Steffen Baumgart mit seinem Team. (Foto: Bucco)

Steffen Baumgart mit seinem Team. (Foto: Bucco)

Die Gewinner und Verlierer der Hinrunde unter Baumgart

Vom Beinahe-Absteiger hin zu Platz acht und 25 Punkten und 17 Spieltagen – der 1. FC Köln hat unter Steffen Baumgart in eindrucksvoller Manier die sportliche Wende geschafft. Diese gilt es nun zwar erst einmal in der Rückrunde zu bestätigen. Doch die Geißböcke haben viele überrascht, auch einige Spieler. Doch es gibt nicht nur Gewinner.

Köln – In der Branche galt Steffen Baumgart schon vor seiner Ankunft beim FC als „Bessermacher“. Sein erstes Halbjahr am Geißbockheim bestätigt diese Annahme. Der FC-Trainer hat nicht nur den Großteil seiner Profis, sondern auch den ganzen Klub und das Umfeld wachgeküsst. Der GEISSBLOG stellt die Gewinner und Verlierer der Hinrunde vor.

Gewinner

Anthony Modeste: Es ist die Geschichte einer Auferstehung. Vor der Saison von vielen Experten und Kritikern abgeschrieben, erlebt der französische Torjäger gerade seinen zweiten Frühling. Sage und schreibe elf Mal traf er in der Hinrunde, mit seinen acht Kopfballtoren ist Modeste europaweit der gefährlichste Angreifer bei Flanken. Großen Anteil daran hat bekanntlich auch Steffen Baumgart, der mit dem Stürmer vor der Saison einen Deal einging. Der Franzose trainierte harte und brachte seinen Körper wieder in Form. Baumgart sorgte dafür, dass der 33-jährige die nötigen Vorlagen bekam. Modeste zahlte wie zu seinen besten Zeiten mit Toren zurück. Oder erleben wir gerade erst den besten Modeste aller Zeiten?

Benno Schmitz: Kaum ein anderer Spieler in der gesamten Liga hat so eine 180-Grad-Wende vollzogen wie Benno Schmitz. Ähnlich wie Modeste schon in der Vorbereitung von Baumgart gestärkt und dauerhaft eingesetzt, wurde er beim FC vom Belächelten zum Publikumsliebling. Dem gebürtigen Münchner wurde lange die Bundesliga-Qualität abgesprochen, selbst Interims-Sportchef Jörg Jakobs sprach im GEISSBLOG-Interview davon, nun Fähigkeiten zu sehen, die Schmitz zuvor nicht ansatzweise gezeigt hatte. Mittlerweile ist der „Kölsche Cafu“ einer der konstantesten Bundesliga-Außenverteidiger. Schon vier Tore hat er direkt vorbereitet, Schmitz ist eine der Entdeckungen der Saison.

Kingsley Schindler: Der gebürtige Hamburger ist der Spätzünder der Hinrunde und ein Paradebeispiel für Baumgarts Vertrauen in jeden einzelnen FC-Spieler. In der letzten Saison wurde er nicht mehr gebraucht und zu Hannover 96 ausgeliehen, wo er selbst in der Zweiten Liga kein Bein auf den Boden bekam. Baumgart ging offen mit dem „King“ um und führte ihn erst als Außenverteidiger und später als Rechtsaußen wieder heran. Obwohl Schindler insgesamt nur knapp 170 Spielminuten auf dem Feld stand, sorgte er als Joker zum Ende der Hinrunde für Impulse, insbesondere mit seinen Flanken. Gegen Gladbach machte er das 3:1 von Duda möglich. In den letzten beiden Spielen vor der Winterpause krönte er seine Entwicklung mit drei direkten Torvorlagen und machte so die beiden späten Siege gegen Wolfsburg und Stuttgart erst möglich.

Salih Özcan: Vor der Saison war der gebürtige Ehrenfelder schon fast weg, sein Vertrag lief aus und er stand kurz vor einem Wechsel. Dann kam Baumgart und überzeugte das FC-Eigengewächs, den Weg in Köln mitzugehen und seinen Vertrag zu verlängern. Wie sich ein halbes Jahr später zeigt, eine sehr gute Entscheidung für beide Parteien. Anfangs noch mit großen Problemen, profitierte Özcan von der Verletzung von Ellyes Shkiri. Was folgte, waren regelmäßige Startelf-Einsätze für Özcan und eine damit einhergehende persönliche Entwicklung. Özcan war immer häufiger in der Lage, sein Potenzial abzurufen und nicht nur als Zweikämpfer, sondern als Antreiber im Mittelfeld voranzugehen. Bester Mann im Derby gegen Gladbach, dazu seine ersten beiden FC-Tore gegen Mainz und Bielefeld: Auf diesem zuletzt gezeigten Niveau kann Özcan ein Säule in der Mannschaft werden.

Louis Schaub: Auch die Zeit von Louis Schaub beim FC schien schon abgelaufen zu sein. Letztes Jahr nach Luzern in die Schweiz ausgeliehen und von Markus Gisdol und Horst Heldt als nicht Bundesliga-tauglich befunden, nutzte er seine Zeit in der Schweiz, um sich neues Selbstvertrauen zu erspielen. Was trotzdem fehlte und auch Steffen Baumgart anfangs offen zugab: Laufbereitschaft, Schnelligkeit und die Arbeit gegen den Ball. Erst über die Rolle des Jokers gewöhnte sich Schaub an die neue Spielweise. Der österreichische Nationalspieler brauchte – ähnlich wie Schindler und Özcan – Zeit. So wurde er in der Bundesliga mit zwei Startelf-Einsätzen vor Weihnachten belohnt.

Verlierer

Noah Katterbach: Das FC-Talent ist fraglos der größten Verlierer der bisherigen Ära Baumgart. Kam Katterbach zwar mit Markus Gisdol nicht zurecht, gehörte er in dieser Zeit doch zumindest regelmäßig zum Kader. Nun wurde er dauerhaft in die Regionalliga-U21 versetzt und durfte nur in Hoffenheim für den kurzfristig ausgefallenen Hector nachreisen. Der Rest? Spielzeit in der vierten Liga und Training bei den Profis. Viel zu wenig für den einstigen Gewinner der Fritz-Walter-Medaille. Baumgart wünscht sich besonders mehr Körperlichkeit vom jungen Linksverteidiger. Doch aus dem Tief wird wohl nur eine Leihe führen – sofern Katterbach sich darauf einlässt.

Kingsley Ehizibue: Im Sommer schien Kingsley Ehizibue mit seiner Geschwindigkeit eine Waffe unter Baumgart werden zu können. Doch „Easy“ musste sich in der Rangordnung hinter Benno Schmitz einreihen. Inzwischen ist der 26-Jährige sogar nur noch die Nummer drei, nachdem ihm Schindler den Rang abgelaufen hat. Seit seinem letzten Startelf-Einsatz in Hoffenheim wurde er nur noch zweimal spät eingewechselt. Nachdem Ehizibue in der letzten Saison mehrheitlich zum Stammpersonal gezählt hatte, gilt er nun als möglicher Kandidat für einen Wintertransfer.

Jorge Mere: Der spielstarke Spanier und der FC – inzwischen ist es eine Art unendliche Geschichte. Immer wieder hatte Mere Phasen, in denen er regelmäßig spielte und seine Aufgaben ordentlich erledigte. Doch genauso häufig gab es einschneidende Spiele, die ihn komplett aus der Bahn warfen. Das 0:5 im Januar in Freiburg unter Gisdol wiederholte sich mit dem 0:5 in Hoffenheim unter Baumgart im Oktober. Seitdem kam der Innenverteidiger nur noch einmal in der Schlussphase zum Einsatz. Zwar lobte Baumgart den 24-Jährigen, der schon 96 Mal für die Geißböcke gespielt hat. Doch an Rafael Czichos, Luca Kilian und Timo Hübers kommt er aktuell nicht vorbei. Ob es im Winter einmal mehr Wechsel-Gerüchte geben wird?

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