Die Gnade der Verfolger ist womöglich aufgebraucht. Neben dem SC Paderborn hat auch die SV Elversberg den erneuten Patzer des 1. FC Köln genutzt, um näher an die Geißböcke heranzurücken. Speziell Elversberg könnte nun brandgefährlich werden.
Es gab Momente an diesem Sonntagnachmittag, da wirkte es, als komme der 1. FC Köln mal wieder mit einem blauen Auge davon. Nach dem bitter enttäuschenden 1:1 gegen Absteiger Jahn Regensburg rannten die Verfolger aus Elversberg und Kaiserslautern jeweils Rückständen hinterher. So hätten die Geißböcke mit dem SC Paderborn, der sich bereits am Freitagabend mit 2:0 auf Schalke durchgesetzt hatte, nur einen Konkurrenten im Nacken gehabt.
Doch an diesem Wochenende war es nicht wie so häufig in dieser Saison, dass sämtliche Verfolger ganz nach dem Geschmack der Kölner spielten. Kaiserslautern kam in Karlsruhe zweimal zurück, steht nach einem 2:2 beim KSC nun bei 50 Punkten – und damit genau wie Magdeburg und Düsseldorf fünf Zähler hinter dem FC. Elversberg wiederum rückte mit einem 3:1-Erfolg in Nürnberg bis auf drei Punkte an die Kölner heran und macht mächtig Druck.
Elversberg mit glänzendem Torverhältnis
Das von Horst Steffen trainierte Überraschungsteam hat mit Braunschweig und Schalke noch zwei Gegner aus dem unteren Tabellendrittel vor der Brust. Ein zusätzlicher Trumph der Saarländer ist das glänzende Torverhältnis. Hier steht die SVE ganze 13 (!) Treffer besser da als der FC.
Heißt: Verlieren die Geißböcke am Freitag in Nürnberg, könnte Elversberg am Samstagmittag mit einem Erfolg gegen Braunschweig vorbeiziehen. Das gilt auch für den SC Paderborn, der parallel Magdeburg empfängt. Der einzige positive Effekt des Elversberg-Siegs: Nürnberg ist schon vor dem Heimspiel gegen den FC endgültig aus dem Aufstiegsrennen raus, für den Club geht es um nichts mehr.
Für Köln wiederum geht es in Franken um alles. Hätte am Samstagabend jemand im RheinEnergieStadion geweilt, ohne die Tabelle zu kennen – er wäre aufgrund der Stimmungslage wohl niemals auf die Idee gekommen, dass der FC sein Saisonziel weiterhin aus eigener Kraft verwirklichen kann.
Hübers: „Müssen Schalter umlegen“
Spieler, Trainer und Verantwortliche gaben sich trotz der riesigen Enttäuschung in Müngersdorf alle Mühe, genau diesen Umstand in den Mittelpunkt zu rücken. „Man darf nicht vergessen, dass wir immer noch auf einem Aufstiegsplatz stehen. Das haben wir uns über lange Phasen erarbeitet“, sagte Torhüter Marvin Schwäbe.
Timo Hübers ergänzte: „Wir haben immer noch eine super Ausgangslage und müssen die Kirche im Dorf lassen. Der Grundton fühlt sich gerade nach Abstiegskampf an, aber letztlich können wir eine Riesen-Sache schaffen und die ist absolut im Rahmen des Möglichen.“ Hierfür nahm der Kapitän die Mannschaft in die Pflicht: „Wir müssen jetzt noch mal den Schalter umlegen, ansonsten wird es sehr eng. Wir müssen intern sprechen und dürfen uns nicht von Nebenkriegsschauplätzen oder äußeren Einflüssen leiten lassen. Es bringt nichts, sich die Köpfe einzuschlagen.“
„Wir haben nach wie vor alles in der eigenen Hand“, erinnerte Sportchef Christian Keller und Trainer Gerhard Struber sah den FC weiterhin „nah vor dem Ziel“. Speziell Elversbergs Sieg in Nürnberg hat den Weg zu diesem Ziel allerdings noch mal mit einer zusätzlichen Hürde versehen.








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