Mark Zimmermann steckt mit der U21 des 1. FC Köln in der Krise. (Foto: Bucco)

Mark Zimmermann steckt mit der U21 des 1. FC Köln in der Krise. (Foto: Bucco)

Kaan-Marienborn als Schicksalsspiel: Zimmermann bei der U21 vor dem Aus?

Der Absturz der U21 des 1. FC Köln nimmt allmählich bedrohliche Ausmaße an: Seit neun Spielen wartet die FC-Reserve mittlerweile auf einen Sieg in der Regionalliga West. Das jüngste 0:5 im Schalker Parkstadion war ein sportlicher Offenbarungseid und ein heftiger Rückschlag. Mittlerweile erscheint auch ein vorzeitiger Trainerwechsel denkbar.

Vier Spiele ohne Niederlage. Das war die positive Lesart nach den U21-Auftritten im November. In Straelen (0:0) und bei Fortuna Köln (2:2) sowie danach zuhause gegen Lippstadt (0:0) und gegen Rödinghausen (2:2) gab es Punktgewinne.

Doch es folgte das desaströse 0:5 bei Schalkes U23. Und bei genauerer Betrachtung waren davor die Nullnummern in Straelen und gegen Lippstadt schon viel zu wenig für Kölns Ansprüche. Wer die Klasse halten will, muss diese Spiele gewinnen.

Es sind mitunter nur Nuancen, die den Lauf der Dinge schreiben. Hätte Stephan Salger den Elfmeter gegen Rödinghausen kurz vor Schluss zum 3:2-Sieg verwandelt – die Welt am Geißbockheim sähe nach einem Ausrufezeichen gegen den einstigen Aufstiegsanwärter ganz anders aus.

FC kann sich einen Absturz nicht erlauben

Das Leben findet jedoch nicht im Konjunktiv statt. Allen übergeordneten Ausbildungszielen der Talente zum Trotz zählen letztlich auch bei der U21 zuallererst die Ergebnisse. Einen Absturz in die sportliche Bedeutungslosigkeit der Mittelrheinliga kann sich der 1. FC Köln nicht erlauben. Zu wichtig ist die Bühne der Regionalliga, um die eigenen Jugendspieler und auch nach Verletzungen zurückkehrende Profis wieder an den Spielbetrieb heranzuführen. 

Bei den Ansprüchen des 1. FC Köln müsste eigentlich der – allerdings schon aus finanziellen Gründen nicht gewollte – Aufstieg in die Dritte Liga das Ziel sein. Eine Tour durch die mittelrheinische Fußball-Provinz wäre jedoch der GAU – zumal ein direkter Wiederaufstieg bei Rivalen wie Hennef oder Wegberg-Beeck, dem Bonner SC und SV Bergisch Gladbach auch keine Selbstverständlichkeit wäre.

Und so rückt mittlerweile auch das lange Zeit undenkbare Szenario in den Fokus: Ein vorzeitiger Trainerwechsel. Sollte auch das Heimspiel am Samstag gegen den Aufsteiger Kaan-Marienborn nicht gewonnen werden, dürfte es für Mark Zimmermann eng werden. Allen Verdiensten in den ersten drei Jahren zum Trotz droht allmählich auch eine psychologische Negativspirale in der Mannschaft. 

Winter-Verstärkungen nahezu ausgeschlossen

Es erscheint kaum denkbar, dass die FC-Verantwortlichen die U21 mit einer Serie von zehn sieglosen Spielen und der frischen Hypothek der Schalke-Klatsche in die Winterpause gehen lassen, ohne zu reagieren. Zudem wurde mit Lukas Berg zuletzt ein neuer Leiter des Nachwuchsleistungszentrums installiert, der die Umstrukturierung im Jugendbereich begleiten soll. 

Da Winter-Verstärkungen des U21-Kaders angesichts der dünnen FC-Finanzdecke nahezu ausgeschlossen sind, bleibt somit nur der Trainerposten, um neuen Schwung auszulösen. Der finanzielle Schaden für den Verein durch eine Freistellung wäre überschaubar, endet Zimmermanns Vertrag ohnehin im Sommer. Eine Verlängerung galt ohnehin seit einiger Zeit als ausgeschlossen, da auch der Fußballlehrer mittlerweile auf höherklassige Vereine schielt – und diese den 48-Jährigen auch auf dem Zettel haben. 

Sollte es nach einem erneuten Sieglos-Auftritt der U21 gegen Kaan-Marienborn zu einem Trainerwechsel kommen, dürfte die Wahl auf jemanden fallen, der eigentlich im kommenden Sommer hätte übernehmen sollen. Ein Kandidat wäre Alexander Ende, der erst kürzlich gegen Rödinghausen bereits auf der Tribüne des Franz-Kremer-Stadions gesichtet wurde. Der 43-Jährige coachte bis zum Sommer den Stadtrivalen SC Fortuna und ist seither vereinslos.

Heck-Rückkehr denkbar

Denkbar wäre auch eine schnelle Rückkehr Martin Hecks ans Geißbockheim. Der 39-Jährige trainierte die U21 bereits in der Saison 2015/16. Die Regionalliga war seinerzeit jedoch noch eine Nummer zu groß, Heck wurde nach einem Jahr zurück in den Jugendbereich beordert. Dort machte er sich insbesondere als U17-Meistertrainer im Jahr 2019 einen Namen. Danach absolvierte er die Ausbildung zum Fußballlehrer und schied letztlich im vergangenen Sommer auf eigenen Wunsch beim FC aus. Heck sehnte sich nach höherklassigen Aufgaben, die beim FC jedoch verbaut waren.

Bisher ergab sich für Heck eine solche Gelegenheit allerdings noch nicht und der gute Kontakt zum Geißbockheim besteht weiterhin. Eine zweite Chance bei der U21 wäre daher denkbar. Und wenn es diesmal eine Erfolgsgeschichte würde, wäre dies auch für Heck ein Karriere-Sprungbrett. Weiterer Vorteil: Heck ist mit den Strukturen am Geißbockheim und auch vielen Spielern bereits vertraut, was eine Eingewöhnung erleichtern würde. 

Immerhin muss die U21 schnell wieder in die Spur finden. Im zweiten Spiel nach der Winterpause (11. Februar) empfängt die FC-Reserve den direkten Keller-Konkurrenten 1. FC Düren, der mittlerweile vom Ex-Kölner Boris Schommers trainiert wird. Die Kölner müssen dieses Duell gegen den Aufsteiger unbedingt für sich entscheiden. Wer dafür auf der Trainerbank verantwortlich sein wird, das dürfte sich wohl an diesem Samstag gegen Kaan-Marienborn entscheiden.

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