuten musste ich erstmal wieder ankommen. Es war schon etwas her, dass ich über längere Zeit ran durfte“, erklärte Kilian. Sein erster Ballkontakt war schließlich auch misslungen, sodass er den Ball dann lieber auf die Tribüne geklärt hatte. Eine Woche später konnte die Leihgabe von Mainz 05 aber schon wieder darüber lachen: „Das passiert immer mal. Ich dachte mir dann einfach: Weg damit und nächste Aktion.“

Lebensmittelvergiftung kostete Olympia-Traum

Unter Steffen Baumgart hatte Kilian in der Saison 2019/20 sein Bundesliga-Debüt gefeiert. Bis zu eine muskulären Verletzung mauserte sich der Youngster damals beim SC Paderborn zum Stammspieler. Überreden musste Baumgart seinen ehemaligen Schützling aber nicht nach Köln zu kommen, auch wenn der Trainer natürlich ein Faktor für Kilian gewesen sei. Immerhin habe Baumgart den Innenverteidiger in dem Jahr „zu dem Spieler gemacht, der ich heute bin.“ Mit dem Abstieg der Ostwestfalen folgte für den beim BVB ausgebildeten Kilian dann der Wechsel zum 1. FSV Mainz 05. Wirklich glücklich wurde der ehemalige Junioren-Nationalspieler dort aber nicht. Zu Saisonbeginn machte Kilian unter Jan-Moritz Lichte noch sechs Partien, fiel dann aber auch dem schwachen Saisonstart der Mainzer zum Opfer. „Ich habe meiner Meinung nach nicht das zeigen können, was ich wollte“, erinnerte sich Kilian.

Zu allem Überfluss war es dann im Winter ein verdorbener Thunfisch in einem Dortmunder Restaurant, der den Abwehrspieler mit einer Lebensmittelvergiftung gänzlich aus der Bahn geworfen hatte. „Das war eine schlimme Zeit. Es hat mich in alle Einzelteile zerlegt und ich hatte in drei Wochen bestimmt fünf Kilo abgenommen“, berichtete der gebürtige Wittener. Gleichzeitig fingen die Mainzer an, die beste Rückrunde ihrer Vereinsgeschichte zu spielen. „Dann ist es natürlich schwierig, Argumente für sich zu liefern“, gab Kilian zu, der in der vergangenen Saison sein letztes Bundesligaspiel am achten Spieltag gemacht hatte und somit auch seinen Traum von der Olympiateilnahme in Tokio mit der Deutschen U21-Nationalmannschaft aufgeben musste.

Gegen Freiburg in der Startelf?

In der Vorbereitung wollte Kilian schließlich nochmal einen Neustart in Mainz wagen. Wirklich durchsetzen konnte sich der Innenverteidiger unter Svensson aber auch in diesem Sommer nicht. Am ersten Spieltag gegen RB Leipzig wurde Kilian in der letzten Minute eingewechselt. Eine Leihe machte somit am Ende für alle Parteien Sinn. Beim FC dürfte sich der Abwehrspieler unter seinem alten und neuen Trainer weitaus mehr Chancen auf Spielzeit ausrechnen als in Mainz. Nicht umsonst betitelte Baumgart seinen Neuzugang jüngst als einen der besten Innenverteidiger seines Alters. Gegen den SC Freiburg könnte Luca Kilian nun sogar sein erster Startelfeinsatz winken.

13 Kommentare
  1. Gerd1948 sagte:

    So gut es vllt sein mag ihn ausgeliehen zu haben, ich würde gerne weiter Mere sehen, weil er auch gegen Bochum der Mannschaft spielerisch wieder ziemlich helfen konnte und es dann vllt wieder wie so oft der rote Faden wäre, der sich durch Meres Karriere beim FC zieht. Diesmal wäre es vllt lediglich eine frühe gelbe Karte, die ihm die nächste Saison versaut.

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    • Micha S. sagte:

      Mere s Zeit bisher beim FC ist wirklich unglücklich, er hat wieviele Trainer miterlebt? 8?

      Dazu war der Schritt ins Ausland für ihn persönlich der falsche(zumindest mit Köln). Sehr schade für ihn und seine Karriere.

      Unglücklich war es aber auch nicht nur von der FC Seite, auch er hat häufig unglücklich agiert.

      Die IV wird im Baumgartsystem häufiger im Blickpunkt stehen. Ich hoffe für Mere, das er seine Stärken mehr zeigen kann als seine Schwächen.

      Ich mag ihn wirklich, aber wenn man sich bei keinem Trainer langfristig in 5Jahren durchsetzt trägt man auch selbst einen Teil der Schuld.

      Als IV geht das aber auch recht schnell(sieht man ja auch an Kilian und Mainz). Auch da, ein paar Trainerwechsel, ein paar kurzzeitige Verletzungen und du bist erstmal raus… macht es dann die Vertretung gut, bekommst du erstmal keinen Fuß in die Tür.

      Schade das Kilian nicht noch einen starken linken Fuß hat, dann hätte ich auf lange Sicht eine IV aus Kilian/Mere schon gern gesehen… sofern Mere diese Saison mal stabil bleibt bzw nicht jetzt wegen der gelben Karte schon vorzeitig aufsteckt.

      Ich denke bei Baumgart hat er definitiv eine faire Chance, wenn s dieses Jahr nicht klappt, dann soll es bei Mere mit dem FC einfach nicht sein.

