Der FC hat sich gegen Leverkusen selbst um den Lohn gebracht. (Foto: Bucco)

Der FC hat sich gegen Leverkusen selbst um den Lohn gebracht. (Foto: Bucco)

Wenn aller Einsatz nicht belohnt wird

Der 1. FC Köln hat im letzten Heimspiel des Jahres eine bittere Pleite gegen Bayer 04 Leverkusen einstecken müssen. Dabei setzten die Kölner eigentlich all das um, was die Verantwortlichen nach der Niederlage in Freiburg zuletzt gefordert hatten. Doch aller Einsatz reicht nicht, wenn immer wieder vermeidbare Fehler gemacht werden.

Ein Kommentar von Sonja Eich

Nicht das 0:5 gegen den 1. FSV Mainz 05 und nicht einmal das 2:5 im Derby gegen Gladbach. Vielmehr sind es Niederlagen wie jene am Mittwochabend gegen Bayer 04 Leverkusen, die den FC am meisten schmerzen. Denn der 1. FC Köln hat den rheinischen Rivalen am 14. Spieltag praktisch nach Belieben dominiert.

Ein paar Zahlen gefällig? Der FC hatte fast 60 Prozent Ballbesitz, eine Passquote von 83 Prozent zu 75 Prozent bei Leverkusen, die Mehrzahl an gewonnen Zweikämpfen und sechs zu eins Ecken. Doch nicht nur die Überlegenheit gegenüber des Alonso-Teams war es, die den FC rein vom Spiel her zufrieden zurücklassen kann. Denn die FC-Profis haben am Mittwoch wieder jene Energie und Leidenschaft auf den Platz gebracht, die die Verantwortlichen in Freiburg vermisst hatten.

So sprintete der FC gegen Leverkusen 262 Mal und damit fast 80 Mal mehr als noch im Breisgau. Zudem rissen die Kölner unfassbare 126,1 Kilometer ab und damit elf Kilometer mehr als gegen Freiburg, was praktisch der Laufleistung eines kompletten Feldspielers entspricht. Bislang hatte noch keine andere Mannschaft in dieser Saison solch einen Wert erreicht – bis dato hatte Union Berlin den Rekord mit 124,7 Kilometern gehalten.

Starke Werte aber kein Ertrag

Kaufen können sich die Geißböcke von diesen Werten und Statistiken am Ende jedoch genauso wenig wie von Benno Schmitz’ Traumtor zum 1:0. Unterm Strich steht nämlich trotzdem die fünfte Niederlage der Saison und damit die Erkenntnis, dass aller Einsatz und alle Dominanz nicht ausreichen, wenn die Spieler solch vermeidbare Fehler in der Defensive machen.

Während der Ausgleich in seinem Zustandekommen zumindest unglücklich und gleichzeitig womöglich auch nicht regelkonform war (Andrich und Kossounou standen beim Freistoß weniger als den geforderten einen Meter vor der Mauer und damit vor Schindler), haben die Kölner das 1:2 trotz aller Warnung ob der Leverkusener Konterstärke zu billig hergegeben. Auch wenn Kingsley Schindler den Zweikampf gegen Moussa Diaby womöglich nicht hätte gewinnen können, hätte er einfach nur das taktische Foul ziehen und die Gelbe Karte in Kauf nehmen müssen, um den Rückstand zu verhindern. Vielmehr als das brachten die Gäste nämlich auch an diesem Tag in einer bislang ohnehin schwachen Saison nicht zu Stande.

Trotzdem reiste die Werkself am Ende als lachender Gewinner aus dem RheinEnergieStadion ab, während die Kölner nicht mehr als Lehrgeld in den Händen hielten. Letztlich war es in dieser Saison nicht das erste Mal, dass sich der FC durch vermeidbare individuelle Fehler um den Lohn der Arbeit brachte. Steffen Baumgart erklärte nach dem Spiel, dass sich auf der Leistung seiner Mannschaft aufbauen ließe. Dem mag in der Tat so sein, doch nach nur einem Punkt aus den letzten vier Bundesliga-Spielen sollte der FC langsam auch wieder ans Punkten kommen. Im Idealfall schon am Samstag gegen Hertha BSC – ansonsten droht den Kölnern ein Frust-Start in die lange WM-Pause.

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