Die FC-Frauen bejubeln den Sieg gegen Potsdam. (Foto: Sylvia Eichinger)

Die FC-Frauen bejubeln den Sieg gegen Potsdam. (Foto: Sylvia Eichinger)

Nach Blitzstart: Furiose FC-Frauen legen Turbine lahm

Die Bundesliga-Frauen des 1. FC Köln haben auch ihr zweites Heimspiel der Saison auf spektakuläre Weise gewonnen: Dank einer 45-minütigen Überzahl und einer Leistungsexplosition nach der Pause drehte der FC einen frühen Rückstand und bezwang Turbine Potsdam vor 948 Zuschauern mit 4:2 (1:2). Damit springt das Team an Leverkusen vorbei und zumindest bis Sonntag auf den zweiten Tabellenplatz.

Aus dem Franz-Kremer-Stadion berichtet Daniel Mertens

Kölns Trainer Sascha Glass änderte am dritten Spieltag erstmals seine Startformation. Im Vergleich zur 0:1-Niederlage acht Tage zuvor in Leverkusen starteten Genessee Puntigam und Manjou Wilde für Lotta Cordes und Jana Beuschlein. Die FC-Frauen gingen dabei mit einem Mini-Kader an den Start. Neben der Torhüterin Jasmin Pal saßen gerade einmal vier einsatzberechtigte Spielerinnen auf der Ersatzbank.

Moment des Spiels

Es war dem Einsatz der nach der Pause eingewechselten Jana Beuschlein zu verdanken, die sich in der 76. Minute beim Stand von 2:2 vor dem gegnerischen Strafraum durchsetzte und den Ball auf Andrea Gavric spielte. Kölns Linksverteidigerin flankte vom Flügel in die Mitte, wo Potsdams Sophie Weidauer unter dem Ball hindurch sprang. Mandy Islacker stand dahinter blank und verwandelte spektakulär per Seitfallzieher zur 3:2-Führung.

Die weiteren Tore

Die Partie begann mit einem Blitzstart – auf beiden Seiten. Nach einem Foul an Weronika Zawistowska an der Strafraumgrenze servierte Sarah Puntigam den fälligen Freistoß mustergültig auf Sharon Beck. Die Angreiferin ließ sich die Chance nicht nehmen und köpfte zum umjubelten 1:0 ein (8.).

Doch der frühe Führungstreffer gab den Kölnerinnen keine Sicherheit, sondern ließ das Team unkonzentriert werden. Direkt im Gegenzug servierte Moliie Rouse den Ball von der Strafraumgrenze an den langen Pfosten, Myrthe Moorrees sprang unter dem Ball hindurch und Martyna Wiankowska traf zum 1:1 (9.). Kölns Torfrau Manon Klett sah hierbei nicht gut aus.

Eine noch schlechtere Figur gab Klett nur wenige Augenblicke später ab. Nach einer Ecke schlenzte abermals Rouse den Ball auf den langen Pfosten. Den Kopfball-Aufsetzer Wiankowskas hätte Klett locker fangen müssen, doch der Ball sprang über sie hinweg und Mandy Islacker drosch den Ball beim Klärungsversuch ins eigene Tor (10.). Drei Tore in drei Minuten – und es hätte sogar noch schlimmer kommen können, doch Mai Kyokawa traf nur die Kölner Latte (12.).

Das Wiedersehen mit Amber Barrett fiel derweil äußerst kurz aus. Die Ex-Kölnerin, die abermals als rechte Verteidigerin auflief, verletzte sich in der Anfangsphase und musste vorzeitig ausgewechselt werden (22.).

Die FC-Frauen waren in der Folge zu harmlos. Dem Trainer war das hörbar zu wenig, Sascha Glass verlieh seinem Unmut lautstark Luft an der Seitenlinie. Manon Klett bewahrte ihr Team vor dem dritten Gegentreffer vor der Pause, lenkte einen Distanzschuss von Viktoria Schwalm über die Latte (43.).

Aus dem Nichts veränderte eine Situation das Spiel: Sharon Beck schickte Mandy Islacker steil, die im Strafraum von der Keeperin Vanessa Fischer gehalten wurde (44.). Die Folge: Rot für Potsdams Torfrau und Strafstoß für Köln. Die gefoulte Islacker selbst trat im gerade einsetzenden Regenschauer an – scheiterte mit ihrem flach und schwach geschossenen Elfmeter aber an der eingewechselten Keeperin Jil Frehse (45.+2).

Nach der Pause nutzten die Kölnerinnen jedoch die Überzahl schnell zum Ausgleich: Potsdams Maya Hahn köpfte den Ball nach einer Ecke von Sarah Puntigam zum 2:2 ins eigene Tor (54.). Die Gastgeberinnen präsentierten sich im zweiten Durchgang wach und konzentriert, waren in Überzahl überlegen. Zwingende Torgefahr entwickelte sich daraus zunächst zwar nicht – doch dann gelang Islacker der Führungstreffer. Danach war das Spiel entschieden. Beuschlein verpasste zunächst noch das 4:2, ihr Schuss flog am langen Eck vorbei (77.). Dann aber sorgte Myrthe Moorrees mit einem direkt verwandelten Freistoß für die Entscheidung (87.).

Stimme des Tages

Normalerweise hören die Fans auch bei den Frauen-Heimspielen die aus dem Müngersdorfer Stadion gewohnte Stimme Michael Trippels bei den Durchsagen im Franz-Kremer-Stadion. Da Trippel jedoch beim Heimspiel der Herren am Mikrofon im Einsatz war, sprang gegen Potsdam Tugba Tekkal ein und feierte ihre Premiere als Stadionsprecherin. Die heute 37-Jährige trug selbst viele Jahre das FC-Trikot, absolvierte acht Bundesliga- und 52 Zweitliga-Spiele für Köln zwischen 2009 und ihrem Karriere-Ende 2017.

Fazit

Aufgrund der deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause verdienten sich die FC-Frauen den zweiten Heimsieg der Saison, auch wenn bis zur Notbremse von Potsdams Torfrau kurz vor der Pause nur wenig darauf hingedeutet hatte. Für den 1. FC Köln geht es nach der Länderspielpause am 16. Oktober mit dem Auswärtsspiel bei Bayern München weiter.

FC-Aufstellung

Klett – G. Puntigam (46. Beuschlein), Degen, Moorrees, Gavric – Gudorf, S. Puntigam, Wilde (90. Cordes), Zawistowska (85. Bienz) – Islacker (90. Uebach), Beck.

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