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Stadtmeister-Titel ist Nebensache: Baumgart testet zweite Garde


Der 1. FC Köln nimmt am Freitag an der Premiere des PSD-Bank Cups teil. Das Stadt-Turnier soll künftig jährlich zwischen den Geißböcken, Fortuna Köln und dem diesjährigen Ausrichter, Viktoria Köln, stattfinden. Unter dem Dach eines guten Zwecks geht es für die Mannschaft von Steffen Baumgart vor allem um die sportliche Weiterentwicklung. Der inoffizielle Titel des Stadtmeisters ist Nebensache.

Köln – Der Rahmen ist gesetzt. Am Freitag um 15 Uhr bestreiten U9- bis U11-Teams der drei Klubs ein Vorturnier, ehe es um 17 Uhr für die Profis der drei Klubs zur Sache geht. Um 17 Uhr empfängt die Viktoria die Fortuna. Um 18 Uhr geht es weiter mit der Fortuna gegen den FC. Um 19 treffen die Geißböcke schließlich auf Gastgeber Viktoria. Dreimal 45 Minuten zwischen Bundesliga, Dritter Liga und Regionalliga – über 4000 Fans haben sich bereits angekündigt im Sportpark Höhenberg.

Spielplan für den FC wie ein Testspiel

Dass sämtliche Erlöse der Veranstaltung der Obdachlosenhilfe zugute kommen, war den Verantwortlichen bei der Idee des Turniers wichtig. Dass darüber hinaus nun mindestens in den nächsten drei Jahren der inoffizielle Titel des Stadtmeisters ausgetragen wird, soll ein zusätzlicher Anreiz für Fans und Vereine gleichermaßen sein. Dafür wurde das Turnier zwar eher im kleinen Rahmen angekündigt und kommuniziert. Gerade für die Anhänger innerhalb der Stadt soll das Event jedoch zu einem Anziehungspunkt im Laufe einer Saison werden.

Für Steffen Baumgart hingegen ist es die Möglichkeit, seine Spieler in der sportlichen Entwicklung weiterzubringen. Der FC-Trainer ist zwar eigentlich ein Freund einfacher und klarer Testspiele und keiner verschachtelten, aufgeteilten Turniere, doch weil die Geißböcke zumindest zweimal 45 Minuten direkt hintereinander spielen – erst gegen die Fortuna, dann gegen die Viktoria, wird es sich für den FC-Coach und sein Team zumindest halbwegs wie ein Spiel über 90 Minuten anfühlen.

Personelle Fluktuation

Mit welcher Formation Baumgart den FC aufs Feld schicken wird und ob er an seinem 4-4-2 mit Raute festhalten wird, ist aufgrund der personellen Fluktuation während der Länderspielpause offen. Sicher ist: Der FC-Trainer will vor allem Spielern wie Marvin Schwäbe, Timo Hübers, Luca Kilian, Salih Özcan, Jan Thielmann oder Kingsley Ehizibue zu Spielzeit verhelfen, um sie wieder näher an die erste Elf heranzuführen. Darüber hinaus werden diverse Youngster aus dem Nachwuchs zum Einsatz kommen.

Maximilian Schmid, Justin Diehl und Florian Dietz ergänzen Anthony Modeste, Mark Uth, Sebastian Andersson und Tim Lemperle in der Offensive, während unter anderem Ondrej Duda, Tomas Ostrak, Louis Schaub, Florian Kainz, Marvin Obuz und Philipp Wydra auf Reisen sind. Gleiches gilt für Dejan Ljubicic, Ellyes Skhiri, Noah Katterbach und Sava Cestic, weshalb Baumgart auch die Defensivsspieler Wincent Suchanek und Meiko Sponsel hochgezogen hat. Auch die bisherigen Stammspieler wie Jonas Hector, Rafael Czichos oder Modeste und Andersson werden auflaufen. Ob sie jedoch die gleiche Spielzeit erhalten werden wie Özcan und Co., wird sich erst am Freitagabend in Höhenberg zeigen.

6 Kommentare
  1. FC Neukoelln sagte:

    Off topic – anlässlich der gestrigen Eröffnung was zum Stadionneubau in Freiburg:

    „Er erinnerte an über zehn weitgehend zähe Jahre, an die Vorprüfung von 25 Standorten im Jahr 2013 und den gewonnenen Bürgerentscheid zwei Jahre später. Eine Abstimmungsniederlage damals hätte dem SC eine langfristige Zukunft im Profifußball verbaut, so sei nun die „Basis für die kommenden Jahrzehnte gelegt“, so Leki, der mit all seinen Mitstreitern noch die durch die Pandemie komplizierte und verlängerte Bauphase seit der Grundsteinlegung am 19. März 2019 zu überstehen hatte.“

    „Weitgehend zähe Jahre“ – das klingt im Vergleich zu Kölner Verhältnissen wie ein Witz. Ich gratuliere dem herausragend sympathischen SC Freiburg, bei die Basis für die kommenden Jahrzehnte nun gelegt ist. Wenn wir Glück haben dauert es bei uns nur noch ein paar Jahrzehnte, bis wir uns auf ein paar „Zähe Jahre“ Bauphase freuen dürfen.

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      • FC Neukoelln sagte:

        Den Ratsbeschluß gibts zum GBH-Ausbau, den man (noch) von der Stadion-Thematik abkoppeln muss, der aber natürlich genauso zukunftstweisend ist.

        Spannend finde ich die „Vorprüfung von 25 Standorten“. So geht Bundesliga! Man setzt sich ein Ziel und dafür ein zeitliches Limit. Lösungsansätze mit zu vielen Unwägbarkeiten oder jene, bei denen davon auszugehen ist, dass der Budget- oder Zeitplan nicht eingehalten werden kann scheiden aus. Dann entscheidet man sich für den attraktivsten unter den gangbaren Wegen und setzt alles an seine Realisierung.
        Das tolle daran: wer einen Matchplan hat und seine Hausaufgaben macht, der kommt erst gar nicht in die Situation, sich ständig und jahrelang über den Wankelmut politischer Entscheidungsträger ausheulen zu müssen.

        Platz 4 sowie neues, eigenes Stadion und Trainingsgelände in Freiburg.
        Und alle so: „Boaahh!“

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        • Anti Raute sagte:

          Viele vergessen leider immer zu erwähnen, dass Freiburg ein ganz anderes Umfeld hat, die ist niemand in der Nähe und macht dem Verein Konkurrenz. Das kann man nicht vergleichen mit dem Rheinland. Wäre Freiburg hier beheimatet, dann hätten sie diese Möglichkeiten auch nicht, denn es immer noch so, dass die Großen die Kleinen fressen. In Freiburg ist der SC der Große, hier im Rheinland wären sie der Kleine.

          Man kann sich natürlich etwas von Freiburg abschauen, aber für den FC ist nicht alles umsetzbar hier. Alleine schon die 25 Standorte, die gäbe es hier gar nicht. Dazu kommt natürlich auch noch die Tradition, die ist und vor allen Dingen wird in Köln gelebt, leider führt dies auch dazu, dass man manche Dinge nicht so einfach tun kann, wie der SC in seinem Breisgau.

          Der SC Freiburg hat einen sehr guten Ruf in Deutschland, das waren immer die kleinen, niedlichen Freiburger, die musste man einfach mögen. Diese Zeiten sind aber längst vorbei, der SC Freiburg gehört mit zu den 15 stärksten Vereinen in Deutschland. Das ist so ähnlich wie in Ostholland, dass waren immer die Fohlen aus den Siebzigern und sie werden es auch immer bleiben, obwohl beide Vereine heute damit nichts mehr gemein haben.

          Ich habe überhaupt nichts gegen den SC Freiburg, aber diese Art Heiligsprechung geht mir schon etwas auf den Zeiger.

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          • Boom77 sagte:

            Ich verstehe den Zusammenhang nicht, den du versuchst, da zu konstruieren? Was hat die angebliche „mangelnde Konkurrenz“ im Breisgau damit zu tun?

            Und welche „ Konkurrenz“ im Rheinland verhindert, dass der FC sich infrastrukturell neu und woanders aufstellt? Die zu Leverkusen und Gladbach? Warum hat Gladbach dann ein neues Stadion?

            Oder verhindern die große Fortuna und Viktoria, dass der FC sich irgendwo ein neues Trainingsgelände baut?

          • FC Neukoelln sagte:

            Missverständnis. Es geht hier gar nicht speziell um Freiburg und somit auch nicht um seine Heiligsprechung. Es geht vielmehr um den Vorgang, dass ein Bundesligverein XYZ vor gerade einmal 8 Jahren die Vorprüfung zu mehreren Standorten erst durchlief und gestern sein neues Stadion mitsamt Trainingsgelände einweihte, während man hier zeitgleich „aus Gründen der Tradition“ lieber auf jedwedes Fortkommen verzichtete und sich – und das ist daran das Unerträglichste – dafür jahrein, jahraus auch noch bemitleidet.
            Sollte es tatsächlich so kommen und im Rahmen der nächsten politischen/gerichtlichen Instanz im Frühjahr immer noch kein Verzug gemeldet werden können, so hoffe ich inständig, dass ein Plan B dann nicht erst angeschoben, sondern fertig ausgearbeitet aus der Schublade gezogen wird. Wenn auch nicht 25, aber 2-3 Optionen sollte es doch bestimmt geben. Alles andere wäre nämlich so unverantwortlich wie amateurhaft.

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