Der 1. FC Köln hat noch keine abschließende Trennung von Gerhard Struber hinbekommen. Derweil bekommt Thomas Kessler erneut ein großes Lob von Friedhelm Funkel.
Gerhard Struber konnte sich bislang nicht von der Mannschaft des 1. FC Köln verabschieden. Der Ex-Trainer der Geißböcke wurde am trainingsfreien Montag entlassen, und so konnte der Österreicher nicht einmal mehr seine persönlichen Sachen aus seinem Spind räumen, ehe Nachfolger Friedhelm Funkel am Geißbockheim aufschlug.
Eine Trennung, die Präsident Werner Wolf am Freitagabend in Nürnberg verteidigen musste. „Leider nicht“, sagte Wolf auf die Frage, ob es nicht anders gegangen wäre. „Es war ein spielfreier Tag und wir konnten die Spieler nicht einbestellen.“ Man sei aber in Gesprächen mit Struber und wolle eine Verabschiedung vom Team nachholen.
Erst Aufstieg, dann Personalentscheidungen
Am Freitagabend machte sich der Trainerwechsel zumindest sportlich bezahlt. Funkel holte mit dem FC einen vielumjubelten Last-Minute-Sieg in Nürnberg, und so könnte Struber – wie Markus Anfang vor sechs Jahren – nur wenige Tage vor dem Aufstieg der Geißböcke entlassen worden sein. Dem FC fehlt nur noch ein Punkt zur sicheren Bundesliga-Rückkehr.
Der Aufstieg soll die Planungen für die nächste Saison schlagartig beschleunigen, auch weil dann die Gespräche mit potenziellen Kandidaten für die Ämter des Sport-Geschäftsführers und des Cheftrainers Fahrt aufnehmen können. In den vergangenen Tagen hatten sich der Vorstand und Sportdirektor Thomas Kessler darauf konzentriert, alle Energie auf das Spiel in Nürnberg zu lenken.
Kessler: Lob von Wolf, Plädoyer von Funkel
Doch schon am Freitagabend war insbesondere die Frage nach einer Nachfolge für den ebenfalls entlassenen Christian Keller ein zentrales Thema. Kann sich Kessler Hoffnungen machen, aus der zweiten in die erste Reihe zu wechseln und Keller-Nachfolger zu werden? „Er hat das bislang sehr gut gemacht. Unsere klare Vereinbarung ist, dass wir uns auf zwei Spiele konzentrieren und danach auf den Rest“, sagte Präsident Wolf. „Jegliche Personalentscheidungen, inklusive die des Sport-Geschäftsführers, treffen wir, wenn wir wissen, wo wir hingehen.“
Erst der Aufstieg, dann die Beförderung? Auch am Freitag sprang Friedhelm Funkel dem 39-jährigen Kessler wieder zur Seite. „Er hat bislang nur im Hintergrund gearbeitet und zu wenig machen dürfen“, sagte Funkel und hielt dann, wie schon am Mittwoch, ein Plädoyer für den Ex-Torhüter. „Er bringt alles mit. Er ist empathisch, hat wieder für eine gute Stimmung auf der Geschäftsstelle gesorgt – das ist auch ganz, ganz wichtig. Ich sehe in ihm wirklich jemanden, der seine Zukunft in einer verantwortlichen Position beim 1. FC Köln haben kann.“
Das war auch für mich nicht absehbar. Seit der Club so entschieden hat, bin ich im Arbeitsmodus
Thomas Kessler
Kessler selbst wollte sich nach der Partie nicht konkret zu seiner Person äußern. „Es ist alles wahnsinnig schnell gegangen. Das war auch für mich nicht absehbar“, sagte der Sportdirektor am Sky-Mikrofon. „Seit der Club so entschieden hat, bin ich im Arbeitsmodus. Das war ein Mix aus viel mit dem Trainer und den Spielern zu sprechen und die Kaderplanung voranzutreiben. Das macht mir Spaß. Aber es entscheiden andere, wie es ab Sommer weitergeht.“ Und das, sobald klar ist, in welcher Liga der FC nächste Saison spielen wird.








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