Wahnsinn in Stuttgart! FC dreht 0:3 und darf weiter vom Titel träumen

Jubel bei der U19 des 1. FC Köln nach dem Siegtreffer zum 4:3 in Stuttgart. (Foto: IMAGO / Pressefoto Baumann)
Jubel bei der U19 des 1. FC Köln nach dem Siegtreffer zum 4:3 in Stuttgart. (Foto: IMAGO / Pressefoto Baumann)

Die A-Junioren des 1. FC Köln stehen nach einem dramatischen Spiel im Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft. Bei der U19 des VfB Stuttgart lagen die Geißböcke bereits mit 0:3 hinten, gewannen nach einer echten Willensleistung jedoch mit 4:3 (3:3) in der Verlängerung.

Was für ein Kampf! Keine zehn Minuten waren am Samstagmittag in Stuttgart gespielt, als die U19 des 1. FC Köln beim Top-Favoriten des VfB bereits mit 0:3 zurücklagen. Und kein Zuschauer der Achtelfinal-Partie hätte wohl noch einen Cent auf den FC-Nachwuchs gesetzt.

Dennoch jubelten nach 120 Minuten die Jungs aus der FC-Akademie, weil die Spieler von Trainer Stefan Ruthenbeck nie aufsteckten und die Tore zum 4:3-Sieg im entscheidenden Augenblick machten.

Tore und Highlights

3. Minute: Der VfB Stuttgart ließ von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, wer der Favorit auf dem Platz war. In der 3. Minute segelte eine Flanke von der rechten Seite in den FC-Strafraum, wo Salvatore Mule von einem Stellungsfehler der FC-Defensive profitierte und zum 0:1 für den VfB einköpfte.

8. Minute: Die Stuttgarter machten weiter Druck, pressten früh und legten nach. FC-Keeper Marutzki konnte einen Schuss zunächst noch per Fuß abwehren, doch beim Nachschuss von Mule war er machtlos: das 0:3 in der 7. Minute.

10. Minute: Doch die Mule-Festspiele waren noch nicht beendet. Nur zwei Minuten später stand Marutzki erneut im Mittelpunkt. Im Spielaufbau im eigenen Fünfmeterraum legte er sich den Ball zu weit vor und schoss den heraneilenden Mule an, der so nach nur zehn Minuten einen lupenreinen Hattrick und das 0:3 erzielte.

42. Minute: Auch in der Folge war der VfB das spielbestimmende Team, der FC fand erst nach und nach in das Match, kam dann aber mit der ersten eigenen Chance noch vor der Pause zum 1:3-Anschlusstreffer. Nach starker Vorarbeit von Youssoupha Niang traf Justin von der Hitz aus kurzer Distanz nur den Pfosten, doch Fayssal Harchaoui behielt die Ruhe und netzte aus kurzer Distanz zum 1:3 ein.

60. Minute: Das Tor tat dem FC gut, und im zweiten Durchgang spielten die Geißböcke mit deutlich breiterer Brust. Nach einer Stunde belohnten sich die Ruthenbeck-Schützlinge mit dem 2:3 durch Fynn Schenten, der nach einer Ecke per Kopf traf.

90+3. Minute: Die Geißböcke rochen nun Lunte und drängten auf den Ausgleich, der jedoch bis in die Nachspielzeit auf die sich warten ließ. Dann aber, es lief bereits die dritten Minute, war Innenverteidiger Assad Kotya-Fofana bei einem langen Freistoß von Harchaoui in den Strafraum hellwach und bugsierte den Ball mit dem Oberschenkel zum 3:3 ins Stuttgarter Netz. Der umjubelte Ausgleich – es gab Verlängerung!

120+1. Minute: In der Verlängerung war es ein Nervenspiel. Und als sich beide Teams, trotz guter Chancen hüben wie drüben, schon auf das Elfmeterschießen eingestellt hatten, kam der Auftritt von Youssoupha Niang. Der FC-Mittelstürmer eroberte den Ball im Mittelfeld, zog mit Tempo in den gegnerischen Strafraum, setzte sich gegen zwei Abwehrspieler durch und vollendete aus zehn Metern zum 4:3-Sieg in das lange Eck. Im Anschluss wehrten die Kölner noch einige wütende Angriffe der Hausherren erfolgreich ab und lagen sich nach Abpfiff jubelnd in den Armen.

Das sagte Stefan Ruthenbeck

FC-Trainer Ruthenbeck war nach den aufreibenden 120 Minuten ähnlich ausgepumpt wie seine Mannschaft und lobte im Gespräch mit dem GEISSBLOG besonders die Moral seines Teams: „Das war ein absolutes Mentalitätsspiel. Einfach krass! In den ersten 20 Minuten war uns Stuttgart in allen Belangen überlegen, aber dann haben wir die Mentalitätskeule ausgepackt und uns in der Halbzeitpause noch einmal heiß gemacht“, sagte Ruthenbeck. Aufgrund der zweiten Halbzeit hätte sich der FC dann aber den Sieg auch verdient.

Dass die Geißböcke nun im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft stehen, ist durchaus eine Überraschung – besonders nach den vielen Aufs und Abs im Laufe der bisherigen Saison. „Ich bin verdammt stolz auf meine Truppe“, sagte Ruthenbeck. „Besonders, was die Leistungsentwicklung angeht. Das war vor ein paar Monaten noch nicht zu erwarten. Jetzt gehören wir zu den besten acht Mannschaften in Deutschland. Das ist geil.“

So geht’s im Viertelfinale weiter

Der FC hatte sich als Vierter der Gruppe A für das Achtelfinale qualifiziert und traf deshalb mit dem VfB Stuttgart auf den Sieger der Gruppe B. Umso höher war der Erfolg am Samstag einzuschätzen. Der Turnierbaum sieht nun vor, dass der FC im Viertelfinale auf den Sieger der Partie zwischen dem Karlsruher SC (Sieger Gruppe D) und dem Hamburger SV (Vierter Gruppe C) trifft. Diese Begegnung steigt am Sonntagmittag.

Immerhin: Dieses Spiel wird im Franz-Kremer-Stadion in Köln stattfinden. Der FC hat Heimrecht. Die Partie ist freilich noch nicht terminiert, soll aber am Wochenende des 2. bis 4. Mai 2025 ausgetragen werden.

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

DISKUTIER MIT!

Willkommen im Kommentarbereich des GEISSBLOG!
Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
8 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertete