Keine Angst vor Fan-Ausschluss, aber eine drängende Frage

Die Fans des 1. FC Köln nebelten das Stadion vor Anpfiff ein. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)
Die Fans des 1. FC Köln nebelten das Stadion vor Anpfiff ein. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)

15.000 Fans haben den 1. FC Köln in Hannover unterstützt und die Zweitliga-Partie über weite Strecken in ein Heimspiel verwandelt. Die große Frage: Warum konnten die Spieler von Gerhard Struber die Energie von den Rängen so gar nicht annehmen?

Die Fans des 1. FC Köln sorgten am Sonntag vor und im Stadion für beeindruckende Bilder. 9.30 Uhr hatten sich Tausende Anhänger der Geißböcke am Schünemannplatz getroffen, knapp zwei Kilometer von der Heinz von Heiden Arena entfernt, um als riesiger weißer Block gemeinsam zum Stadion zu pilgern. Später, während der Partie, hätte man mit geschlossenen Augen immer wieder meinen können: Der FC hat hier ein Heimspiel.

„Es war unfassbar geil. Man kommt raus und dann steht so eine weiße Wand hinter dir“, staunte Marvin Schwäbe, der den Kölner Anhang in Halbzeit eins im Rücken hatte. „Wir wissen, dass wir uns auf unsere Fans verlassen können. Aber sie haben sich noch mal getoppt. Dementsprechend ist es natürlich extrem bitter, dass wir nichts zurückgeben können“, ergänzte der Torhüter.

Keller: „Alleine deshalb wäre es schön gewesen…“

Es war eine der drängendsten Fragen nach diesem enttäuschenden FC-Nachmittag: Warum hat sich die Mannschaft von der riesigen Unterstützung kein Fünkchen anzünden lassen? Größere Motivationen als dieser Support von den Rängen und die Chance auf eine Vorentscheidung im Aufstiegskampf dürfte es schließlich kaum geben.

Erklärungen hatte nach einem erstaunlich passiven und eher ängstlichen Auftritt keiner parat. „Die Unterstützung war natürlich brillant. Dass so viele Menschen den Weg von Köln und überall hierher finden, war phänomenal. Alleine deshalb wäre es schön gewesen, wenn wir eine bessere Leistung hätten zeigen können“, ärgerte sich Christian Keller.

Der FC-Sportchef hegt die Hoffnung, „dass uns die Fans in den nächsten Spielen trotzdem genauso weiter unterstützen. Die stehen wirklich wie eine Wand hinter der Mannschaft.“ Ebenso dürfte Keller hoffen, dass die Geißböcke für die Pyro-Show zu Spielbeginn keine allzu drastische Strafe erwartet.

Konfetti-Regen in der Südkurve gegen Münster. (Foto: IMAGO / Maximilian Koch)
Konfetti-Regen in der Südkurve gegen Münster. (Foto: IMAGO / Maximilian Koch)

Als die Teams den Rasen betraten, stieg aus dem Kölner Oberrang roter Rauch empor, die Arena wurde eingenebelt, das Spiel konnte erst mit gut dreiminütiger Verspätung starten. Zudem wurde ein Banner mit der Aufschrift „wie versprochen“ gezeigt – in Anspielung auf das Heimspiel gegen Münster, als die Südkurve quasi Pyro angetäuscht, dann aber Konfetti gezündet hatte. Mit dem Gruß an den DFB: „Ein andermal, versprochen!“

Schließlich hatte der Verband die Kölner vor dem Münster-Spiel erneut mit einer empfindlichen Geldstrafe bedacht. Mehr als 300.000 Euro mussten die Geißböcke für die Vergehen ihrer Anhänger zahlen, vor allem für das Feuerwerk im DFB-Pokal gegen Hertha BSC.

FC rechnet mit erneuter Geldstrafe

Zudem erklärte der DFB in seinem Urteil: „Die 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA wird – vorsorglich – darauf hingewiesen, dass bei weiteren ähnlich gravierenden Pyroeinsätzen im Kölner Fanblock auch über eine Geldstrafe hinausgehende Sanktionen und gegebenenfalls auch Auflagen in Erwägung gezogen werden müssten.“

Eine solche Sanktion könnte ein Fan-Ausschluss sein. Befürchtet wird dies nach der Pyro-Show in Hannover am Geißbockheim allerdings nicht. Zum einen waren die Vorkommnisse in Hannover längst nicht „ähnlich gravierend“ wie das Feuerwerk gegen Hertha, zum anderen handelt es sich bei der Formulierung „über eine Geldstrafe hinausgehende Sanktionen“ um eine Standard-Wortwahl in DFB-Urteilen. Insofern dürfte den FC mal wieder eine Geldstrafe erwarten – mehr aber nicht.

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