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In welcher Welt will der 1. FC Köln konkurrenzfähig sein?


Am Sonntag hat der 1. FC Köln über die Investoren-Frage diskutiert. Der FC-Vorstand hatte zu einem Mitglieder-Stammtisch in die Halle Tor 2 geladen. Über 200 Mitglieder kamen. In großer Diskussionsrunde kam es lediglich zum Austausch der ewig gleichen Argumente. Vizepräsident Eckhard Sauren und zwei Gäste trugen jedoch dazu bei, eine Grundlage für künftige Diskussionen zu schaffen.

Köln – Die Haltungen sind bekannt. Der FC-Vorstand, der Mitgliederrat und die Vertreter des Südkurve e.V. stehen einem potentiellen Anteilsverkauf beim 1. FC Köln ablehnend gegenüber. Um dies zu erfahren, brauchte es daher eigentlich keinen Mitglieder-Stammtisch und keine Podiumsdiskussion inklusive Fragen der Anwesenden.

Was es jedoch brauchte, und das lieferte der Nachmittag in der Halle Tor 2, war eine Grundlage an Informationen und Fragestellungen, mit denen sich der 1. FC Köln und seine weit über 110.000 Mitglieder in Zukunft befassen können. Geladen hatten die FC-Verantwortlichen dazu zwei Wissenschaftler: Professor Christoph Breuer von der Sporthochschule sowie Professor Chris Anderson von der London School of Economics. Sie steckten, zusammen mit Finanzexperte Eckard Sauren, den inhaltlichen Rahmen ab.

1. Systematische Überinvestitionen

Den Anfang machte Breuer. Der Sportökonom erklärte das „Rattenrennen“ im Fußball, den „ruinösen Wettbewerb“ mit „systematischen Überinvestitionen“ und einer „Sieg-Maximierung statt einer Profit-Maximierung“. Ein Business also, in dem tendenziell zu viel investiert wird, nicht auf maximalen Gewinn hingewirtschaftet wird, sondern Grenzen überschritten und verschoben werden, um Spiele und Meisterschaften zu gewinnen oder Abstiege zu verhindern.

Ein in sich tendenziell ungesunder Wirtschaftskreislauf, von dem 1. FC Köln seit Jahrzehnten ein Liedchen singen kann. „Die Klubs müssen immer mehr Geld in die Hand nehmen, um sportlich nach vorne zu kommen“, erklärte Breuer. Auch, weil die Prämien in den europäischen Wettbewerben die nationalen Wettbewerbe verzerren und es für immer mehr Klubs nahezu unmöglich machen, oben anzuklopfen – es sei denn, sie investieren über ihr gesundes Maß oder holen sich Investoren ins Boot.

2. Wirtschaftliche Renditen?

Breuer überraschte mit einer Erkenntnis aus der Forschung. „Fußballinvestoren streben in der Regel keine wirtschaftliche Renditen an, sondern soziale und gesellschaftliche Renditen, wie zum Beispiel Ansehen.“ Anders ausgedrückt: Die Aussage, die auch FC-Präsident Werner Wolf am Sonntag erneut tätigte, wonach Investoren immer einen Teil des Kuchens in Form vom Geld zurückhaben wollen, ist laut aktueller Fußballforschung zumindest mehrheitlich falsch.

Allerdings machte Breuer auch klar, dass sich Investoren zwar in der Regel „positiv auf den sportlichen Erfolg auswirken, aber auch zu riskanteren Investitionen führen“, was wiederum zu einer größeren Kluft zwischen finanziellen Aufwand und sportlichem Ertrag führe. Zumindest, und das betonte Breuer ebenfalls, wenn die Gelder von Investoren in Spieler gesteckt würden. Anders sehe das aus, wenn die Gelder aus Anteilsverkäufen in die Strukturen der Klubs gesteckt werden. Alles sei also eine Frage der Mittelverwendung.

3. Mezzanine als „Königsweg“

Eckhard Sauren setzte daran an und sprach über die unterschiedlichen Investorenmodelle in der Bundesliga. Dabei erläuterte er die Unterschiede zwischen Liquidität, Fremdkapital und Eigenkapital und erklärte, warum sich der 1. FC Köln in der Corona-Pandemie gegen einen Anteilsverkauf und für „Mezzanine-Kapital als Königsweg entschieden habe. So habe man Eigenkapital gewonnen zu unüblich niedrigen Zinsen und von Partnern, die „mit dem Herz am FC hängen“ und dem Klub hätten helfen wollen.

4. Bielefeld als Option für den FC?

Anschließend sprach Präsident Werner Wolf im Gespräch mit Moderator Christoph Biermann unter anderem über das Modell von Arminia Bielefeld. Dort hatte das „Bündnis Ostwestfalen“, ein Zusammenschluss von insgesamt elf lokalen Unternehmen, die Arminia 2017 vor der Insolvenz bewahrt und das Stadion für den Klub gekauft.

Wolf erklärte, diese Lösung habe „Charme“, denn „keiner der elf Partner hat eine dominante Rolle, die Mitglieder haben das Sagen und in den sportlichen Bereich darf nicht hinein geredet werden“. Er nannte die Lösung „spannend“, betonte aber auch: „Das ist intelligent gemacht, aber es bleiben Investoren.“ Bielefeld gehört zu den elf der 18 Erstligisten, die entweder schon Anteile verkauft haben, die 50+1-Regel ausgehebelt haben oder Werksklubs sind, für die diese Regel nicht gilt.

5. Investoren für Infrastruktur?

Ein immer wiederkehrendes Thema war am Sonntag das Geißbockheim. Während die Frage nach einem Stadionkauf und -ausbau nicht erläutert wurde, machte Vizepräsident Carsten Wettich jedoch die Tür auf für eine separate Gesellschaft für die Infrastruktur-Projekte des 1. FC Köln: den Ausbau des Geißbockheims und des Stadions. „Investoren reinzuholen, um Löcher zu stopfen, wäre das Falsche“, erklärte der Jurist. Sehr wohl sei es aber eine Option, Anteile an einer Betreibergesellschaft zu verkaufen, an der sich auch der 1. FC Köln beteiligt.

