Enttäuschung bei den Kölnern, Jubel beim FC Augsburg: Die Geißböcke haben ihr erstes Heimspiel verloren. (Foto: Bucco)

Enttäuschung bei den Kölnern, Jubel beim FC Augsburg: Die Geißböcke haben ihr erstes Heimspiel verloren. (Foto: Bucco)

FC wieder zu zaghaft: Eine Lehrstunde in Konsequenz

Der 1. FC Köln verliert erstmals in dieser Saison ein Heimspiel und muss sich einmal mehr den Vorwurf gefallen lassen, in der Offensive nicht die nötige Konsequenz an den Tag gelegt zu haben. Ganz anders der FC Augsburg, der in den entscheidenden Situationen zielstrebiger war als der zu zaghafte FC. Es waren zwei der unangenehmsten Gegenspieler der Liga, die zeigten, was dem FC seit Jahren in vielen Situationen fehlt.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Die beiden Torschützen des FC Augsburg standen sinnbildlich für den Unterschied zwischen dem 1. FC Köln und dem FCA am Freitagabend. André Hahn und Niklas Dorsch sind Prototypen giftiger, unangenehmer Spieler, mit denen der 1. FC Köln traditionell schlecht zurecht kommt – und die ihrerseits seit Jahren im Kölner Kader fast vollständig fehlen.

Egal, ob Hahn für Gladbach, den HSV oder Augsburg gespielt hat – gegen den FC war der aggressive Offensivmann immer auffällig, immer aktiv, immer gewillt, auch mal deutlich über die Grenze des Erlaubten hinaus zu gehen. Und vor allem war ihm der Wunsch immer anzusehen, gegen den FC zu treffen. Auch am Freitag, als er von allen Spielern die meisten Torschüsse abgab, Schwäbe einmal zu einer Glanzparade zwang und sich letztlich mit seinem Abstauber zum 0:1 belohnte.

Kölner Abschlüsse nicht gut genug

Dorsch zeigte derweil, warum der FCA sieben Millionen Euro im Sommer nach Gent überwies, um den zentralen Mittelfeldspieler zu holen. Der 23-Jährige war nicht nur der beste Zweikämpfer auf dem Rasen, der mit seiner kompromisslosen und galligen Art die meisten direkten Duelle aller Spieler für sich entschied. Er war auch, insbesondere in Hälfte zwei, der Taktgeber und Motor, wenn die Augsburger etwas nach vorne machten. Dem 0:1 ging sein Pass in die Tiefe voraus. Und sein 0:2 war eine Paarung aus fußballerischer Klasse sowie dem Mut und der Überzeugung, es auch aus dieser Position schaffen zu können, den Ball in den Winkel zu jagen.

Während Hahn alles gab, um den Abstauber reinzumachen und Dorsch sein Traumtor mit aller Macht erzwang, sah man auf Seiten des FC hingegen allzu häufig halbherzige Abschlüsse. Ondrej Duda mit einem abgeblockten Schlenzer, Benno Schmitz mit einem abgeblockten Schuss mit der Innenseite, Jan Thielmann mit einem überhasteten Abrutscher, Sebastian Andersson mit einem halbherzigen Schuss mit der Pike. Beim FC sahen die Torschüsse häufig genauso aus, wie Steffen Baumgart sie nicht sehen will: ohne die letzte Überzeugung, ohne die nötige Konzentration, eben ohne Konsequenz.

Auch eine Frage der Kaderplanung

Dieser Vorwurf zieht sich wie ein roter Faden durch die bisherige Saison. Baumgart will, muss und wird mit seinen Spielern weiter daran arbeiten. Doch auch Jörg Jakobs und Thomas Kessler werden sich diesem Thema annehmen müssen, und zwar in der Kaderplanung. Nicht, dass der FC jemals André Hahn verpflichten würde. Doch nicht nur die Gegentore an sich machten am Freitag den Unterschied. Was ihnen vorangegangen war und was den FC erneut aus dem Konzept gebracht hatte, waren gezielte Provokationen und Nickligkeiten durch die Augsburger. In dem Wissen, dass man als Gegner so den Fluss der Geißböcke durchbrechen kann. Auch das ist eine Frage des Kopfes und eine Frage der führenden Köpfe einer Mannschaft.

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