Anthony Modeste kommt für Sebastian Andersson ins Spiel. (Foto: IMAGO / Team 2)

Anthony Modeste kommt für Sebastian Andersson ins Spiel. (Foto: IMAGO / Team 2)

Stürmer-Frage: Baumgart wird für sein Risiko belohnt

Für Steffen Baumgart gab es gar keine andere Option. Sebastian Andersson war für den Trainer des 1. FC Köln der einzige Kandidat für die Startelf gegen Eintracht Frankfurt. Das erklärte der 50-Jährige nach dem 1:0-Sieg am Samstag. Doch Baumgart ist mit seiner Personalentscheidung ein Risiko eingegangen. Dass sich dieses auszahlte, könnte für den weiteren Saisonverlauf von großer Bedeutung werden. Ein Kommentar.

Es dürfte wohl unbestritten sein: Hätte Sebastian Andersson in den letzten Monaten häufiger eine solche Leistung gezeigt wie am Samstag gegen Frankfurt, wäre die Kritik an seiner Person deutlich geringer ausgefallen. Der 30-Jährige war laufstärker, aggressiver, besser ins Spiel eingebunden, erarbeitete sich zwei gute Torchancen und wirkte auch in seiner Körpersprache positiver als zuletzt.

Entsprechend lobten seine Teamkollegen und sein Trainer den Angreifer nach der Partie. Ob Baumgart (“sehr gute Zweikämpfe, hat sich für die Mannschaft aufgerieben, viel gearbeitet”), Modeste (“Seb hatte es verdient zu spielen, freue mich für ihn, hoffe, er trifft bald wieder, ist ein guter Junge”) oder Uth (“Seb hat ein sehr gutes Spiel gemacht, man kann schlechter wechseln”) – alle waren voll des Lobes für den Schweden.

Das Leistungsprinzip sprach gegen Andersson

Baumgart hatte im Nachhinein also die genau richtige Entscheidung getroffen. Andersson hatte die Frankfurter Abwehr genervt und derart bearbeitet, dass der frische und motivierte Modeste nach seiner Einwechslung in die müde werdende Viererkette stoßen und die Lücken zum Siegtor nutzen konnte. Ohne Risiko war die Nominierung des Mittelstürmers für die Startelf dennoch nicht gewesen.

Nach dem erneut schwachen Auftritt in Leipzig hatte das von Baumgart so wichtige Leistungsprinzip nicht für den Schweden gesprochen. Während Thielmann und Duda nach ihren schwachen Auftritten in Leipzig auf die Bank mussten, durfte Andersson erneut von Beginn an ran. Youngster Lemperle musste dagegen trotz Tor und guter Leistung in Leipzig erneut zuschauen. Hätte Andersson gegen Frankfurt nicht funktioniert, hätte Lemperle zurecht sauer sein dürfen. Auch in Richtung eigener Nachwuchs wäre dies dann ein schwieriges Zeichen gewesen.

Darum könnte das Erfolg so wichtig gewesen sein

Dass es dann aber gut ging und Andersson die gewünschte Reaktion auf dem Rasen zeigte, war in mehrerer Hinsicht wichtig für den FC: Baumgart bewies einmal mehr ein gutes Händchen bei der Nominierung seiner Mannschaft und seiner Joker. Modeste konnte seine Torquote trotz nur 30 Spielminuten bestätigen und mit neuem Schwung aus der Corona-Infektion kommen. Und Andersson, so kann man hoffen, hat neues Selbstvertrauen getankt, um für die restliche Rückrunde wieder bessere Leistungen zu zeigen und noch das eine oder andere Tor zu erzielen.

Alles dies könnte kurzfristig genau den Erfolg bringen, den sich der FC so wünscht. Modeste alleine kann die Kölner nicht oben halten, der Franzose braucht treffsichere Kollegen an seiner Seite. Andersson soll einer dieser Spieler sein. Einzig für Lemperle war es trotz allem ein schwerer Abend. Zwar konnte der 20-Jährige nach der Partie mit der Mannschaft feiern, eine bittere Pille musste das Talent trotzdem schlucken. Der Angreifer muss geduldig bleiben. Lehrjahre sind eben keine Herrenjahre – aber wenn er aus dieser Phase positiv hervorgeht, könnte er schon im Sommer mit einer besseren Rolle für die Zukunft belohnt werden.

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