6. „Wer sind wir und wo wollen wir hin?“

Die womöglich entscheidende Frage stellte am Sonntag der Londoner Professor Chris Anderson. Der FC-Fan war per Video dazugeschaltet und mahnte, die Diskussion um Investoren nicht rein „ideologisch“ zu führen. „Wenn es ums Geld geht, sollte man den Kopf einschalten.“ Und dazu gehöre, sich die zentrale Frage zu stellen: „Wer sind wir und wo wollen wir hin? Welchen Wettbewerb wollen wir als 1. FC Köln annehmen und was brauchen wir dafür, um darin zu bestehen? Das ist eine Grundsatz-Entscheidung, und je nach dem braucht man dafür Kapital von Investoren.“

Der 1. FC Köln muss sich also in Andersons Augen entscheiden, in welcher Liga und auf welchem Niveau der FC künftig mitspielen wolle. Der Wirtschaftswissenschaftler betonte auch: „Der Fußball ist anders geworden, als er einmal war. Das muss man nicht schön finden, aber man muss es akzeptieren.“ Und auch, wenn der FC – wie es Werner Wolf ausdrückte – „diesen Wahnsinn nicht mitmachen“ wolle, bliebe dann eben doch die Frage: Was will der 1. FC Köln?

7. Top Ten in Deutschland ohne Investoren

Der Vorstand hat diese Frage in seiner Strategie beantwortet. Wolf betonte noch einmal am Sonntag: „Wir wollen unter die Top Ten in der Bundesliga, und das ohne Investoren.“ Wettich ergänzte, der FC wolle ein „Vorreiter“ in gesundem Wirtschaften werden und sich auf diese Weise ohne fremde Hilfe in der Bundesliga etablieren. „Wenn wir so wirtschaften würden wie Freiburg, hätten wir ganz andere Möglichkeiten.“

45 Kommentare
    • Tom8351 sagte:

      Wer die Veranstaltung gesehen hat, wird auch mitbekommen haben, dass Werner Wolf mehrmals darauf hingewiesen hat, dass es darum geht die Möglichkeiten herauszustellen, für die sich die Mitglieder am Ende entscheiden können.

      Entscheidungen zu Investoren werden von den Mitgliedern getroffen, nicht von den Gremien außerhalb der Mitgliederversammlung.
      Wie das genau aussehen wird hat man noch nicht formuliert. Ich vermute aber, dass es innerhalb einer Mitgliederversammlung, über einen Antrag stattfinden wird.

      Damit die Mitglieder sich im Vorfeld einen Überblick verschaffen können, veranstaltet man diese Town-Hall-Meetings, um die möglichen Varianten zu besprechen und möglichst fundiert darzulegen.

      Ich finde, das haben sie mit den durchaus glaubwürdigen Experten und der Auswahl auch kritischer Podiumsmitglieder gut gelöst.

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      • Tom8351 sagte:

        ..unabhängig davon, bin ich davon überzeugt, dass der FC, in der Liga in der er mitspielen will, nämlich unter den ersten zehn, ohne Anteilverkäufe der KGaA auskommen kann. Es ist tatsächlich nur eine dauerhaftes vernünftiges Wirtschaften notwendig.
        Darüber hinaus glaube ich, dass bei infrastrukturellen Projekten wie dem Geissbockheim oder einem evtl. neuen Leistungszentrum Investoren als Teil einer Betreibergesellschaft für das jeweilige Projekt, eine gute Lösung sein können.
        Ebenso glaube ich, dass eine Betreibergesellschaft, unter der Führung des 1.FC Köln, welche das Stadion kauft und dafür einen oder mehrere Investoren beteiligt, die dann am Ertrag profitieren, ne gute Lösung sein kann.
        Heute gehört uns nichts am Stadion. Mit nem Investorenmodel, nur bezogen aufs Stadion könnten uns dann vielleicht 51% gehören. Bei dieser Lösung, hätten die Investoren keinerlei Einfluss auf die KGaA oder den e.V.

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    • Micha S. sagte:

      Da gebe ich dir uneingeschränkt recht, dann muss aber der Anspruch der Wirklichkeit angepasst werden.

      Ich bin auch aktuell gegen Investoren in jedlicher Form beim FC… aber nicht weil ich allgemein dagegen wäre, sondern einfach weil ich den Verantwortlichen keinen sinnvollen Umgang mit Geld zutraue.

      Rein Investoren für einen Erhöhung der Stadionkapazität, Stadionkauf, Aufbau/Umbau der Trainingsgelände/Jugendakademie/Museum wäre ja an sich nicht verkehrt, nur ist das in Köln nicht durchführbar.

      Und so dümpelt man weiter vor sich hin, hofft jetzt auf den heiligen Baumgart der alle ins gelobte Land führt, während es nicht genug Trainingsplätze gibt man weitere Dekaden verbringt um sich mit der Politik zu streiten und die Kabinen weiter wegschimmeln. Klar nicht alles ist die Schuld des FC aber am Ende braucht man Lösungen und kein ewiges warten.

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      • Boom77 sagte:

        Da sprichst Du einen wichtigen und richtigen Punkt an. Hier wird „geträumt“ von Investoren, die einem helfen, das Geißbockheim und evtl. das Stadion zu kaufen und zu modernisieren und ggfs. zu vergrößern (im Falle des Stadions). Aber auch hier zeigt sich, wie Abseits der Realität die Leute im Verein leben. Noch nicht mitbekommen, dass es mit dem Umbau und der Modernisierung des Geißbockheims und einem Ausbau des Stadions nichts wird, weil die Poltitik das in Köln nicht zulässt? Was sollen da also Investoren bringen? Soll das Geld in „Schniergeldzahlungen“ investiert werden, um den Großteil der politischen Entscheidungsträger umzustimmen? Und da ist man ja noch nicht am Ende. Man braucht ja dann auch eine Baugenehmigung… Bevor man sich mit dem „Investorenthema“ beschäftigt, gibt es wichtigere Grundastzentscheidungen zu treffen (Stichwort: „Standort Müngersdorf unverhandelbar“).

