Friedhelm Funkel will Cheftrainer des 1. FC Köln bleiben. Doch im Hintergrund mehren sich die Zweifel. Setzen sich die operativen Entscheidungsträger durch?
Als Werner Wolf am Montagabend zur Saisonabschluss-Feier des 1. FC Köln kam, war der Präsident schlechter Laune. Grußlos verschwand der 68-Jährige auf der Party, nachdem er gerade erst aus einer Sitzung mit dem Beirat gekommen war. Zuvor hatte sich Wolf mit dem Gemeinsamen Ausschuss getroffen.
Offenbar waren die Gespräche mit den anderen Entscheidungsträgern am Geißbockheim nicht gänzlich nach der Vorstellung des Präsidenten gelaufen. Einerseits soll es für Thomas Kessler als neuen Sportchef zwar eine klare Mehrheit gegeben haben – der Deal ist nur noch Formsache (der GEISSBLOG berichtete). Andererseits sollen die Meinungen in der Trainerfrage deutlich auseinander gehen.
Kessler sofort konsensfähig, Funkel (noch) nicht
Und genau das scheint Wolf am Montag die Stimmung verhagelt zu haben. Der Präsident weiß, dass die Wahl von Sportchef und Cheftrainer die letzten beiden großen Personalien werden, über die er beim FC mitentscheiden kann. Doch während Kessler gremien-übergreifend sofort konsensfähig war, läuft es mit der zweiten Personalie nicht so gut.
Friedhelm Funkel hat den FC zwar zum Aufstieg geführt. Der 71-Jährige hat auch schon überraschend offensiv kundgetan, dass er Cheftrainer bleiben möchte. Die Zustimmung hat der Routinier hingegen nicht auf allen Ebenen. Bemerkenswert war am Montagabend vor der Partylocation Schrotty insbesondere eine Aussage von Geschäftsführer Philipp Türoff, der sich wenig emotional, sondern nüchtern und klar äußerte.
Das ist jetzt eine ganz andere Aufgabenstellung
Philipp Türoff
Türoff erklärte, dass Funkel für die kurzfristige Interimslösung „genau der Richtige“ gewesen sei. Dann folgte das große Aber: „Das ist jetzt aber eine ganz andere Aufgabenstellung. Natürlich beschäftigen wir uns immer mit dem Trainer, der bei uns Erfolg hat, und damit auch mit Friedhelm Funkel. Aber es ist wirklich eine ganz andere Frage, und so werden wir das intern behandeln und mit Friedhelm besprechen“, machte Türoff klar.
Ausschließen wollte Türoff die Entscheidung pro Funkel nicht, doch der Finanz-Boss machte klar, dass keine emotionale, sondern eine inhaltliche Entscheidung getroffen werden müsse. „Ausgeschlossen ist nie etwas. Wir sollten Dinge nie über einen Ausschluss regeln, sondern für den FC die richtige Antwort finden. Dafür müssen wir definieren, was wir wollen, was wir brauchen. Dann gucken wir, was für uns die beste Lösung ist.“ Diese kann Funkel lauten, muss sie aber nicht.
Kesslers erste wichtige Entscheidung
So soll es auch Thomas Kessler sehen, der ebenso wie Türoff eine Schnellschuss-Entscheidung aus der Emotion heraus intern nicht gutgeheißen haben soll. Türoff als Geschäftsführer und Kessler als Sportdirektor sind die beiden operativen Kräfte, die nun die Trainer-Entscheidung treffen müssen.
Vorstand und Gemeinsamer Ausschuss müssen diese Entscheidung zwar absegnen und reden mit. Doch insbesondere Kessler dürfte sich die erste, richtungsweisende Personalie seiner Zeit als Sportdirektor kaum vom Teller nehmen lassen.








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