Assistenztrainerin Mirella Junker. (Foto: Sylvia Eichinger)

Assistenztrainerin Mirella Junker. (Foto: Sylvia Eichinger)

Mirella Junker als Interimstrainerin: Ungewohnte Stille an der Seitenlinie

Es war ein ungewohntes Bild, das sich den Fans des 1. FC Köln am Sonntagnachmittag bot: An der Seitenlinie der Bundesliga-Frauen gegen Werder Bremen (1:1) übernahm Mirella Junker das Kommando. Sascha Glass, der lautstarke Charakterkopf der FC-Frauen, fehlte aus privaten Gründen. Ganz neu war die Rolle für Junker nicht, die sich dennoch erst wieder einfinden musste.

Eigentlich wollte Junker beim Aufwärmen wie immer schnellstmöglich auf den Rasen zu ihren Spielerinnen. Doch diesmal bekam sie ein Zeichen und musste erst vor die Kameras des übertragenden Internet-Senders abbiegen. Es war eine der Änderungen, an die sich die 31-Jährige erst noch gewöhnen musste an diesem Nachmittag.

Eigentlich steht Junker nicht so gerne im Fokus, überlässt das Rampenlicht lieber FC-Cheftrainer Sascha Glass. „Ich freue mich, wenn Sascha wieder zurück ist und mache gerne die Arbeit im Hintergrund“, sagte Junker am Tag nach der Partie dem GEISSBLOG.

Ständiger Kontakt zu Glass

Ganz neu war die Rolle als Interimstrainerin freilich nicht: Im Mai 2020 musste Junker bereits einmal einspringen. Seinerzeit fehlte Glass aufgrund einer Rotsperre beim Bundesliga-Spiel in Wolfsburg (0:4). Ganz auf sich allein gestellt war sie aber diesmal nicht. Der Kontakt zu Glass bestand auch während der Partie.

Mit ihrer ruhigen Art war Junker der genaue Gegenpol zu Glass, der die Spiele an der Seitenlinie stets emotional und lautstark begleitet und dabei immer wieder auch mit den Schiedsrichterinnen diskutiert. Diesmal ging es deutlich stiller auf der Kölner Bank zu. Anweisungen und Tipps gab Junker ihren Spielerinnen freilich auch. „Ich hatte etwas Sorge, ob man mich mit über 1.000 Zuschauern im Rücken überhaupt versteht“, sagte die eigentliche Assistenztrainerin. Etwas Anspannung sei anfangs dabei gewesen. „Aber ich habe von allen Seiten ein gutes Feedback erhalten.“

Junker kritisch mit der Leistung ihrer Mannschaft

Trotz aller Abstimmung mit Glass lag die schlussendliche Entscheidungsgewalt bei der ehemaligen Mittelfeldspielerin. Und was sie in den ersten 45 Minuten gesehen hatte, hatte ihr überhaupt nicht gefallen. Der Auftritt der FC-Frauen war viel zu pomadig. „Man hat gemerkt, dass wir davor drei Wochen kein Spiel hatten“, analysierte Junker. „Wir hatten zu wenig Aggressivität in den Zweikämpfen, haben unser Spiel nicht so mutig durchgezogen wie sonst, obwohl die ersten Minuten mit dem Blitztor ein perfekter Start waren.“

Offenbar fand Junker jedoch bei ihrer Halbzeitansprache die passenden Worte, denn in der zweiten Hälfte präsentierten sich die Kölnerinnen deutlich ansprechender, besaßen Chancen zum Siegtreffer. „Die zweite Hälfte war besser, aber immer noch nicht das, was wir uns eigentlich vorgenommen hatten.“

Wiedersehen mit Sand – Glass ist Gelb-belastet

Das nächste Spiel wird ein besonderes für Junker und ihren Chef Sascha Glass: Am 8. Mai geht es zu ihrem Ex-Verein SC Sand. Dann wird Glass wieder auf die Bank zurückkehren. Für Junker ist es aber durchaus möglich, beim Saisonfinale zuhause gegen Freiburg nochmals die Verantwortung an der Seitenlinie zu übernehmen: Sascha Glass ist nämlich nur noch eine Verwarnung von einer Gelbsperre entfernt.

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