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        • Kurti sagte:

          Da beschreibst Du ein Grundübel sehr gut.
          Jenseits der Realitäten werden Grundsätze wie Pfähle eingehämmert ( Müngersdorf unverhandelbar, Keine Investoren) und die Welt soll sich danach richten und alles wird gut.
          Weil wir sind der FC.
          Das ist großer Nonsens.
          Galdbach hat zB mit dem eigenen Stadion und Hotel außerhalb eine solide Basis geschaffen.
          Davon kann der FC in 20 Jahren noch träumen.

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  1. Haarspalta sagte:

    Wie erwartet eine Veranstaltung der Marke „Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch lange nicht von jedem“
    Wie der Exzess wohl richtig mutmaßt, diente sie dazu, die Mitglieder auf die kommende Satzungsänderung einzustimmen, die Anteilverkäufe praktisch unmöglich macht.

    Aber die Frage ist schon richtig gestellt: „wo will man damit hin?“ Top 10 in Deutschland? Vielleicht klappt das in den nächsten 5-7 Jahren sogar. Aber die anderen Vereine holen sich ja sukzessive Investoren ins Boot, sodass in den Top 10 bald kein Platz mehr frei sein wird.
    Dann heißt es vielleicht noch „Top 10 der investorenlosen Vereine“. Es wäre dann zu hoffen, dass es dabei noch für die Bundesliga reicht…

    Ich halte einen Investor beim FC auch keineswegs für ein Allheilmittel. Aber ich verstehe auch die Argumentation der Gegner nicht. Wovor hat man Angst?
    Abhängigkeit? Ob ich von den Kreditlinien der Banken, Bürgschaften des Landes NRW und den Verkäufen meiner besten Spieler abhängig bin oder vom Investor (der wie wir erfahren haben, symbolisches Kapital und nicht echtes erlangen will), ist nur ein gradueller Unterschied.

    Verlust des Mitspracherechtes? Ob der Verein von einem Präsidium geleitet wird, das Versammlungen nach Gutdünken verschiebt, eine Scheindemokratie inszeniert und sich für Abstimmungen unter der Woche mitten in der Nacht einsetzt oder ob mir ein Investor einfach sagt „wir machen es, wie ich es will“ ist ebenfalls nur ein gradueller Unterschied.

    Das Problem ist, dass die Investorengegner hier eine Festung halten, die leider (!) längst auf Feindesland steht und rundherum niemanden mehr interessiert, was mit der Festung wird. Es ist wie in Asterix: das gallische Dorf ist für Rom irgendwie doof, hat aber auf das Imperium insgesamt keinen Einfluss. Mit dem großen Unterschied, dass der FC keinen Zaubertrank hat…

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    • Hennes48 sagte:

      Das haben Sie sehr anschaulich und treffend formuliert! Und dazu noch mit einer herrlichen Ironie versehen…:-)
      Unabhängig von jedweder Meinung für oder gegen Investoren: Dieser Vorstand verkauft seine Mitglieder in meinen Augen tatsächlich für dumm (was bei diesem Thema auch irgendwie ne schöne Redewendung ist) und das macht mich sehr nachdenklich. Diese Scheindebatten und wie oben geschrieben „nächtlichen Abstimmungen mitten in der Woche“ sind einfach für einen derart großen Club unwürdig und unseriös. Wie können ernsthaft ein paaar Hundert Menschen mitten in der Nacht über wichtige Fragen der Zukunft abstimmen??? Und der Mitgliederrat unterstützt dies auch noch ausdrücklich…das bietet großen Anlass zur Sorge…

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    • FC Neukoelln sagte:

      Touché! Sehr schöne Replik – von einigen anderen Kommentatoren aber im übrigen auch.

      Ich konnte mir die Veranstaltung leider / zum Glück nicht ansehen, muss also gedanklich zweitverwerten. Doch so sehr ich mir Mühe gebe, dem Ganzen etwas abzugewinnen, so sehr beschleicht mich immer wieder das Gefühl, dass ich diesem Vorstand einfach nicht trauen mag. Das hat natürlich Gründe, die teilweise hier auch bereits aufgeführt wurden:

      – die nassforsche Inszenierung einer angeblich demokratischen Vereinssatzung. Die Uhrzeiten elementarer Abstimmungen wurden bereits erwähnt. Was hinzu kommt ist die konsequente Verweigerung von Vorstand und MR, in Zukunft dauerhaft auf eine zeitgemässe, hybride Form der MV zu setzen, was mir als Auswärtigem natürlich besonders gut schmeckt.
      – ein 7-Jahres-Plan, der jedoch einen alternativen Entwurf zum Ausbau GBH oder Stadionkauf komplett vermissen lässt, was unweigerlich vermuten lässt, dass im Falle eines Scheiterns in einem oder beiden Fällen wir uns frühestens ab 2028 mit abweichenden Lösungsansätzen beschäftigen werden.
      – der an sich löbliche Ansatz, investorenfrei zu den Top-10-Klubs zu gehören, der jedoch mit keiner Silbe berücksichtigt, wie man dem ungehemmten Kapitalzufluss weiterer Vereine als der bislang üblichen Verdächtigen begegnen möchte, die in Zukunft entsprechenden Versuchungen erliegen werden.
      – ein 7-Jahres-Plan, der den Top-10-Spieleretat der Zukunft (genannt wurden hier 80Mio) am Ist-Zustand bemisst und dabei sämtliche Dynamik einer weiterhin exponentiellen Entwicklung komplett vermissen lässt. Zum Vergleich: der Etat vor 7 Jahren des Tabellen-10. (VfB Stuttgart) lag noch bei 33Mio – wir reden hier also von einer Steigerung um den Faktor 2,4. Diesen auf die derzeit veranschlagten 80Mio gerechnet würde in weiteren 7 Jahren einen Bedarf von 192Mio bedeuten. Eine bereits heute absehbare, zukünftige Finanzlücke von 112Mio, also Peanuts. All das präsentiert von Ecki Sauren, der auf seiner eigenen Website von sich selber behauptet: „Sauren ist der führende Spezialist für qualitative Fondsanalysen und einer der erfolgreichsten Dachfonds-Manager Europas.“ Oha!
      – ein 7-Jahres-10-Punkte-Plan, der in Ermangelung eines sinnhaften Punktes 10 sich einen angeblichen „Zielmarkt Japan“ erschüttelkrampft. In Japan ist Baseball die Sportart Nummer 1. Darüber hatte der FC seit knapp 30 Jahren genau 6 internationale Auftritte, allesamt in der Hinrunde 2017, die Ergebnisse sind bekannt. Hier auch nur as Wort „Markt“ in den Mund zu nehmen ist ein Affront gegenüber jeglicher japanischer Höflichkeit. Mal andersrum gefragt: wer hier hat bzw. kennt jemand, der ein Trikot besitzt der Yomiuri Giants, Yakult Swallows, Hanshin Tigers, Kochi Fighting Dogs oder der Tohoku Rakuten Golden Eagles? Allesamt Top-Teams der japanischen Baseball-Liga…
      – und last but not least mal ganz Freestyle: mir fehlt für die B-Note Chuzpe. Wenn man sich tatsächlich der Träumerei hingeben möchte, man könne in einem „ruinösen Wettbewerb“ mit „systematischen Überinvestitionen“ überlebensfähig bleiben – was, wie man z.B. an den Super-League-Bestrebungen ablesen kann, in Zukunft eher zunehmend exzessiv betrieben werden wird – warum münden die eigenen Absichten, konkurrenz- und überlebensfähig bleiben zu wollen nicht in einem politischen Statement? Warum nicht wenigstens ein einziges Mal zur Abwechslung spürbar anders sein, indem man sich für eine Obergrenze der Spielergehälter einsetzt? Wie gedenkt man denn der im Fussball allgemeinen, abwärts gerichteten Ökonomiespirale jemals Einhalt zu gebieten? Mit dem heiligen Bimbam? Man möchte die von mir oft und gerne angeführte Lambo-Sammlung von 20jährigen weiterhin als gottgegeben annehmen und nicht etwa rebellieren, was das Zeug hält? Der HSV hat gestern 10Mio an Überbrückungshilfen bestätigt bekommen… um seine Jungmillionäre auch in pandemiebedingt schwierigen Zeiten ausbezahlen zu können. Nehmen wir in Zukunft dann auch Stattshilfen in Anspruch? Dann, liebe Freunde, bin ich die längste Zeit Fan dieses Vereins gewesen.

