„Immer wieder Fehler“: Keller spart nicht mit Kritik nach Harmlos-Pleite

Christian Keller ärgerte sich über die vielen individuellen Fehler gegen Hannover. (Foto: IMAGO / Huebner)
Christian Keller ärgerte sich über die vielen individuellen Fehler gegen Hannover. (Foto: IMAGO / Huebner)

Nach dem überzeugenden Sieg über Preußen Münster hat es der 1. FC Köln gegen Hannover nicht geschafft, an die Leistung anzuknüpfen. Sportchef Christian Keller benannte hinterher den Hauptgrund und sparte nicht mit Kritik.

Schönreden wollte beim 1. FC Köln die 0:1-Niederlage bei Hannover 96 niemand. Auch die 40-minütige Unterzahl ließ der Tabellenführer am Sonntag nicht als Ausrede für den schwachen Auftritt gelten. Schließlich hatte auch schon die Leistung der ersten Halbzeit in Gleichzahl nicht wirklich auf einen Auswärtssieg hingedeutet.

Dabei habe sich FC-Trainer Gerhard Struber gerade in den ersten 45 Minuten „eine andere Tonart“ von seiner Mannschaft erwartet. Stattdessen wirkten die Spieler im Anlaufverhalten planlos und waren mit dem Ball zu fehlerbehaftet und fahrig. Sportchef Christian Keller wollte die mehr als dürftige Leistung des FC jedoch nicht am mannschaftstaktischen Auftritt festmachen.

Keller benennt Hauptgrund für die Niederlage

Vielmehr sparte der Geschäftsführer nicht mit Kritik an den einzelnen Spielern. So sei der Hauptgrund für die Niederlage, „dass wir individuell ein paar Jungs auf dem Platz hatten, die nicht ihren besten Tagen hatten.“ Konkrete Namen nannte der Geschäftsführer zwar nicht. Jedoch sei bei vielen „der erste Kontakt, das Passspiel oder das Zweikampfverhalten in vielen Situationen“ nicht so gewesen, „dass es du es schaffst, Dominanz zu entwickeln und den Gegner zu beeindrucken.“

In das Zentrum der Kritik dürfte dabei insbesondere die an diesem Tag schwache Offensive geraten sein. Damion Downs und Tim Lemperle kamen beide zu keinem einzigen Torschuss, Downs hatte sogar nur acht Ballkontakte. Ein Grund dafür war jedoch auch das Mittelfeld dahinter, sowohl Florian Kainz als auch Luca Waldschmidt konnten die Stürmer nicht in Szene setzen und waren zeitweise praktisch unsichtbar auf dem Feld.

Auch Martel mit ungewöhnlichen Fehlern

Auch Dejan Ljubicic und Eric Martel hatten keinen guten Tag erwischt. Der ansonsten so zuverlässige und vor allem konstante Sechser machte ebenfalls ungewöhnliche Fehler im Spielaufbau und strahlte deutlich weniger Sicherheit aus als üblich. Dabei hatte Martel am Sonntag eine rund zehn Prozent niedrigere Passquote als sein Saison-Durchschnitt sowie deutlich weniger erfolgreiche Aktionen.

Ob Gerhard Struber seine Startelf am Samstagabend gegen Jahn Regensburg entsprechend wieder umbauen wird, nachdem er nun zwei Mal in Folge mit demselben Personal aufgelaufen war, ist aktuell noch offen. In jedem Fall wird der Trainer den gesperrten Leart Pacarada ersetzen müssen. Dafür dürfte Max Finkgräfe hinten links auflaufen.

Fehler brechen den Spielfluss

Am Sonntag zumindest waren die 96er alles andere als übermächtig, mit einer annähernden Normalform hätte der FC die sich teilweise bietenden Räume durchaus ausnutzen können. „Aber“, kritisierte Keller weiter, „wenn du individuell immer wieder Fehler machst, bricht das deinen Spielfluss.“

Einzelne individuelle Aussetzer kann ein Mannschaftsgefüge dabei in der Regel noch auffangen. Wenn jedoch kaum ein Spieler wie am Sonntag an seine Normalform herankommt, wird es schwer, als Sieger vom Platz zu gehen. Das hat der 1. FC Köln in Hannover leidvoll erfahren müssen.

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