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Skhiris Rückkehr wird für den FC zum Luxusproblem


Ellyes Skhiri ist beim 1. FC Köln zurück auf dem Platz. Der Tunesier wurde am Sonntag in Mainz erstmals nach seiner Knieverletzung wieder eingewechselt. Derweil hat sich Salih Özcan mit immer besseren Leistungen in den Vordergrund gespielt. Für Trainer Steffen Baumgart wird die Rückkehr des 26-jährigen demnach zum Luxusproblem – und zu einer taktischen Frage. 

Köln – Es wirkte wie die Belohnung seiner starken Leistungen der letzten Wochen: Gegen den 1. FSV Mainz 05 feierte Salih Özcan in seinem 74. Bundesliga-Spiel seinen ersten Treffer im FC-Dress. Nicht zum ersten Mal in den letzten Wochen gehörte der Mittelfeldspieler auch in Mainz zu den präsentesten Spielern auf dem Platz – und das nicht nur aufgrund seines Kopfballtores in der 47. Minute.

Sein Entwicklung war sehr positiv

„Er hat wieder mal alles reingeworfen. Mit seiner Zweikampfstärke hat er ein gutes Spiel gemacht“, lobte auch Sportchef Jörg Jakobs nach der Partie die Leistung des Kölner Eigengewächs. Auch Thomas Kessler freute sich für seinen ehemaligen Mitspieler: „Er hat in den vergangenen Wochen gezeigt, warum wir uns dazu entschlossen haben, den Weg mit ihm im Sommer weiterzugehen. Zwischendrin hatte er auch keine leichte Phase. Der Trainer stand aber immer mit Salih in Kontakt und hat ihm mitgeteilt, was er von ihm erwartet. Seine Entwicklung in den vergangenen Wochen war sehr positiv.“

Seit der Verletzung von Skhiri in der vorletzten Länderspielpause hat Özcan als einziger Spieler inklusive DFB-Pokal keine einzige Minute auf dem Platz verpasst. Beim 0:5 in Hoffenheim als alleiniger Sechser noch mit großen Problemen, spielte Özcan fortan meist gemeinsam mit Dejan Ljubicic in der Mittelfeldzentrale. Lediglich gegen Bayer 04 Leverkusen kam der gebürtige Kölner auf der halbrechten Achterposition zum Einsatz. Mit dem Österreicher an seiner Seite machte Özcan seine stärksten Spiele. „Es ist grundsätzlich eine Herausforderung für einen Spieler, alleine auf der Sechs zu spielen“, wollte Jörg Jakobs die positionsbezogenen Schwierigkeiten nicht nur alleine auf Özcan beziehen. „Es wird nicht nur Salih so gehen, dass er sich mit einer Doppel-Sechs wohler fühlt. Das ist eine Entwicklung, die er nehmen muss. Irgendwann ist er vielleicht in der Lage, alleine auf der Sechs zu spielen. Momentan tut es ihm gut, wenn noch jemand neben ihm spielt.“ Darauf angesprochen stimmte auch Özcan selbst in den Tenor des Sportdirektor mit ein und sagte: „Es gibt mehr Sicherheit im Team, wenn man mit zwei Sechsern spielt. Die Räume werden für die Gegner dann auch enger.“

Gegen Gladbach weiter mit Doppelsechs?

Alleine auf der Sechs kann beim 1. FC Köln nur Ellyes Skhiri spielen, weshalb Baumgart zuletzt von einem 4-4-2 mit Raute auf ein 4-2-3-1 mit Doppel-Sechs umstellte. Gegen Borussia Mönchengladbach am kommenden Samstag könnte sich das aber wieder verändern. Durch Skhiris Rückkehr erhöhen sich für Steffen Baumgart die Optionen. Vor seiner Verletzung war Skhiri beim FC gesetzt und ist in Topform für die Kölner kaum zu ersetzen. Gegen Mainz wurde der Tunesier in der 68. Minute für Mark Uth eingewechselt, Ljubicic rückte in Folge eine Position weiter nach vorne. Ob Baumgart auch gegen Gladbach trotz der Skhiri-Rückkehr weiter auf die Doppel-Sechs setzt?

Mit Özcan, Ljubicic und Skhiri in der Startelf müsste ein offensiverer Spieler aus der Startelf weichen. Wie genau sich Baumgart für das Derby also personell entscheiden wird, werden erst die Eindrücke der Trainingswoche zeigen. Schwer vorstellbar jedoch, dass der Trainer Özcan nach seinen starken Leistungen zuletzt nun wieder aus der Startelf nehmen wird. Inzwischen befindet sich Salih Özcan mit seinen 23 Jahren sogar unter den Top 100 FC-Rekordspielern. Mit einem weiteren Einsatz gegen Gladbach würde der Mittelfeldspieler weitere drei Plätze gut machen. Ob mit oder ohne Ellyes Skhiri an seiner Seite.

16 Kommentare
  1. Steffen Weber sagte:

    Özcan ist ein zu hoher Risikofaktor. Häufig geht es zu schnell für ihn im Spiel. Die fehlende Handlungsschnelligkeit ist ein großer Risikofaktor, wie gegen Mainz wieder gut zu sehen war. Er verliert in 2 Situation den Ball, weil er denkt, er habe Zeit. Das Problem dabei ist, daß ein Ballverlust in der Situation bedeutet, daß der Gegner direkt auf die Abwehr zu läuft. Das ist gegen BMG der Untergang, die werden das eiskalt ausnutzen. Als Zweikämpfer ist Özcan absolut bundesligatauglich, aber Fußball besteht ja nicht nur aus Zweikampf.