      Wie gesagt, ich möchte nicht sinnfrei miesepetern und würde mich freuen, dem Vorstand mein uneingeschränktes Vertrauen aussprechen zu können. Sie machen es einem aber nicht gerade leicht.

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      • Haarspalta sagte:

        Kann man alles so unterschreiben. Die Rechnung geht einfach nicht auf, die Pläne sind hinten und vorne nicht zu Ende gedacht. Und das schlimmste: gerade einem Sauren traue ich durchaus zu, dass er das auch genau weiß. Die anderen beiden aber auch…

        Auf Dauer haben wir die Möglichkeit, beim „Investorenirrsinn“ zähneknirschend und möglichst geschickt mitzumachen oder uns eine andere Vergleichsgruppe zu suchen – zweite Liga, irgendwann dritte oder niedriger.

        Und historisch gesehen hatten wir exakt die gleiche Diskussion bereits 3x! Bei Einführung der Profispieler in den 60/70ern, bei Einführung der Trikotwerbung ab 1973 und nach dem Bosman-Urteil 1995.
        Jedes Mal hat sich die „unromantische“ Fraktion durchgesetzt und trotzdem ist der Fußball noch nicht untergegangen. Das wird wohl auch diesmal nicht passieren.

        Btw.: „Yakult Swallows“ Wtf XD

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    • MountainKing sagte:

      Gegenargument ist schlicht der wirtschaftliche Aspekt:
      Man jeden Anteil nur einmal verkaufen, gibt dafür aber für eine unbefristete Zeit Kontrolle aus der Hand. Je länger der betrachtete Zeitraum ist, desto ungünstiger wird der Deal:
      20 Millionen Cash auf die Kralle für 10% verkaufte Anteile sieht erstmal gut aus. Auf 10 Jahre betrachtet sind es aber nur schlappe 2 Millionen/Jahr, die 10% Anteile sind dann aber immer noch weg. Die Anteile sind auch in 20 Jahren noch weg, Oder in 50.

      Je nachdem wie der Investor-Vertrag aufgesetzt ist, stehen dem Investor eventuell auch noch Gewinnbeteiligungen zu. Dann kommen zum Kontrollverlust auch noch finanzielle Einbussen hinzu, die ebenfalls unbefristet bedient werden müssen und ein Vielfaches des ursprünglich eingenommen Betrages erreichen können.

      Es ist einfach ein schlechtes Geschäft, wenn man nicht vom Traumszenario „Mit Investorkohle in der Champions League etablieren“ ausgeht. Wie realistisch dieses Szenario ist, zeigt aktuell der Big City Club mit seinen Windbeutel-Millionen.

      Anders sieht es aus, wenn man Investoren für den Ausbau von Infrastruktur mit an Bord an holt. Wenn man beispielsweise ein neues Stadion baut und die Investoren dann an diesem Stadion beteiligt, kann der Verein am Ende mit mehr Geld dastehen als vorher und hat weiterhin 100% Kontrolle über sich selber. Dafür hat sich der Vorstand offen gezeigt, aber diesbezüglich liegen die Probleme eher in der Politik als in der Finanzierung.

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      • Haarspalta sagte:

        Mit dem Argument wäre ja der gesamte, weltweite Aktienmarkt für die jeweiligen Firmen völlig unsinnig. Das kann ich so nicht bestätigen. Man nimmt ja nicht das eingenommene Investorengeld und legt es auf Ulis Festgeldkonto…

        Es ist die Frage, wie man das Geld reinvestiert. 20 Mio für 10% wären übrigens selbst beim FC sehr wenig.
        Aber nehmen wir trotzdem mal an, dafür würden erfolgreich 3-5 junge Talente eingekauft und nach paar Jahren für ein Vielfaches, sagen wir 60 Mio, weiterverkaufen. So wird ein Schuh draus, so funktioniert Investition.

        Die nächsten 10% des Vereines könnte man dann auch deutlich teurer verkaufen usw.

        Mitspracherecht ist dank 50+1 ein berechenbarer Faktor, da muss man halt etwas Vorsicht walten lassen, das sollte aber gehen.
        Und Gewinnbeteiligungen muss man ja nicht machen.

