Der 1. FC Köln steht vor der Rückkehr in die Bundesliga. Beim Debüt von Friedhelm Funkel siegten die Geißböcke mit 2:1 (0:0) beim 1. FC Nürnberg, kehrten an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga zurück. Dank Doppelpacker Florian Kainz winkt jetzt der Sofa-Aufstieg.
Aus dem Max-Morlock-Stadion berichtet Sonja Gauer
Spiel eins nach dem Aus von Sportchef Christian Keller und Trainer Gerhard Struber: Mit einem Spalier und viel Applaus waren Friedhelm Funkel und die Profis des 1. FC Köln am Donnerstagmittag zum ersten und vielleicht einzigen Auswärtsspiel des neuen Trainers verabschiedet worden. 6000 euphorische Kölner Fans folgten der Mannschaft ins Nürnberger Max-Morlock-Stadion, um die Spieler am vorletzten Spieltag zum vielleicht vorentscheidenden Schritt in Richtung Aufstieg zu pushen.
Tore und Highlights
2. Minute: Und dafür war die Partie eigentlich perfekt gestartet. Luca Waldschmidt hatte den Ball von der Grundlinie in den Fünfer zu Tim Lemperle gespielt, der FC-Stürmer war von Robin Knoche zu Fall gebracht worden und Schiedsrichter Robert Hartmann hatte auf den Punkt gezeigt. Doch Katrin Rafalski im Kölner Keller schickte den Unparteiischen noch einmal an den Video-Bildschirm. Nach Ansicht der TV-Bilder nahm Hartmann den Elfmeter zurück, da sich Lemperle vornehmlich selbst in die Hacken getreten hatte. Eine umstrittene Szene.
1. Halbzeit: Der zurückgenommene Elfmeter sollte im ersten Durchgang jedoch nicht die einzige unglückliche Situation des FC sein. Zunächst schlug Lemperle aus aussichtsreicher Position am Ball vorbei (10.), dann traf Jan Thielmann nach einer starken Kombination nur den Pfosten (19.). In der 36. Minute scheiterte der 22-Jährige sogar erneut am Aluminum: Von der Unterkante der Latte sprang der Ball wieder raus. Doch damit nicht genug, noch in derselben Szene wurde ein Schuss von Waldschmidt gerade noch von zwei Nürnbergern von der Linie gekratzt. So ging es mit 0:0 in die Kabine.
46. Minute: Im zweiten Durchgang waren gerade einmal 38 Sekunden gespielt, da gab es für den FC die kalte Dusche. Nach einer Flanke von Janisch von der rechten Seite stahl sich Janis Antiste im Rücken von Timo Hübers davon und drückte den Ball aus fünf Metern unhaltbar für Marvin Schwäbe zum 0:1 aus Kölner Sicht über die Linie.
67. Minute: Nach dem Rückschlag rannte der FC wütend an und wollte den Ausgleich erzwingen. Linton Maina scheiterte nur Sekunden nach seiner Einwechslung an FCN-Keeper Kukucka, ehe die Kölner einen Fehler von Jander nutzen konnten. Waldschmidt spitzelte dem Nürnberger den Ball vom Fuß und schickte damit Lemperle auf die Reise. Der passte in die Mitte, wo Florian Kainz im Rückraum völlig blank zum 1:1 einschießen konnte.
90. Minute: Der FC wollte den Sieg, ging aber nicht komplett ins Risiko. Dann schenkte der eigentlich so starke Nürnberger Torhüter Kukucka den Kölnern das 2:1. Der Slowake dribbelte außerhalb des Strafraums und verlor den Ball an Lemperle. Der Kölner Angreifer legte wie schon beim Ausgleich quer auf Kainz, der zum umjubelten Siegtreffer einschoss. Vor und im Gästeblock war die Hölle los!
Personal
So spielte der FC: Schwäbe – Gazibegovic (63. Maina), Hübers, Heintz (74. Schmied), Pacarada – Martel, Huseinbasic – Thielmann, Waldschmidt (90.6. Uth), Kainz – Lemperle
Zur Aufstellung: Friedhelm Funkel nahm drei Änderungen in seiner ersten Startelf als alter und neuer FC-Trainer vor. Jusuf Gazibegovic kehrte nach seiner schweren Sprunggelenksverletzung zurück in die Anfangsformation und begann als klassischer Rechtsverteidiger in der Viererkette. Dafür startete Jan Thielmann hinter der einzigen Sturmspitze Tim Lemperle, Damion Downs nahm auf der Bank Platz. Denis Huseinbasic startete für den in Köln gebliebenen Dejan Ljubicic. Zudem kehrte Leart Pacarada nach seiner Sperre zurück und ersetzte den erkrankten Max Finkgräfe.
Fazit
Der 1. FC Köln hat unter Friedhelm Funkel sein vielleicht bestes Spiel in dieser Rückrunde gemacht. Die Geißböcke erspielten sich Chancen um Chancen, mussten aber zunächst den Rückschlag hinnehmen. Davon unbeeindruckt drückten die Kölner unentwegt auf das Nürnberger Tor und drehten das Spiel. Ja, der Sieg kam letztlich durch ein, zwei Nürnberger Geschenke zustande – aber er war fraglos verdient. Florian Kainz‘ Doppelpack hat den FC zumindest vorübergehend an die Tabellenspitze und definitiv ganz nah an den Aufstieg befördert. Schon am Samstag könnte die Bundesliga-Rückkehr perfekt sein. Gewinnen Elversberg (gegen Braunschweig) und Paderborn (gegen Magdeburg) nicht, feiern die Geißböcke den Sofa-Aufstieg. Siegt mindestens einer der Verfolger, kommt es am letzten Spieltag, wenn der FC im RheinEnergieStadion Kaiserslautern empfängt, zum Showdown. Dann würde ein Punkt reichen.








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