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Trotz bester Saisonleistung: U19 unterliegt dem BVB


Am Samstagvormittag war die Mannschaft der Stunde in der A-Junioren-Bundesliga West zu Gast am Geißbockheim: Die U19 des 1.FC Köln empfing den Tabellenführer von Borussia Dortmund auf heimischen Rasen. Nach einer starken Leistung, zahlreich vergebenen Chancen und zwei strittigen Elfmeter-Situationen musste sich die Mannschaft von Trainer Ruthenbeck am Ende unglücklich mit 0:1 (0:0) geschlagen geben.

Aus dem Fritz-Kremer-Stadion berichtet Lars Tetzlaff

Ein 5:1-Sieg in der Youth-League bei Ajax Amsterdam, ein 4:0-Sieg im Spitzenspiel der A-Junioren-Bundesliga gegen Schalke 04: Der Gast aus Dortmund reiste mit breiter Brust nach Köln. Auf die U19 des 1. FC Köln wartete also ein harter Brocken – zumal das Team nicht nur den verletzungsbedingten Ausfall von Kapitän Simon Breuer (Bänderriss) verkraften musste, sondern auch, weil mit Justin Diehl (Kapselverletzung) und Damion Downs zwei weitere Stürmer ausfielen.

Chancen des Spiels

Trotz personeller und taktischer Umstellungen bestimmten die Geißböcke überraschend das Spiel und kamen besonders im ersten Durchgang zu etlichen Chancen, die jedoch allesamt ungenutzt bleiben sollten. Bereits in der 7. Minute zog der auffällige Vladimir Fratea von der rechten Angriffsseite nach innen und verpasste das BVB-Gehäuse mit einem Rechtsschuss nur knapp. Drei Minute später setzte sich Kapitän Philipp Wydra stark im Mittelfeld durch, bediente Winzent Suchanek, dessen scharfe Hereingabe Mittelstürmer Maxi Schmid nur knapp verpasste. In der 16. Minute war es wieder Schmid, der aus spitzem Winkel am Dortmunder Keeper scheiterte.

Und wieder nur drei Minuten später hatte der Großteil der ca. 400 Zuschauer schon den Torjubel auf den Lippen: Suchanek, heute als Linksaußen im Einsatz, schüttelte im Mittelfeld seinen Gegenspieler ab, zog aus 20 Metern ab und traf nur die Latte.  Bis zur Halbzeit verpassten Schmid und Wydra weitere Einschussmöglichkeiten. Und der BVB? Die Dortmunder kamen erst in der letzten Szene vor der Pause zur ersten Gelegenheit, die Keeper Jonas Urbig mit einer starken Parade nach einem Freistoß vereitelte. Die größte Gelegenheit zur Führung für den FC nach der Halbzeit ließ dann ausgerechnet Edeltechniker Wydra liegen (65.): Nach einem Diagonalball auf Suchanek konnte dieser unbedrängt in die Box flanken, wo der Österreicher vollkommen freistehend an den Ball kam, es aber nicht schaffte, das Kunstleder zu kontrollieren und einzunetzen.

Tor des Tages

Ärgerlich! Der FC war über weite Strecken des Spiels die bessere Mannschaft, belohnte sich jedoch nicht und musste in der 78. Minute das umstrittene 0:1 hinnehmen. Ein langer Ball segelte in den Strafraum, Torwart Urbig war zur Stelle, die Szene schien geklärt. Die Kölner Verteidigung war im Gewühl jedoch nicht konsequent genug und der Dortmunder Mittelstürmer Bradley Fink ging nach einem Zweikampf mit FC-Verteidiger Pierre Nadjombe zu Boden. Der Unparteiische zögerte zunächst, entschied dann aber trotz heftiger Proteste der Hausherren auf Strafstoß. Der gefoulte Fink verwandelte mit einem Flachschuss in die linke Torwartecke sicher zum Tor des Tages und bescherte dem BVB den schmeichelhaften Sieg.

Aufreger des Spiels

Keine Frage: Den Elfmeter für die Schwarz-Gelben konnte man geben. Allerdings hätte das nicht immer souverän wirkende Schiedsrichtergespann bereits im ersten Durchgang auf Strafstoß für den FC entscheiden können, ja müssen: Wydra zog in der 35. Minute auf der rechten Seite in den Strafraum und flankte scharf ins Zentrum. Ein Dortmunder Abwehrspieler fuhr beim Abwehrversuch den Arm aus und entschärfte den Ball deutlich sichtbar mit der Hand. Der Pfiff blieb indes aus. Die vermeintliche Führung für den 1. FC Köln wäre zu diesem Zeitpunkt hochverdient gewesen und hätte dem Match einen ganz anderen Verlauf geben können.

Das sagte Stefan Ruthenbeck

Unmittelbar nach Spielende äußerte sich Trainer Stefan Ruthenbeck im Gespräch mit dem GEISSBLOG zur Leistung seiner Mannschaft: „Auch aufgrund der verletzungsbedingten Ausfälle haben wir uns in der Trainingswoche etwas überlegt und hatten heute viele kleinere Jungs auf dem Platz, die echte Zocker sind. Gerade in der ersten Halbzeit ist von der Idee sehr viel aufgegangen, so dass wir vielleicht das beste Saisonspiel abgeliefert haben. Das war richtig gut. In der zweiten Halbzeit war das Spiel dann ausgeglichener, wobei ich nie das Gefühl hatte, dass wir die Spielkontrolle verloren haben. Im Vergleich zu den Leistungen vor ein oder zwei Monaten war schon ein deutlicher Entwicklungsschritt erkennbar. Wie wir gegen eine Mannschaft aufgetreten sind, die zuletzt in Europa und in der Bundesliga alles weggehauen hat, das war schon super. Dennoch müssen wir weiter an den Details arbeiten. Aber: Wir sind auf einem sehr guten Weg.“

Zum nicht gegebenen Elfmeter sagte Ruthenbeck: „Eigentlich bin ich froh, wenn im Jugendbereich die Handspielregelung beim Elfmeter nicht so ausgelegt wird wie bei den Profis. Aber ich habe die Szene gerade im Video gesehen: Das war schon ein klares Ding!“

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