        Dass die Leute in Berlin es nicht richtig hinbekommen – meinetwegen, aber das ist halt kein Argument. In der Premier League und anderswo gibt es zig Vereine, wo es super läuft.

        Aber weiter oben haben einige andere Foristen das wahre Problem genannt: Den Pappnasen im Präsidium könnte man einfach nicht zutrauen, die Sache korrekt hinzukriegen.
        Insofern will ich Stand jetzt auch keinen Investor, erst muss der FC sich dafür passend aufstellen.

        moderated
        • MountainKing sagte:

          Die Firmen, die Aktien ausgeben, operieren auch nicht in der Bundesliga.

          Mit einem sauberen Business Case, gründlicher Marktanalyse und einem konkurrenzfähigen Produkt kann man eine wesentlich zuverlässigere Risiko vs Ertrag-Kalkulation vornehmen als mit „Talente für 20 Millionen einkaufen und für 60 verkaufen“.

          Zu glauben, daß man im Nullsummenspiel Transfermarkt, der sich durch eine hohe Varianz und extrem kleine Stichproben auszeichnet, zuverlässig und berechenbar Gewinne einfahren kann, ist nur wenig seriöser als mit geliehenem Geld auf Sportwetten zu setzen.

          Und 99% der AGs operieren auch nicht in einem geschlossenen Markt, der zwangsweise einmal im Jahr 2,5 von 18 Teilnehmern ausschließt.

          Fußballclubs mit normalen Unternehmen zu vergleichen, funktioniert nicht.

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          • Micha S. sagte:

            Das war ja glaube ich auch nur ein Bsp.

            Man kann ja mit dem Geld auch was sinnvolles anfangen.

            Nicht mein Wunsch aber als Bsp. Man nimmt 300mio. Setzt ein komplett neues Vereinsheim+Stadion Nähe des Flughafens auf die grüne Wiese, mit Akademie, Museum, direkte Zuganbindung zum Flughafen sowie Hbf und allem was man sich sonst noch wünscht.

            Sofern die Perspektive bei den Profis 1. BuLi ist Word man so Talente halten sowie abwerben können.

            Man kann natürlich auch über den Transfermarkt sich Geld beschaffen(sowie Frankfurt), aber da wäre mir das Risiko sich zu hoch… sowas nimmt man mit wenn möglich aber rechnet nicht damit.

          • MountainKing sagte:

            Das sind 2 diametrale Gegensätze:
            Investitionen in die Infrastruktur, bei denen die Investoren nicht am Verein direkt beteiligt werden, halte ich für äußerst sinnvoll.

            Anteile am Verein zu veräußern, um mit dem Erlös am Transfermarkt Lotterie zu spielen, ist für mich hochriskante Zockerei, die wesentlich wahrscheinlicher im Desaster endet, als in der Champions League.

          • Gerd1948 sagte:

            Micha, es wird nicht möglich sein diese 2 Schritte auf einmal zu machen. Vorrangig ist der Erwerb des Eigenkapitals jetzt und der Weg raus aus den roten Zahlen. Parallel müsste sich die Stadt bewegen oder man müsste von Vereinsseite rigoros einen Schlussstrich ziehen und sagen :Das wars, wir ziehen weg aus dem Grüngürtel. Ich denke das NLZ brennt mehr unter den Nägeln, als ein für mich derzeit, sinnfreier Ausbau des Stadions. Was passiert denn, wenn der 7 Jahresplan nach 2 Jahren im Abstieg endet? Dann hat man ein 75000 Mann Stadion in der 2. Liga. Der Verein muss erst nachhaltig auf gesunde Füße gestellt werden, dazu zählt auch ein NLZ um weiterhin Talente anlocken zu können, aber zweitrangig die Frage ob Müngersdorf verhandelbar werden soll. Natürlich ist mir bewusst, dass wir Jahr für Jahr eine horrende Summe dafür bezahlen grob der einzige Mieter zu sein, aber man darf den 3. Schritt nicht vor dem 1. machen, so sehr es schmerzt in den Fängen der Stadt Köln zu sein.

          • Haarspalta sagte:

            Du sagst ja selbst, wo das Problem liegt. Aber trotzdem behandelst du dann eine Fußball AG wie eine normale AG. Wie Herr Anderson in seinem Vortrag herausgearbeitet hat – und was auch vorher schon bekannt war – ein Investor im Fußball ist mit einem Aktionär bei Benz oder Bosch eben nicht vergleichbar.

            Dem Fußballinvestor geht es eben nicht um Rendite, er hat keine materielle Gewinnerwartung. Stattdessen „tauscht“ er echtes Kapital gegen symbolisches, also Einfluss, PR oder den simplen Spaß, den eigenen Club nach oben zu bringen.

            Dass dabei oft Millionen eher verbrannt statt verdient werden, ist für ihn nebensächlich. Von der Steuer absetzen kann man es auch…

            Nur so sind Windhorst oder Kühne ja noch rational erklärbar.

            Man stelle sich dann aber mal die Gegenfrage: wäre denn zu erwarten, dass Hertha oder der HSV ohne Investor und dessen Millionen heute besser dastehen würden? Wäre es nicht viel wahrscheinlicher, dass deren Abstieg schneller und früher (bzw. bei Hertha überhaupt mal) gekommen wäre?

            Ich bleibe wie gesagt dabei, dass unser Präsidium mit einem Investor auch nix hinbekommen würde. Aber ich sehe nicht, wie es dadurch noch schlimmer werden könnte.

            PS: inwiefern der Transfermarkt ein Nullsummenspiel ist, wäre für mich erklärungsbedürftig. Im Fußball gibt es Wertschöpfung und Wertvernichtung und von außen kommt zusätzliches Geld rein, sodass alle Transferbilanzen zusammengerechnet über den Lauf der Jahre eben nicht null ergeben.

          • MountainKing sagte:

            Investitionen ohne jegliche Gegenleistung ist keine Investition, sondern eine Spende. Die sind bereits möglich.

            Wir reden also hier über Geldzahlungen, für die eine Gegenleistung erwartet wird. Auf der Grundlage diskutiere ich.

