Der Funkel-Effekt: Spieler mit Liebeserklärung an ihren Trainer

Friedhelm Funkel herzt Linton Maina nach dem Sieg in Nürnberg. (Foto: IMAGO / RHR-Foto)
Friedhelm Funkel herzt Linton Maina nach dem Sieg in Nürnberg. (Foto: IMAGO / RHR-Foto)

Der Trainerwechsel beim 1. FC Köln hat tatsächlich die erhoffte Wirkung gezeigt. Gegen den 1. FC Nürnberg zeigen die Geißböcke ein gänzlich anderes Gesicht und machen ihr bestes Spiel seit Wochen.

Der Friedhelm-Funkel-Effekt hat dem 1. FC Köln am Freitagabend den womöglich entscheidenden Schritt in Richtung Bundesliga beschert. Spielerische Überlegenheit, ein überwältigendes Chancenplus, dazu eine stabile Mentalität und überhaupt erst der dritte Saisonsieg nach einem Rückstand: In Nürnberg zeigte der Trainerwechsel bei den Geißböcken Wirkung.

Das war bereits unter der Woche zu spüren, als am Geißbockheim die Stimmung gelöster und zuversichtlicher wirkte. Das war ab der ersten Minute im Max-Morlock-Stadion zu spüren, als der FC sofort die Initiative übernahm. Dafür brauchte es nicht einmal ein extrem hohes Pressing. Doch am Ende der 90 Minuten standen 23:5 Torschüsse, 8:0 Ecken und ein xGoals-Wert von über 3 beim FC. Vor allem aber stand zum Spielende der 2:1-Sieg auf der Anzeigetafel.

Dieses Duo steht für den Funkel-Effekt

„So ein Trainerwechsel bringt immer einen neuen Impuls, neue Chancen. Wir hatten eine gute Stimmung, der Trainer hat Lockerheit und Spaß reingebracht“, sagte Matchwinner Florian Kainz, der wie ausgewechselt wirkte und nicht nur wegen seiner beiden Tore ein Symbol für die Wirkung von Friedhelm Funkel auf die Mannschaft war. „Wir haben ein bisschen anders gespielt, das hat sehr gut funktioniert. Wir haben gute Abläufe im Spiel mit dem Ball einstudiert, waren mit Ball echt gut.“

Ein anderer Spieler, der wie befreit aufspielte, war Jan Thielmann. Zusammen mit Kainz hatte er bereits 2021 unter Funkel den Bundesliga-Klassenerhalt mit dem FC perfekt gemacht. Anschließend äußerte sich Thielmann beinahe schon euphorisch zur Arbeit des Trainer-Routiniers. „Dass Friedhelm einen positiven Effekt auf die Mannschaft hat, ist uns allen klar. Er strahlt eine unfassbare Ruhe aus. Ich darf zum zweiten Mal unter ihm Spieler sein, es macht einfach Spaß.“

Er hat uns vor Augen geführt, dass wir eine geile Saison gespielt haben

Marvin Schwäbe

Insbesondere Kainz und Thielmann hatten diesen Spaß unter Gerhard Struber verloren. So ging es aber auch anderen. Vor allem aber hatte ein Großteil der Mannschaft den Glauben an die eigene Stärke verloren. Und genau das gab Funkel den FC-Profis in den vergangenen Tagen zurück. „Er hat uns vor Augen geführt, dass wir eine geile Saison gespielt haben, vielleicht nicht immer guten Fußball, aber wir haben unsere Punkte eingefahren und stehen deswegen da, wo wir stehen“, verriet Marvin Schwäbe. „Dementsprechend mussten wir nur daran anknüpfen.“

Glaube an die eigene Stärke, ein gewisses Maß an Lockerheit, dazu ein paar Sprüche eines Trainer-Veteranen mit fast 1000 Spielen an der Seitenlinie. Genau das hatten sich die FC-Verantwortlichen erhofft, als sie den 71-Jährigen für die Mission gewonnen hatten. „Wie Friedhelm die Vorbesprechung gemacht hat, mit was für einer Ruhe, mit dem einen oder anderen Schmunzler – er hat die Sicherheit ausgestrahlt, die ich mir schon erhofft hatte“, sagte Sportdirektor Thomas Kessler.

Alles richtig gemacht? Noch nicht ganz

Einzig Kapitän Timo Hübers war nach dem Spiel nicht davon überzeugt, dass Funkel die entscheidende Veränderung herbeigeführt hatte. „Wahrscheinlich hätten wir auch mit dem alten Trainer ein ähnliches Spiel machen können“, sagte der erneut unsicher wirkende Verteidiger nach der Partie. Der FC habe in der Liga die meisten Siege aller Teams eingefahren. „Das zeigt, dass wir viel richtig gemacht haben.“

Nicht so jedoch in den vergangenen Wochen, als die von Hübers angeführte Truppe nur noch fünf Punkte aus fünf Spielen geholt und damit den Aufstieg in Gefahr gebracht hatte. Nun entfachte Funkel wieder eine neue Leidenschaft und Leichtigkeit, die mit dem Last-Minute-Sieg-belohnt wurde. „Jetzt sind wir alle happy und könnten sagen: Wir haben alles richtig gemacht“, sagte Kessler, schob dann jedoch das große Aber hinterher: „Am Ende sind wir nur einen Schritt weitergekommen. Wir haben noch ein extrem wichtiges Heimspiel gegen Kaiserslautern.“ Erst dann ist die Funkel-Mission erfolgreich erledigt.

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

DISKUTIER MIT!

Willkommen im Kommentarbereich des GEISSBLOG!
Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
16 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertete