Steffen Baumgart in Bielefeld. (Foto: IMAGO / Hufnagel)

Steffen Baumgart in Bielefeld. (Foto: IMAGO / Hufnagel)

Erfrischende Selbstkritik: Der FC verändert seinen Anspruch

Der 1. FC Köln zeigt beim 1:1 (1:0) in Bielefeld eine schwache Leistung und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, gegen die Arminia nicht genug für den Sieg investiert zu haben. In der Vergangenheit wurden solche Leistungen jedoch häufig von Spielern und Verantwortlichen schön geredet. Das war am Samstag nicht der Fall. Die Analyse nach dem Spiel war ein Zeichen des veränderten Anspruch beim FC.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Rafael Czichos formulierte es genau so: „Das ist nicht der Anspruch, den wir an uns haben.“ Salih Özcan sagte: „Wir müssen über unsere Leistung nachdenken.“ Jörg Jakobs sagte: „Es war das zweite schlechte Spiel der Saison. Das erste war Hoffenheim, heute Bielefeld.“ Und Steffen Baumgart ergänzte: „Wir hatten Bielefeld keine Lösungen entgegen zu setzen.“

Es war diese erfrischende Selbstkritik, die nach der Partie das 1:1 überlagerte. Keine Ausreden, kein Schönreden, kein wachsweiche Kritik. Spieler wie Verantwortliche machten deutlich, dass die Darbietung in Bielefeld auf allen Ebenen zu wenig, der Punkt glücklich und das Beste an den 90 Minuten das Ergebnis und die Auswirkungen auf die Tabelle war.

Beim FC hat sich das Denken verändert

Was haben wir in den letzten Jahren, insbesondere unter Markus Gisdol und Achim Beierlorzer, für Ausreden und Ausflüchte, Fehlinterpretationen oder Konter-Kritik an den Kritikern gehört, wenn der FC mal wieder schwache Leistungen auf den Rasen brachte? Jahrelang hatte man das Gefühl, dass sich die Geißböcke in ihr Schneckenhaus zurückzogen, sobald die eigene Leistung nicht stimmte und draußen der Wind frischer wurde.

Nun aber das krasse Gegenteil. Eine Wohltat, wie klar und deutlich alle Beteiligten das Spiel analysierten. Und damit deutlich machten: Die letzten Monate unter der neuen sportlichen Führung haben den FC verändert. Nicht nur den Fußball auf dem Platz, sondern das Denken, den Anspruch, die eigenen Erwartungen innerhalb des Klubs. Daher verdienen Spieler und Bosse das größte Lob für das 1:1 wegen ihrer erfrischenden Selbstkritik.

Sie wissen, dass sie es besser können

Denn sie zeigt: Dieser 1. FC Köln will mehr. Dieser 1. FC Köln gibt sich nicht mehr mit reinen Ergebnissen zufrieden. Dieser 1. FC Köln will Spiele gewinnen und dabei auch fußballerisch überzeugen. Mit einer klaren Spielweise, mit Einsatz und Härte, Laufbereitschaft und Zweikampfstärke, Ballbesitz und Passsicherheit. Von allem fehlte es in Bielefeld in den entscheidenden Momenten. Doch weil Profis wie Trainer gleichermaßen diese Mängel sofort eingestanden, ist schon jetzt die Hoffnung für das nächste Spiel geweckt: Sie wollen es wieder besser machen, weil sie wissen, dass sie es besser können.

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