Steffen Baumgart und Urs Fischer. (Foto: Bucco)

Steffen Baumgart und Urs Fischer. (Foto: Bucco)

Alte Große, neue Kleine: Wo sortiert sich der FC ein?

Der Sportjournalist Christof Kneer hat in der Süddeutschen Zeitung einen bemerkenswerten Kommentar geschrieben. In diesem analysiert Kneer, dass sich in der Bundesliga neue Top-Klubs etablieren, während alte Top-Klubs ihren Status einbüßen. Warum dies für den 1. FC Köln von Relevanz ist? Weil die Geißböcke aktuell zwischen den Stühlen stehen – und die Chance haben, sich in die richtige Richtung zu entwickeln.

Kneer analysiert anhand mehrerer Transfers eine Entwicklung in der Bundesliga, die nicht mehr zu verneinen ist. Wenn der SC Freiburg das Rennen um Daniel-Kofi Kyereh gewinnt und überdies einen gewissen Matthias Ginter verpflichtet, dann wittert wohl nur noch Christian Streich die Gefahr, dass die Breisgauer in der kommenden Saison in Abstiegsgefahr geraten könnten.

Derweil kümmert es den 1. FC Union Berlin mit Trainer Urs Fischer herzlich wenig, dass im Winter Max Kruse den Verein verlassen hat und im Sommer Taiwo Awoniyi zu Nottingham Forest gewechselt ist. Die Eisernen ziehen trotz des Kruse-Abgangs in die Europa League ein und holen statt Aowniyi einfach einen 22-Tore-Stürmer aus der Schweiz – und machen dabei noch einen Gewinn in Höhe von 14 Millionen Euro.

Große Namen sind keine Auszeichnung mehr

Kneer nennt Freiburg und Union zwei Klubs “mit einem chaosfreien Umfeld, mit marktgerechter Lohnstruktur und mit Europacup-Teilnahme”, die keine “Overperformer” seien. Und verweist darauf, dass andere Klubs ihnen nicht folgen können. Anhand Kyereh formuliert er es drastisch: “Um einen Zweitliga-Spieler zu bekommen, reicht es nicht mehr, der Verein von Ailton und Micoud (Werder), von Raúl und Özil (Schalke), von Khedira und Gomez (VfB) zu sein.”

Anders ausgedrückt: Obwohl auch Bremen, Schalke und Stuttgart den Offensivspieler des FC St. Pauli holen wollten, konnten sie gegen Freiburg nicht anstinken. Das gilt auch für Borussia Mönchengladbach und Mainz 05, die Kyereh ebenfalls gerne verpflichtet hätten. Doch wenn der Sport-Club aus Freiburg ruft, werden die alten Großen plötzlich die neuen Kleinen – denn die alten Kleinen (Freiburg und Union) sind inzwischen die neuen Großen.

Streich, Fischer und Baumgart: Die drei Zugpferde der Liga?

Was aber hat das mit dem 1. FC Köln zu tun? Viel, denn der 1. FC Köln steckt genau dazwischen. Finanziell hat sich der Klub zwar komplett heruntergewirtschaftet. Doch sportlich hat der FC in der letzten Saison dank Steffen Baumgart und der neuen sportlichen Führung womöglich einen Wendepunkt erreicht. Baumgart und der FC wurden in der vergangenen Saison in einem Atemzug mit Streich und Freiburg sowie Fischer und Union genannt. Kein Wunder: Schließlich belegten die drei Klubs nach 34 Spieltagen die Plätze fünf, sechs und sieben.

Freiburg und Union haben diese Erfolge in den letzten drei bzw. zwei Jahren jeweils bestätigt. Beim FC muss diese Bestätigung erst noch erfolgen. Doch sollte dies Baumgart und den Geißböcken gelingen, könnte auch über den FC schon bald gesagt werden, dass sich ein Spieler bei einem Wechsel nach Köln “für ein chaosfreies Umfeld mit marktgerechter Lohnstruktur und Europacup-Teilnahme” entschieden habe. Denn die Strahlkraft, die aktuell Freiburg mit Streich sowie Union mit Fischer haben, könnte schon bald auch der FC mit Baumgart haben.

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