          • Haarspalta sagte:

            Nur dass halt niemanden von Investitionen ohne Gegenleistung gesprochen hat. Aber die Gegenleistung ist in solchen Fällen eben nicht materieller Natur.
            Umwandlung von monetärem Kapital in symbolisches. Die meisten machen es heute lieber andersrum (Stichwort: Influencer), aber in diesem Fall ist es eben so.

  2. Muencheneffzeh sagte:

    Finde solche Veranstaltungen gut, wichtig und interessant. Macht in der Form auch nicht jeder Club. Ich denke auch das es verschiedene Wege geben kann und würde mich nicht gleich verschliessen. Ob es nun das Rheinland Bündnis ist oder man durch Anteilsverkäufe agiert. Wir sind doch längst Teil der neuen Fussball Welt: wir kaufen und verkaufen Spieler von Investorenclubs. Wenn ein Club aus England, der im Besitz eines Geschäftsmannes aus Singapur ist, Skhiri für 15 mio gekauft hätte, wären wir doch auch dabei und Teil dieser „neuen“ veränderten Fussballwelt. Ich finde solche Diskussionen gut und wichtig und ja die Frage muss beantwortet werden, wo und in welcher Liga wir mittelfristig dabei sein wollen.

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    • Jonny Espunkt sagte:

      Das sehe ich auch so. Das kategorische „NEIN“ ist wenig hilfreich. Wenn ich mir die Tafel im Hintergrund anschaue, sind da nur wenige Erstligisten bei. Man muss sich diesen Fragen stellen, offen und ehrlich. Grundsätzlich finde ich eine solche Info und Diskussionsrunde hilfreich und fruchtbar.

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  3. So Nitt sagte:

    Standpunkte mitzuteilen, die allen bekannt sind, auf einer Veranstaltung, die mit Sicherheit fünfstellig gekostet hat, ist einfach nur lächerliches Geld-verbrennen. Und auf die Frage, wie konkret man beim FC-Matchplan jährlich 25 mio. zusätzlich generieren will, gibt es auch keine konkrete Antwort. Diese Leute machen sich lächerlich.

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  4. Thomas Beitz sagte:

    Es geht also Mal wieder um die lieben Penunzen…wie so oft..
    Ich favorisiere nach wie vor die Idee eine Mitglieder-Anleihe aufzulegen..Bei 110.000 Mitgliedern dürfte es doch kein Problem sein -auch angesichts der derzeitigen Situation am Kapitalmarkt – 5000 Mitglieder zu finden, die für 5 Jahre jeweils 10 oder 20 tausend Euro zu einem interessanten und für den Verein tragbaren Zins von sagen wir mal 3 oder 4 Prozent für 5 Jahre investieren und somit Projekte wie einen eigenen Stadionbau zu finanzieren..
    Wo bitte sieht der Vorstand da das Problem?

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    • MountainKing sagte:

      Das hat der Vorstand auf dem hier diskutierten Stammtisch erklärt:
      Eine Mitgliederanleihe gilt bilanziell als Fremdkapital und verschlechtert demzufolge das Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital. Dieses Verhältnis ist aber entscheidend für die Lizenzerteilung durch den DFB.

      Projekte wie ein Stadionbau oder der Ausbau des Geißbockheims scheitern auch nicht an der Finanzierung, sondern an der Stadt Köln.

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  5. Gerd1948 sagte:

    Es geht oben, unten, vorne und hinten drum ,was man sich leisten kann. Von daher ist die Überschrift passend. Die Anberaumung fand ich( trotz Unkosten) erst mal gut. Sie war auch lange angekündigt und sollte, auch wenn sie unterm Strich vllt nicht die bahnbrechenden Neuerungen hervorbrachte, noch mal grob abstecken , welchen Status der Verein anstrebt. Das Thema NLZ und Stadion ist erst einmal eine ganz andere Baustelle und wie Mountain King sagt, grundsätzlich kein Finanzierungsproblem. Heuer geht es einzig und allein um die Frage, um die wird es auch bei der JHV fast ausschließlich gehen, wie man gedenkt Schritt zu halten ohne den Anschluss zu verlieren. Wie gedenkt man das zu finanzieren? Es sind einige sehr gute Beiträge hier zusammen gekommen, die ziemlich alles an Gefahren und Chancen abdecken, die in den nächsten ,sagen wir 7 Jahren, auf den Verein zukommen werden. Ich selbst bin da nicht bewandert drin beurteilen zu können, wo die geringste Gefahr besteht, bei welchem Modell sich „Fremdkapital“ zu beschaffen. Wo ich strikt gegen bin ist weiterhin, dass eben lediglich eine Person die Geschicke eines so großen Vereins lenken soll. NEIN dazu. Natürlich bieten sich ganz andere Sachen dafür an fremdfinanziert zu werden ( Stadion, NLZ) aber wie gesagt, darum geht es gerade nicht. Wir werden da keinen Einfluss drauf haben, was der Vorstand dahingehend plant. „Nur“ diese Satzungsänderung ist eben was für die Zukunft, das ist gut und richtig. Denn wo wäre der Verein mit sagen wir 10000 Mitgliedern und 15000 Fans im Schnitt heute? Ich denke wir hätten die Pandemie sportlich nicht überlebt. Folgerichtig bleibt diese große Familie immer das Faustpfand für den gesamten Klub. Ich mag diese populistische nicht, dass WIR der Klub sind, aber WIR sind wichtig für den Klub und ja, man sollte immer versuchen uns in gewissem Maße in die Probleme des Klubs einzubinden. Sei es mit dem derzeitig praktizierten Modell oder mit anderen , die Nachhaltigkeit und Sinn ergeben sollen. Nehmt bitte mit eurer Stimme teil an der JHV, WIR sind wichtig !

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    • Patrick Köhler sagte:

      Hier merkt man wie sehr sie am Verein hängen .
      Konzepte im Fußball ist wie Sonne und Mond das hat nie geklappt und wird es auch nicht. Wer von der aktuellen Lage ablenken will der erstellt ein Konzept und gründet ein Arbeitskreis sagen wir mal für 7 Jahre danach sieht die Welt (Fußball Welt) wieder anders aus und hat genügend Gründe warum man das Konzept nicht umsetzen konnte.
      2017 hätte man z.b. die Chance gehabt das Geld von Modeste und Euroliga in Stadion oder GBH zu stecken.
      Wenn ich es richtig verstanden habe in den letzten Wochen haben wir kein Geld und uns allen bekannten Kader.
      Erster Schritt, Konto auffüllen, Qualität des Kaders erhalten und oder steigen.
      Parallel noch Baugenehmigung der GBH oder alternative erarbeiten.
      2 bis 10 Schritt aufhören zu träumen.
      Investoren für Spieler geht gar nicht.
      Investoren z.b. für Stadion immer mit 51% Eigenkapital .

