Es geht um die Zukunft von Said El Mala, es geht damit auch um die weitere Kaderplanung und um die Startelfplätze für den Saisonauftakt geht es ohnehin: Beim 1. FC Köln ist eine wegweisende Woche angebrochen.
Thomas Kessler wirkte gewohnt entspannt, als er am Dienstagvormittag die erste Trainingseinheit der Woche beobachtete. Der Sportchef des 1. FC Köln hatte Kaderplaner Tim Steidten und Ex-Profi Mark Uth an seiner Seite, zumindest zu diesem Zeitpunkt aber noch kein neues Angebot für Said El Mala vorliegen. Doch die Entscheidung im Transferpoker mit Borussia Dortmund naht. Beide Clubs haben keine Zeit mehr zu verlieren.
Gut drei Wochen sind vergangen, seitdem der BVB seine erste offizielle Offerte für El Mala eingereicht hat. Dieser erste Vorstoß, spekuliert wurde über eine fixe Ablösesumme in Höhe von 26 bis 34 Millionen Euro, wurde am Geißbockheim lediglich als Witz-Angebot aufgefasst. Beim FC sah man keine Verhandlungsgrundlage – der Weg zu den anvisierten 50 Millionen Euro schien schlicht und ergreifend zu weit.
Kesslers Kurs zeigt Wirkung
Doch Kesslers harter Verhandlungskurs zeigt Wirkung. Inzwischen soll der BVB bereit sein, über die eigene Schmerzgrenze hinauszugehen und inklusive Boni sogar 55 Millionen Euro zu bieten. In diesem Bereich bewegte sich auch das Angebot des FC Brentford, auf das die Kölner im Juni eingegangen wären, hätte die Spielerseite den Deal nicht platzen lassen.
Fakt ist jedoch: Seitdem ist einige Zeit vergangen und El Malas Preis nicht gesunken. „Wir fangen in ein paar Wochen an und der Markt bewegt sich. Wir kümmern uns auch noch um den einen oder anderen Neuzugang“, so Kessler am Samstag am Rande des Testspiels gegen Real Sociedad. Es gelte: „Die Preisgestaltung ist flexibel je nach Anfrage. Wir sollten uns da nicht festlegen.“ Zahlen, die er vor ein paar Wochen akzeptiert hätte, reichen nun womöglich nicht mehr aus.
Eine Entscheidung in dieser Woche gilt als wahrscheinlich. Dortmund will den potenziell teuersten Transfer der Vereinsgeschichte natürlich lieber heute als morgen realisieren, muss im Falle einer Absage aus Köln einen Plan B umsetzen. Und der FC wiederum hätte bei einem Verkauf noch ausreichend Zeit, seine Transferaktivitäten anzupassen.
Leihen für die Offensive, mehr Geld fürs Zentrum?
Mit Mikey Moore (Tottenham Hotspur) fürs offensive Mittelfeld und Angreifer Thijs Dallinga (Bologna) sollen zwei der geplanten Verstärkungen vorerst auf Leihbasis kommen, womöglich in den nächsten Tagen. In der komplizierten Sechser-Suche verdichten sich die Anzeichen, dass der FC bei Union Berlins Rani Khedira Ernst macht – eine eher preiswerte Lösung. Wobei im Falle eines El-Mala-Verkaufs noch weitere Türen aufgehen und die Kölner sich noch ein anderes Profil sichern könnten. Fraglos müsste der FC bei einem Verlust seines Top-Scorers auch in der Offensive zusätzlich nachlegen.
So entscheidet der Poker mit dem BVB in dieser Woche über die weitere Kaderplanung – während auf dem Platz der Kampf um die Stammplätze tobt. Am Sonntag wartet mit dem Doppel-Test beim SC Paderborn die letzte Gelegenheit, sich für den Pokal-Auftakt bei den Würzburger Kickers (24. August, 18 Uhr) einzuspielen.
René Wagner dürfte wie schon bei den Partien gegen Real Sociedad am vergangenen Wochenende eine potenzielle A-Elf und eine B-Formation aufbieten. Wer in Paderborn in der A-Elf steht und überzeugt, wird gute Chancen haben, auch zum Saisonstart zu den Stammkräften zu zählen. Insofern erleben die Geißböcke nicht nur in Bezug auf El Mala wegweisende Tage.








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