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    • Haight sagte:

      Meré hat es in vier Jahren nicht geschafft, als gesetzter Innenverteidiger zu gelten. Dabei hatte er natürlich auch beispielsweise Sebastiaan Bornauw 2 Jahre vor der Nase und häufiger auch hier und da Pech mit Verletzungen. Gleichzeitig wirkte (!) er häufiger nicht immer komplett austrainiert, es gab hier und da Probleme mit der Sprache und ganz geräuschlos war das mit seinen Beratern auch nicht immer.
      Dieses fünfte Jahr ist für ihn sehr wichtig, da es sein vorletztes Vertragsjahr ist. Wir sind wohl alle bespannt, ob er nun dauerhaft liefern wird oder nicht. Falls ja, ginge es ja praktisch um eine Vertragsverlängerung am Ende des Jahres.

      Ich denke gleichwohl, dass Kilian mehr als nur ein „Closer“ für das Spielende sein kann. Die körperliche Präsenz, gepaart mit seiner Schnelligkeit, ist schon ein Pfund. Er hatte sehr wenige Einsätze in den letzten zwei Jahren und muss auch die Chance bekommen seine Spieleröffnung unter Beweis zu stellen. Ich finde den spannend.

      Was mich positiv stimmt ist, dass ich glaube, dass Meré unter Baumgart eine faire Chance bekommen wird, sich zu beweisen. Deshalb kann ich an einen Einsatz von Kilian gegen Freiburg nicht glauben. Gleichwohl wird auch Kilian seine Chance bekommen, wenn der Gegner geeignet erscheint oder Meré, aus welchen Gründen auch immer, nicht die erste Wahl sein wird.

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      • Boom77 sagte:

        Ich glaube, es wird eher darum gehen, dass Meré eine gute Saison spielt, um im Sommer (vllt. sogar im Winter) einen Verein zu finden, der noch eine annehmbare Ablöse und für ihn ein gutes Gehalt auf den Tisch legt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Meré hier in Köln verlängert, nach dem was alles war. Selbst, wenn er jetzt alle Spiele über die vollen 90 Minuten macht, die Saison seines Lebens spielt und zum besten Innenverteidiger der Bundesligasaison gewählt würde, denke ich, dass eine Vertragsverlängerung von Spielerseite ausgeschlossen ist.

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        • Haight sagte:

          Bei einem Wechsel sehe ich eigentlich nur spanische Vereine in der Vorlosung und die haben momentan massive Geldprobleme, weshalb ich an einen Wechsel im Winter, zumal wir keinen Ersatz haben, nicht glauben kann. Ob das im Sommer klappen würde, müsste man dann sehen. Je besser er spielt, um so eher wird das passieren.
          An eine Verlängerung kann ich auch eher nicht glauben. Aber weiß, im Profifußball ist nichts ausgeschlossen ;).

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    • Jose Mourinho sagte:

      Ich zitiere einfach mal aus einem anderen Artikel:

      Seine größte Stärke war der Spielaufbau, mit einer Passquote von 90,5 Prozent lag er deutlich über dem Liga-Schnitt (87,1%). Auf lange, hohe Bälle verzichtete er fast völlig. Dafür gehörten gerade die vertikalen Flachpässe ins letzte Drittel zu seinen Stärken, kamen zu 75 Prozent an (Liga-Schnitt: 67,7%).

      Ich denke, er passt sehr gut zu Baumgarts Spielstil und daher wollte der Trainer ihn auch gerne haben. Ich glaube er wird schon am Samstag starten und wenn nicht, dann nur aus den von Gerd erwähnten Erwägungen des Trainers, neue Spieler nicht zu schnell in die erste Elf zu bringen. Wenn er seine Leistung abruft, wird es auch für Hübers schwer werden.

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  2. Norbert Furmanek sagte:

    Mere ist für mich eine Enttäuschung. Er hat es nicht geschafft an Czichos (!!!!) vorbeizukommen.Und das als Nationalspieler. Technisch kein schlechter, aber immer wieder mit katastrophalen Fehlern. Ich hatte schon mal angemerkt ihn ins Mittelfeld zu stecken. Einen Versuch wäre es allemal wert. Und bei Kilian muß man abwarten. Aber unter Baumgart sollte ihm eine gute Entwicklung gelingen.

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  3. Gerd1948 sagte:

    Mere hat jetzt in den letzten Jahren wohl kaum ernstzunehmende Angebote gehabt. Gut, dass der Verein da immer stabil geblieben ist und ihn nicht unter Wert iwo hin abgegeben hat. falls er es tatsächlich packen sollte dieses Jahr könnte ich mir auch eine Verlängerung vorstellen. Es gibt heutzutage so viele Klauseln, dass eine Verlängerung sowieso kaum noch ein Hindernis ist aus dem Vertrag zu kommen. Aber wie gesagt, es wird weiter kaum Angebote geben . Bei Innenverteidigern scheint der Markt sehr klein zu sein. Mere muss jetzt endlich auch mehr liefern, aber das fordern wir schon seit 3 Jahren.

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  4. Martin Duda sagte:

    Als Meré letzte Saison gespielt hat, nachdem Bornauw verletzt war, hat er echt stark gespielt. Als Bornauw dann zurück kam ist er wieder aus der Startelf geflogen, obwohl er ganz klar besser als Czichos war.
    Soviel zu dem Thema, daß man ja nicht unbedingt einen Linksfuß auf LIV aufstellen müsste. Es wird in dem Fall leider trotzdem gemacht.

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