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  6. Dirch sagte:

    Hallo, ich als nicht in Köln wohnender….Wie ist die die aktuelle Lage bzgl. Geißbockheim und Stadionausbau? Ich komme aus Dortmund. Hier hat der heimische BVB einfach ein komplettes Trainingsgelände weit weg vom Stadion neu gebaut. Ohne Charme oder sonstiges gedöns. Kann mich nicht erinnern, dass es da große Probleme gab.
    Über informative Antworten würde ich mich freuen.
    Gruß

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  7. SebN sagte:

    Die Ausgangsfrage im Titel des Artikels ist schon ganz richtig gestellt. Will der FC ein sportlich erfolgreicher Club im aktuellen Profifußball sein, oder sich weiterhin in ewiger Fußballromantik auf die tolle Tradition berufen? Es wurde weiter oben schon sehr treffend gesagt, dass Veränderungen (Profitum, Bundesligagründung, Trikotwerbung, Stadionnamensponsoring usw.) immer erstmal negativ gesehen werden. Irgendwann ist es aber normal, nur die ewigen Verweigerer bleiben halt auf der Strecke.
    Auch wenn ein professionelles Management und gutes Wirtschaften immer die Grundvoraussetzung sind, wird man ohne moderne Finanzierungsmodelle langfristig keinen sportlichen Erfolg haben. Deshalb halte ich die strikte Verweigerung des Vorstandes und großer Teile des Umfeldes für falsch! Die Veranstaltung mit ausgewählten Mitgliedern, die „zufällig“ alle die gleiche Position vertreten war komplett überflüssig, aber das Timing passte natürlich auch gut. Nach dem „tollen“ Saisonstart (gegen einen Abstiegskandidaten des Vorjahres und einen Aufsteiger) lässt es sich natürlich gut verkaufen, dass man es schaffen kann ohne Investor zu den Top-Ten zu gehören. Leider ist das in meinen Augen ein totaler Irrglaube!
    Man muss den Begriff Investoren zunächst mal in der ganzen Diskussion etwas differenzierter betrachten, deshalb spreche ich auch viel lieber von Finanzierungsmodellen. Aber irgendwie scheinen die meisten immer nur einen ostasiatischen Milliardär, der den Geißbock durch einen Drachen ersetzt, zu sehen. Genauso wenig sinnvoll ist es natürlich kurzfristig das Geld in teure Spielertransfers a la Hertha zu stecken. Aber für eine langfristige (infra)strukturelle Entwicklung des Vereins halte ich die Einbindung von externem Kapital für durchaus sinnvoll. Allein die Loslösung von der Stadt und ihrer sinnbefreiten Sportstätten GmbH wäre ein Quantensprung für den FC.
    Leider stehen sich der Club und sein Umfeld da auch wieder selbst im Weg. Wo wäre eigentlich das Problem, wenn ein NLZ nicht direkt am Geißbockheim läge? Der FC Bayern Campus steht auch nicht an der Säbener Straße! Und warum kann ein Stadionneubau nicht zwei Kilometer Luftlinie vom jetzigen Standort auf dem Stadtgebiet von Hürth stehen? Oder sogar auf der anderen Rheinseite mit dann endlich mal vernünftiger Verkehrsanbindung? Alles nur wegen der Tradition? Völliger Quatsch! Franz Kremer hat schon gesagt: „Tradition hat nur dann einen Sinn, wenn auch der Wille zu noch größeren Taten vorhanden ist“ und damit die Weiterentwicklung und den Erfolg klar über die Tradition gestellt. Mit diesem Zitat werden sogar Fanartikel bedruckt, nur gehandelt wird danach kein bißchen!
    Und wenn der Vorstand seinen Weg mit der befürchteten Mitsprache von Investoren begründet, muss er mal erklären, wieso der Vorstandsvorsitzende von REWE seit vielen Jahren im wichtigsten Gremium des Vereins dem gemeinsamen Ausschuss sitzt. REWE ist nicht mal ein solcher Investor im Sinne von Anteilseigner, sondern „nur“ der Hauptsponsor!

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    • Norbert Furmanek sagte:

      SebN !!! Du sprichst mir aus der Seele. Genau so sehe ich das auch. Was ist heutzutage denn noch Tradition ? Fragt mal die Spieler die hier aus aller Herrenländer für den FC kicken und gekickt haben ? Tradition hatten wir in Mannschaften die reineweg mit heimischen , sprich deutschen und deutschsprachigen Spielern aufliefen. Heute regiert doch überwiegend die Söldnermentalität. Wer hatte denn in den Anfängen der Buli einen Berater ? Kaum jemand. Wie SebN es treffend formulierte : mehr Mut , raus auf die andere Rheinseite !! Neues Stadion mit Hotel und evtl. Freizeiteinrichtung . Bayern und Gladbach haben es doch vorgemacht.

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  8. Gerd1948 sagte:

    Der FC muss endlich für was stehen in der Zukunft, nicht nur in der taktischen Ausrichtung. Dafür ist aber der Zug an einem Strang unabdingbar. Keine Person darf wichtiger sein als die Vorgabe, für was der Verein stehen soll. Der Vorstand, die Gremien, der Ausschuss sollen dahingehend liefern, keine Grabenkämpfe mehr, keine Uneinigkeit. Kontroverse Sichtweisen ja, Uneinigkeit im Ergebnis NEIN. Wir befinden uns sehr sehr nahe am Scheideweg, was die Welten betrifft.

