Sieben Spieler schon weg: Elf weitere FC-Profis sollen gehen

Steffen Tigges im Training mit Emin Kujovic. (Foto: Bucco)
Steffen Tigges im Training mit Emin Kujovic. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln hat sich nach dem Aufstieg in die Bundesliga bereits von sieben Spielern verabschiedet. Elf weitere Spieler könnten in diesem Sommer noch folgen. Es wäre der erwartet große Kader-Umbruch.

Am Freitag hat der 1. FC Köln bekannt gemacht, womit alle gerechnet hatten: Sechs Spieler verlassen den Club, nachdem mit dem Karriereende von Mark Uth bereits ein anderer Abschied bekannt geworden war. Tim Lemperle schließt sich der TSG Hoffenheim an, Dejan Ljubicic geht zu Dinamo Zagreb. Die Verträge von Philipp Pentke, Mathias Olesen und Marvin Obuz wurden nicht verlängert, die Kaufoption für Anthony Racioppi nicht gezogen.

Sieben Abgänge, die aber nur der Anfang sein sollen. Denn das Aufräumen im FC-Kader nach dem Ablauf der Transfersperre kann in diesem Sommer 2025 erst so richtig beginnen. Im Winter hatte der FC nur das Nötigste getan, auch weil der Transfermarkt im Januar nicht viel hergegeben hatte. Das soll und muss sich ändern. Ein Überblick:

1. Leih-Rückkehrer ohne Chance

Im Winter gab der FC mit Rasmus Carstensen (Lech Posen), Sargis Adamyan (Jahn Regensburg) und Florian Dietz (SCR Altach) drei Spieler auf Leihbasis ab. Alle drei FC-Profis kehren zwar nun offiziell zum FC zurück, haben in Köln allerdings keine Chance mehr. Das Trio soll verkauft werden. Andernfalls wird eine Vertragsauflösung angestrebt.

Der vierte FC-Profi, der im Winter verliehen wurde, ist Elias Bakatukanda. Für den Innenverteidiger gilt das Gegenteil – die Geißböcke halten große Stücke auf das Eigengewächs. Jedoch muss „Ele“ weiter Spielpraxis sammeln und soll dies auch über den Sommer hinaus bei Blau-Weiß Linz tun. Zumindest wurde dies bereits im Januar vereinbart. Sofern sich daran nichts ändert, bleibt Bakatukanda auch 2025/26 in Linz.

2. Beim FC ohne Zukunft

Aus dem aktuellen Kader sind zwei weitere Spieler ohne Zukunft bei den Geißböcken. Steffen Tigges war bereits im Herbst aussortiert, blieb dann trotz einiger Angebote im Winter auf Wunsch der Verantwortlichen in Köln, um dann ab dem 28. Spieltag keine Spielminute mehr zu bekommen. Die Zeit des Stürmers ist trotz seines Vertrags bis 2026 in Köln abgelaufen, alle Seiten sind sich dessen bewusst. Nun geht es darum, im Sommer eine Lösung für den sympathischen, aber glücklosen Angreifer zu finden.

Gleiches gilt für Jacob Christensen. Der Däne hat zwei schwierige Jahre beim FC hinter sich. Erst eine enttäuschende Bundesliga-Saison mit gerade einmal 270 Einsatzminuten. Dann eine schlechte Vorbereitung auf die 2. Liga, die im Drama mit einem Kreuzbandriss endete. Kaum vorstellbar, dass Christensen beim FC noch einmal Fuß fassen kann. Daher darf er im Sommer ebenfalls gehen, hat aber noch einen Vertrag bis 2026.

3. Neue Leihgeschäfte für Talente

Der Aufstieg in die Bundesliga macht auch klar, dass der 1. FC Köln bei mehreren Talenten andere Wege finden muss, um ihnen Spielpraxis zu geben. Bei fünf Youngstern ist schon jetzt klar, dass die U21 nicht mehr genügt, die Bundesliga aber wohl noch eine zu hohe Hürde darstellt. Allen voran Jaka Cuber Potocnik braucht nach neun Toren in der Regionalliga eine andere Herausforderung, wird sie in der Bundesliga aber noch nicht bekommen und soll – dank seines Vertrags bis 2027 – verliehen werden.

Dasselbe gilt für zwei Spieler, die der FC bereits im Sommer 2024 verpflichtete, aber erst seit Winter respektive nach dieser Saison einsetzen kann. Mansour Ouro-Tagba konnte sich in Regensburg nicht durchsetzen, wurde im Winter nach Köln geholt und bei der U21 eingesetzt (drei Tore und drei Vorlagen in 13 Spielen), ist für die Profis aber noch keine Option. Chilohem Onuoha kam beim SC Verl auf 20 Einsätze (15 als Joker), wurde dort behutsam aufgebaut, kam aber nicht über diese Rolle hinaus. Auch er benötigt noch Zeit – und eine neue Leihe.

Und dann sind da noch zwei FC-Talente, die der U21 entwachsen sind, aber aufgrund ihrer Verträge bis 2026 nicht automatisch verliehen werden können. Neo Telle hat bereits bei den Profis debütiert, wird aber bei dem Überangebot an Innenverteidigern – vor allem, weil noch ein weiterer kommen soll – kaum Chancen auf Einsätze haben. Der FC will mit dem 20-Jährigen verlängern und ihn dann analog zu Bakatukanda verleihen.

Das gilt auch für Emin Kujovic, der sich bei der U21 zum Führungsspieler entwickelt hat, aber nun den nächsten Schritt machen muss. Der Sechser soll ebenfalls verlängern, um dann verliehen zu werden. In beiden Fällen sind die Verhandlungen aber noch nicht abgeschlossen.

Fazit

Elf Spieler sollen den FC also in diesem Sommer noch verlassen – weitere Abgänge durch lukrative Angebote anderer Clubs nicht ausgeschlossen. Nach den ersten sieben Verabschiedungen kommen also noch zahlreiche weitere Wechseloptionen hinzu, sodass der FC in diesem Sommer womöglich alleine auf Seiten der Abgänge bis zu 20 Transfers verzeichnen könnte.

Ein enormer Umbruch, der allerdings nicht überrascht. Schließlich konnte der FC nach dem Abstieg 2024 einen entsprechenden Schnitt im Kader nicht vollziehen, weil den Geißböcken aufgrund der Transfersperre andernfalls die Spieler gefehlt hätten. Somit wird der Sommer 2025 eine Kombination aus zwei Transferphasen sein – und entsprechend arbeitsintensiv.

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