Steffen Baumgart mit den Sommer-Neuzugängen. Es fehlt Luca Kilian. (Foto: Bucco)

Steffen Baumgart mit den Sommer-Neuzugängen. Es fehlt Luca Kilian. (Foto: Bucco)

Transferzeugnis: Fünf Achsenspieler, fünf Volltreffer

Fünf Spieler hat der 1. FC Köln im vergangenen Sommer verpflichtet. Dabei bildete das Quintett die neue Achse des FC und wusste dabei von sich zu überzeugen. Einzig bei den beiden Winter-Transfers gibt es noch Luft nach oben. Das GEISSBLOG-Transferzeugnis.

In den vergangenen Jahren hat der FC bei Transfers das ein oder andere Mal deutlich daneben gelegen. Sei es Tolu Arokodare, Birger Verstraete, Emmanuel Dennis oder Max Meyer: Allzu häufig konnten die geholten Spieler nicht die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. In der abgelaufenen Saison war dies jedoch anders. Von den fünf Sommer-Neuzugängen konnte praktisch jeder Spieler überzeugen. Einzig die beiden Winter-Transfers müssen sich zunächst noch beweisen.

Marvin Schwäbe

Der Keeper wurde im vergangenen Sommer ablösefrei vom dänischen Meister Bröndby IF verpflichtet. Dabei kam der 26-Jährige zunächst als klare Nummer zwei ans Geißbockheim. Schwäbe sollte den Konkurrenzkampf für Timo Horn erhöhen, sich aber zunächst hinter dem Eigengewächs einreihen. Einen offenen Wettstreit um die Nummer eins hatte Steffen Baumgart eigentlich erst für die bevorstehende Vorbereitung vorgesehen. Doch aufgrund der Verletzung von Horn im November 2021 bekam Schwäbe frühzeitig seine Chance – und wusste diese zu nutzen. Schnell etablierte sich der Schlussmann und überzeugte mit starken Paraden und sicherem Aufbauspiel. Nach Horns Genesung gab es für den gebürtigen Kölner praktisch kein Vorbeikommen mehr am beinahe fehlerlosen Schwäbe, der sich im Laufe der Saison zu einem der besten Torhüter der Bundesliga entwickelt hatte. Somit wird der Schlussmann auch in der kommenden Saison als Nummer eins zwischen den Pfosten stehen.

Transfernote: 1,0

Timo Hübers

Timo Hübers kehrte im vergangenen Sommer ablösefrei von Hannover 96 zurück ans Geißbockheim. Bereits in der Saison 2015/16 war der Innenverteidiger für den Nachwuchs des FC aufgelaufen. Angesichts zweier Kreuzbandrisse und damit einhergehender Knie-Operationen war zunächst ungewiss, wie leistungsfähig der 25-Jährige sein würde. Direkt am ersten Spieltag zog sich Hübers dann auch gleich eine unglückliche Verletzung zu, aufgrund derer er drei Spiele verpasste. Spätestens seit dem Abgang von Rafael Czichos spielte sich Hübers jedoch fest und wuchs mehr und mehr in die Rolle des Abwehrchefs hinein. Der Abwehrspieler überzeugte mit Ruhe und Sicherheit am Ball, klugem Stellungsspiel und Führungsqualitäten. In der Rückrunde verpasste Hübers daher auch nur ein Spiel aufgrund einer Corona-Infektion sowie einer Gelbsperre. Insgesamt kam der Hildesheimer wettbewerbsübergreifend auf 22 Spiele und ein Tor. Wenig überraschend daher, dass bereits Klubs aus der Premier League auf Hübers aufmerksam geworden sind. Doch der Innenverteidiger soll auch in der kommenden Saison eine der tragenden Säulen beim FC sein.

Transfernote: 2,0

Luca Kilian

Kilian wurde im vergangenen Sommer kurz vor Ende der Transferphase als letzter Neuzugang vom 1. FSV Mainz 05 ausgeliehen. Der Innenverteidiger gilt dabei als Ziehsohn von Steffen Baumgart, hatte der 22-Jährige schließlich unter dem Trainer beim SC Paderborn in der Bundesliga debütiert. Dabei entwickelte sich der gebürtige Dortmunder beim FC schnell zum Stammspieler und stand insgesamt 25-mal in der Startelf. Zwar spielte Kilian nicht immer fehlerfrei und gilt auch fußballerisch nicht als der filigranste Spieler. Dafür überzeugte die Leihgabe immer mit vollem Einsatz sowie körperlicher Robustheit und Schnelligkeit. Ausgerechnet gegen die Mainzer gelang Kilian im April schließlich auch sein erstes Bundesliga-Tor. Steffen Baumgart sieht in ihm derweil einen der talentiertesten deutschen Innenverteidiger seines Jahrgangs und setzte sich entsprechend dafür ein, dass die Kölner den Abwehrspieler für zwei Millionen Euro fest verpflichtet haben. Kilian hat dabei noch Luft nach oben, dafür mit seinen 22 Jahren aber auch noch reichlich Entwicklungszeit.

