In Hannover waren nur die Fans erstklassig: Der 1. FC Köln hat einmal mehr sein Bundesliga-untaugliches Gesicht gezeigt. Die Leistung am Sonntag demonstriert, dass selbst im Aufstiegsfall ein Umbruch im Kader unumgänglich ist.
Ein Kommentar von Marc L. Merten
Nach dem Schlusspfiff in Hannover war Gerhard Struber bedient. Den Österreicher störte die Leistung seiner Mannschaft „massiv“, allerdings dürfte sie ihn nicht gänzlich überrascht haben. Denn dieses Gesicht des 1. FC Köln hat man in der 2. Bundesliga schon häufiger gesehen. Insbesondere in der Rückrunde, wenn die Mannschaft ein Zeichen der Stärke hätte setzen können.
Hatte Strube eine Woche zuvor gegen Münster noch die Überzeugung seiner Spieler gelobt, fehlte in Hannover genau diese von Anfang bis Ende. Keine Überzeugung, kein Mut, keine Geschlossenheit, sondern ein blutleerer Auftritt mit unzähligen Unzulänglichkeiten bei vermeintlichen Leistungsträgern, von denen man eigentlich mehr erwarten müsste.
Keine reinigenden Kräfte
Die Niederlage ist zwar kein Genickschlag, sehr wohl aber eine weitere, herbe Enttäuschung. Die Geißböcke hätten mit drei Punkten schon für die Bundesliga planen können. Stattdessen muss doch noch mal gebangt und gehofft werden. In Hannover waren nur die FC-Fans erstklassig, die Mannschaft hingegen war weit davon entfernt, sich die Rückkehr ins Oberhaus zu verdienen. Kaum ein Spieler zeigte, dass er eigentlich in die Bundesliga gehört.
Genau das ist der Anlass für mahnende Worte: Die Mannschaft muss selbst im Fall des Aufstiegs komplett umgekrempelt werden. Immer häufiger zeigt sich, welche Folgen die Transfersperre weiterhin hat. Weil der Kader im vergangenen Sommer zwangsläufig zusammengehalten werden musste, kamen keine reinigenden Kräfte zum Zug, die ein Abstieg eigentlich hätte nach sich ziehen müssen.
Keller muss knallhart aussortieren
Der FC wird sich daher in diesem Sommer von einem Drittel des Kaders trennen müssen. Nur wenige Spieler werden von selbst gehen, daher muss Sportchef Christian Keller im Sinne der Bundesligatauglichkeit harte Entscheidungen treffen. Verträge hin oder her, so mancher Spieler stößt beim FC schon länger an seine Grenzen. Hier muss Keller im Sinne der Zukunft des Vereins Lösungen herbeiführen.
Darüber hinaus zeigt selbst ein Blick auf die Topspieler im Kader, dass auch diese in der Bundesliga ihre Mühe haben werden. Der FC wird daher nicht in der Breite, sondern in der Spitze in neue Spieler investieren müssen, um das Leistungsniveau anzuheben. Denn auf eines wird man sich in der Bundesliga nicht verlassen können: dass die Konkurrenz ähnlich schwach ist wie aktuell im Aufstiegskampf der 2. Liga.








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