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  9. Marcel sagte:

    Da ist sie wieder die Diskussion. Investor(en) ja oder nein?!?!
    Zuerst eine nötige Diskussion wie ich finde. Das Thema muss gelebt werden.
    Ich persönlich halte es erstmal grundlegend für falsch sich komplett gegen Investoren zu stellen. Natürlich, es gibt durchaus Beispiele von Vereinen denen ein Investoreneinstieg nicht den gewünschten positiven Effekt gebracht hat. Aber, schauen wir uns doch mal die Abschlusstabelle der vergangenen Saison an. Dann kann man schnell feststellen, dass unter den ersten 5 kein Verein platziert ist, welcher „investorenfrei“ ist. Unter den ersten 10 (und hier möchte der FC ja hin) findet man gerade einmal 3 Vereine, die sich bisher gegen Investoren entschieden haben. Das sind Gladbach, Union Berlin und Freiburg. Von diesen drei Vereinen hat es bisher nur Gladbach geschafft sich regelmäßig unter den ersten 10 zu platzieren. Noch interessanter ist die Tatsache, dass in der abgelaufenen Saison gerade einmal 5 investorenfreie Vereine unter den ersten 15 gelandet sind. Das sagt aus, dass es kurz bis mittelfristig ohne Investoren kaum möglich sein wird sich unter den ersten 10 zu etablieren. Sicherlich, Gladbach konnte in diesem Bereich vorstoßen. Aber dort herrscht Kontinuität auf den entscheidenden Positionen. Es sind viele richtige Entscheidungen in den letzten Jahren getroffen worden. Und sie besitzen ein schickes Vereinsgelände mit einem im Vereinsbesitz befindlichen Stadion. Alles Dinge, die auf den FC nicht zutreffen! Worauf ich hinaus will, statistisch heißt es also, man hat eine 10%ige Chance sich dauerhaft unter den Top 10 zu etablieren wenn man auf Investoren verzichtete. Und dann auch nur, wenn alles „rund“ läuft. Ich würde mich freuen, wenn der FC seine Ziele ohne Investoren erreichen sollte. Aber wirklich daran glauben oder es mir vorstellen kann ich nicht.

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      • Marcel sagte:

        Die Bayern haben insgesamt 25% der Anteile ihrer AG an drei Investoren veräußert. Adidas, Allianz und Audi. Jeweils zu 8,33%. Übrigens sind die Bayern damit ein herausragendes Beispiel dafür, was solche Investitionen bewirken können. Leider werden ja bei der Diskussion, Investoren ja oder nein, grundsätzlich nur die negativen Beispiele dargelegt. Ich für meinen Teil glaube nicht, dass sie ohne Anteilsverkäufe Titel in Serie geholt hätten.
        Aber um nochmal zum eigentlichen Kern meiner Aussage zurück zu kommen, laut Abschlusstabelle der vergangenen Saison befanden sich drei Vereine unter den ersten 10 die keine Anteile verkauft haben. Davon wiederum nur eine die sich dauerhaft in diesem Bereich etabliert hat. Die Wahrscheinlichkeit ist also äußerst gering ohne Investoren in die obere Hälfte der Tabelle vorzurücken.

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        • Gerd1948 sagte:

          Ich sehe Adidas, Telekom und Audi weiter nicht als Investor, denn ein Investor gibt aus der eigenen Schatulle und kauft nicht Teile des Klubs. Natürlich sind wir uns einig, dass die Chance ohne jegliche Anteilsverkäufe verschwindend gering ist unter die ersten 10 oder gar 9 zu kommen. Der FC muss aber erst mal seinen eigenen Wert steigern denn richtig ist, was Neukölln sagt, dass eben jener sich immer noch lediglich in zweistelliger Millionenhöhe bewegt. Sollte man nämlich zu dem Schluss gelangen , dass es eben doch Umstände auf dem 7-Jahres Weg gegeben hat ,die zum Umdenken zwingen, dann sollte der FC bis dahin wenigstens in seinem Marktwert sich weiter entwickelt haben.

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  10. Hans Wurst sagte:

    Was würde passieren, wenn Jeff Bezos sein Herz für den FC entdecken und ein unmoralische Angebot unterbreiten würde: 1 Mrd. und der Laden gehört mir (in Berlin wurden hochgerechnet nur 750 Mio. geboten, aber weit entfernt ist das ja nicht)?

    Und glaubt jemand, dass Hr. Bezos keinen Erfolg für den Verein anstreben, sondern sein Investment abschreiben würde? Aber möglicherweise steckt er sein Geld auch lieber in die Viktoria oder die Fortuna? Fragt in Leipzig mal nach Chemie oder Lok. Die ärgern sich vermutlich heute noch schwarz über RB.

    Oder wollen die Mitglieder lieber alle paar Jahre einen vom Mitgliederrat vorgeschlagenen Vorstand wählen, über den man hier meist nichts Gutes liest? Denn das ist die Alternative.

    Der richtige Weg wäre natürlich, den DFB zu zwingen, seine Vereine gleich zu behandeln und die Gelder platzunabhängig zu verteilen. Dazu noch ein Vorkaufsrecht vom letzten zum ersten Tabellenplatz und es wäre gleichzeitig die langweilige Bundesliga vom Dauermeister Bayern befreit. Das jedoch würde eine vollständige Kommerzialisierung der Liga bedeuten, mit gekauften Startplätzen etc.

    Und Kommerz will ja wirklich niemand, oder?

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    • FC Neukoelln sagte:

      Jeff Bezos ist ne fiese Möpp. Zahlt quasi keine Steuern, was zutiefst antidemokratisch ist. Zählt zu den ganz grossen Pandemiegewinnern und könnte mit einem Bruchteil seines Vermögens mit einem Schlag die Pandemie beenden, indem er den noch ausstehenden 6Mrd Menschen ihre Dosis spendiert. Was zudem die Ausbildung weiterer, mitunter viel gefährlicherer Varianten sofort und im Keim ersticken würe. Macht er aber nicht.
      Stattdessen spielt er lieber Major Tom, schaut entfremdet auf die da unten herab und macht freundlich Winkewinke aus dem Cockpit. In einer Petition haben sich 185.000 Menschen dafür ausgesprochen, er solle doch bitte nie wieder auf die Erde zurückkehren. Eine wichtige Erkenntnis daraus: es gibt immerhin 185.000 Vernünftige unter 8 Milliarden :-)

      Wer weiterhin bei amazon einkauft schläft heimlich in RB Leipzig-Bettwäsche.

      moderated

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