Transfernote: 3,0

Dejan Ljubicic

Als weitestgehend unbekannter Spieler wechselte Dejan Ljubicic vor der Saison ablösefrei von Rapid Wien nach Köln. In der Vorbereitung lief der Mittelfeldspieler dabei weitestgehend unter dem Radar und saß in der ersten DFB-Pokalrunde schließlich auch 120 Minuten lang auf der Bank. Am ersten Spieltag zauberte Steffen Baumgart den Österreicher dann relativ überraschend in die Startformation. Mit Erfolg: Ljubicic überzeugte mit Laufbereitschaft, Schnelligkeit und guter Übersicht. In der Hinrunde stand der 24-Jährige fast immer in der Startelf und wurde von Baumgart sowohl als Sechser, Achter oder Zehner eingesetzt. In der Rückrunde ließ Ljubicic leistungstechnisch zwischenzeitlich nach, was den Spieler selbst wohl am meisten gestört hatte. Mit zwei Derby-Toren gegen Gladbach hat sich der Mittelfeldspieler aber bereits jetzt in die Herzen der Fans gespielt.

Transfernote: 2,0

Mark Uth

Zum vierten Mal ist Mark Uth im vergangenen Sommer zum FC gewechselt – und dieses Mal scheint es endlich zu passen. Der Offensivspieler kam ablösefrei von den abgestiegenen Schalkern und schien sich einige Wochen zunächst an das laufintensive Spiel von Steffen Baumgart gewöhnen zu müssen. Daraus machte der 30-Jährige auch selbst keinen Hehl. Mit vier Toren und sieben Vorlagen blieb Uth zwar von der Ausbeute her hinter seinen eigenen Erwartungen zurück, dennoch hob der gebürtige Kölner das gesamte FC-Spiel auf ein fußballerisch völlig neues Level. Wohl kaum ein anderer FC-Spieler weiß so gut, wohin er den Ball als nächstes spielen soll, bevor dieser überhaupt bei ihm ist. Am liebsten läuft Uth als Zehner hinter den Spitzen auf, wurde von Baumgart häufig jedoch auch als Achter und hängende Spitze eingesetzt. Zum Ende der Saison riss der Spieler seine Kollegen noch einmal mit dem unbändigen Willen mit, es nach Europa zu schaffen und drehte selbst richtig auf: Alleine zwei Tore und fünf Vorlagen waren Mark Uth zwischen dem 29. und 32. Spieltag gelungen.

Transfernote: 1,5

Jeff Chabot

Mit Jeff Chabot reagierte der 1. FC Köln im Winter auf den Abgang von Abwehrchef Rafael Czichos. Für anderthalb Jahre haben die Geißböcke den Innenverteidiger von Sampdoria Genua ausgeliehen. Noch ist der 24-Jährige jedoch weit davon entfernt, ein angemessener Ersatz für Czichos zu sein. Nur vier Mal ist der Abwehrspieler in der Rückrunde zum Einsatz gekommen – zwei Mal davon in der Startelf, als Timo Hübers ausgefallen war. Seine Bundesliga-Tauglichkeit nachweisen konnte Chabot dabei bislang nur in Teilen. Häufig wirkt der Linksfuß zu hölzern und ungeschickt im Zweikampf. Zu Gute halten muss man Chabot, dass der FC aufgrund des funktionierenden Duos Kilian/Hübers auch keine wirkliche Not hatte, in der Innenverteidigung etwas zu verändern. Noch bleibt dem gebürtigen Hanauer eine Saison, um von sich zu überzeugen.

Transfernote: 4,0

Bright Arrey-Mbi

Da neben Czichos auch Jorge Meré den FC im Winter verlassen hat, haben die Geißböcke mit Bright Arrey-Mbi noch einen weiteren Spieler für die Innenverteidigung verpflichtet. Die Leihgabe des FC Bayern München ist dabei jedoch eher ein Versprechen für die Zukunft. Der 19-Jährige wurde bis zum Sommer 2023 vom Rekordmeister ausgeliehen und soll nun langsam an die Bundesliga herangeführt werden. Vier Mal stand Arrey-Mbi bei den Profis in der Rückrunde im Kader, auf sein Debüt wartet der deutsche Junioren-Nationalspieler aber noch. Im Trikot mit dem Geißbock auf der Brust kam der Abwehrspieler derweil sechs Mal in der Regionalliga West zum Einsatz. In der kommenden Saison wird Arrey-Mbi zeigen müssen, ob er in der Bundesliga bestehen kann.

Transfernote: keine Note

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