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  2. Norbert Furmanek sagte:

    Ich spreche mal mit Baumgarts Stimme : Niemand (bis auf 4 Leute ) hat eine Stammplatzgarantie. Für mich gibt es keine ,,bestimmte“ Elf . Niemand kann sich sicher sein nach einem guten Spiel auch im nächsten aufzulaufen . Folglich dürfte auch Özcan nicht Platzhalter für Skhiri sein ; denn der gehört zu den Unantastbaren . Entweder Baumgart hat eine defensivere Ausrichtung gegen Gladbach dann ist er drin —– bei einer offensiveren Ausrichtung draußen ! So wie Steffen hier treffend schreibt , Özcan fehlt Handlungsschnelligkeit.

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  3. ChongTesafilm sagte:

    Özcan hat die Sache grundsätzlich gut gemacht und auch besser als ich es erwartet hatte nach Elyes‘ Ausfall, doch ist seine Schwäche ganz klar auszumachen. Mit Ball strahlt er nicht annähernd die Sicherheit aus, die ein Skhiri und auch (in vielen Ansätzen) ein Ljubicic schon mitbringt. Ich sehe ihn doch jetzt schon wieder einen Ball vom Torwart kommend, am 16er verstolpern und das folgende Gegentor, oder noch besser, einen Elfer und gelb für Salih, kommen…

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    • andi sagte:

      Ich bin der Meinung, dass Özcan auch nicht wesentlich mehr Fehler macht als andere. Er hat Skhiri in Sachen Einsatz sehr gut ersetzt. Auch bin ich der Meinung das seine Wucht im Zweikampf gg. die anderen am Samstag sehr gut zu gebrauchen ist. Der Trainer wird die in seinen Augen richtige Entscheidung treffen.

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  4. Jonny Espunkt sagte:

    Mir hat Özcan zuletzt gut gefallen. Ein richtiger Wühler und Zweikämpfer, offensiv leider nicht so gefährlich, auch wenn er jetzt ein Tor gemacht hat. Skhiri und Özcan lassen sich nicht vergleichen und es gibt für beide gewisse Szenarien in denen sie sehr gut aussehen. Ich bin froh das Özcan überhaupt mal gute Leistung zeigt, da war ich letztes Jahr schon sehr enttäuscht.

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    • Gerd1948 sagte:

      Wieder völlig richtig Jonny. DAS sind zwei völlig unterschiedliche Spielertypen, die eher nebeneinander sich ergänzen könnten. Es wird keine Entscheidung gegen einen Spieler geben gegen Gladbach sondern eine Entscheidung für eine Taktik. Kainz wird auch eher nicht nicht spielen, denn er ist eminent wichtig als Allrounder mit gefährlichen Standards. Da ich Skhiri in der Start erwarte glaube ich fast, dass Ljubicic mal von der Bank kommt.

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  5. Hennes48 sagte:

    Was im Hinblick auf Samstag gegen die Tulpengeneräle eindeutig für Özcan spricht, ist sein kampfbetontes Spiel. Ich glaube, es kann sehr hilfreich sein,wenn der FC ein kompaktes und körperlich präsentes Mittelfeld aufbietet. Ich präferiere deshalb dafür Skhiri,Özcan und Lubicic aufzustellen! Come on FC…

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  6. Daim71 sagte:

    Ich denke das Skhiri wieder von der Bank kommt, der Junge hat 6 Wochen pausiert.
    Solange Skhiri nicht 100 % Top Fit ist, wird er diese 6 Position nicht alleine bekleiden.

    Ich würde auf der 6 mit Özcan und Skhirir spielen und Dejan nach rechts außen ziehen.

    Modeste (Anderson)

    Kainz Duda (Uth) Dejan (Thielmann)

    Özcan Skhiri

    Hektor Czichos Kilian Schmits

    Schwäbe

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  7. Guido Remberg sagte:

    Hallo,
    sehe ich genauso wie Chong, Andi, Jonny, Hennes und Daim.
    Özcan würde ich auf jeden Fall in der Startelf lassen.
    Er hat immerhin 3x gegen Gladbach gespielt und alle 3 Spiele mit ihm, wurden gewonnen.
    Ich glaube nicht, dass es Zufall ist.
    Außerdem hat er in meinen Augen in den letzten Wochen gut gespielt.
    Sein Tor im letzten Spiel, wird ihn noch zusätzlich Ansporn geben.
    Grüße Guido

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  8. Gerd1948 sagte:

    Es wird hoffentlich alles anders sein. In den letzten Jahren hatte ich öfters den Eindruck, dass man vor dem Gegner erstarrt oder ehrfürchtig abwartet was passiert. Baumgarts Grundidee jederzeit initiativ wollen zu sein ist ein völlig neuer guter mutiger Ansatz, dem es geschuldet ist, dass man sich wieder hoffnungsfroh auf den Weg ins Stadion oder vor den Fernsehen setzt.

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