„Übermütig“ und „hartes Ding“: FC ärgert sich über entscheidende Szene

Gerhard Struber konnte mit der Schiedsrichterleistung in Hannover wenig anfangen. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)
Gerhard Struber konnte mit der Schiedsrichterleistung in Hannover wenig anfangen. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)

War das Foul von Leart Pacarada wirklich eine Gelb-Rote Karte wert? Der 1. FC Köln will die Niederlage in Hannover nicht am Schiedsrichter festmachen, ärgert sich aber dennoch über Timo Gansloweit und dessen Ansetzung durch den DFB.

Aus der Heinz von Heiden Arena berichtet Martin Zenge

„Ich will nicht auf den Schiedsrichter gehen, wir sollten bei uns bleiben“, schlug Sportchef Christian Keller vor. Und auch Trainer Gerhard Struber betonte nach dem 0:1 bei Hannover 96: „Wir wollen auf gar keinen Fall den Schiedsrichter vorschieben.“ Doch die Geschehnisse der 50. Spielminute störten den 1. FC Köln schon massiv.

Für sein zweites Foul der Partie, kurz vor der Strafraumgrenze an Hannovers Monju Momuluh, sah Leart Pacarada seine zweite Gelbe Karte – flog folglich mit Gelb-Rot vom Platz. Mehr als 40 Minuten lang mussten die Kölner in Unterzahl spielen, kurz nach dem Platzverweis gelang 96 durch Lars Gindorf der alles entscheidende Treffer.

Hübers: „Ist für mich zu viel“

„Die erste Gelbe Karte war vertretbar. Die zweite Szene kann er auch ohne Gelb laufen lassen“, schätzte Sportboss Keller die strittige Situation ein und berichtete: „Der Schiedsrichter hat gesagt, dass der Spieler in den Strafraum eindringt, es deswegen eine gefährliche Situation war und er deshalb keine andere Wahl hatte.“ Für Keller war es dennoch „eine harte Entscheidung, die das Spiel lenkt“.

Ich wünsche mir in solchen Spielen schon, dass die Schiedsrichter das Spiel mehr in der Hand haben und nicht auf so einfache Dinge reinfallen.

Gerhard Struber

Auch FC-Kapitän Timo Hübers sprach davon, dass „das Spiel durch einen Moment entschieden wird“ und merkte an: „Wir hatten einen Schiedsrichter, der vier Zweitliga-Partien gepfiffen hat – in einem Spiel, in dem es um alles geht. Da fehlt das Gefühl für die Situation, darüber haben wir uns aufgeregt. Aus zwei Kann-Gelbe-Karten eine Gelb-Rote zu machen, ist für mich zu viel.“

Dieser Schiedsrichter, der 28-jährige Timo Gansloweit aus Dortmund, pfeift erst seit Ende Februar in der 2. Liga und griff bei seinem fünften Einsatz am Sonntagnachmittag mit insgesamt acht Gelben Karten und einer Gelb-Roten tatsächlich erstaunlich häufig in seine Taschen.

Struber hinterfragt Schiri-Ansetzung

„Generell hat uns heute eine Kartenflut überrollt. Ich tue mich sehr schwer damit, mit diesem Ausmaß zu leben“, offenbarte Gerhard Struber wenig Verständnis und stellte die Ansetzung des DFB ebenfalls infrage: „Ich bin ein großer Förderer von jungen Spielern und jungen Schiedsrichtern, aber ich bin mir nicht sicher, ob es nicht ein bisschen übermutig ist, einen jungen Schiedsrichter in solch ein Spiel in dieser Atmosphäre zu schicken.“

Man habe „eine gewisse Unerfahrenheit gesehen“, ergänzte Struber: „Ich wünsche mir in solchen Spielen schon, dass die Schiedsrichter das Spiel mehr in der Hand haben und nicht auf so einfache Dinge reinfallen.“ Wie Pacaradas Allerweltsfoul an Momuluh. „Es war clever gezogen, dieses Foul. Dass man das auch noch mit Gelb bestraft, ist schon ein hartes Ding“, meinte Struber – und wollte die verdiente Niederlage in Hannover dennoch keinesfalls dem Unparteiischen in die Schuhe schieben. „Wir waren heute nicht gut genug“, hielt der Österreicher fest.

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