Die logische Wunschlösung: Kwasniok ist mehr als der Baumgart-Zwilling

Lukas Kwasniok und Steffen Baumgart. (Foto: IMAGO / Nordphoto)
Lukas Kwasniok und Steffen Baumgart. (Foto: IMAGO / Nordphoto)

Mit Lukas Kwasniok geht der 1. FC Köln einen ähnlichen Weg wie 2021 mit Steffen Baumgart. Genau das braucht der FC jetzt.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Endlich ist die Trainersuche beendet. Der 1. FC Köln hat mit Lukas Kwasniok den Trainer verpflichtet, den Sportdirektor Thomas Kessler als Wunschlösung identifiziert hatte. Wie zu hören war, hat sich der 39-Jährige dafür sehr viel Zeit gelassen und viele, intensive Gespräche geführt. Das war auch nötig, denn die Entscheidung hat für den FC höchste Bedeutung.

Friedhelm Funkel wäre gerne sofort ernannt worden. Das wäre ein Fehler gewesen. Genauso wie es einst ein Fehler war, sich blind auf Markus Anfang festzulegen. Oder, wie es Armin Veh bei der Ernennung von Achim Beierlorzer noch so stolz wie kurzsichtig erklärt hatte: „Ich habe nur mit ihm gesprochen.“ Solche amateurhaften Trainerentscheidungen darf es beim FC nie wieder geben.

Ähnlich und doch anders als Baumgart

Natürlich sind auch intensive Gespräche bei der Trainersuche kein Garant für Erfolg. Doch Kessler hat es sich nicht leicht gemacht. Am Ende fiel die Entscheidung auf einen Trainer, der eine sehr ähnliche Spielidee wie Steffen Baumgart mitbringt, eine sehr ähnliche Energie am Spielfeldrand ausstrahlt und trotzdem mehr ist als nur ein Baumgart-Zwilling.

Kwasniok gilt, mehr als Baumgart in seiner Zeit beim FC, als Förderer und Entwickler junger Spieler, wirft diese früher ins kalte Wasser. Darüber hinaus zeigte er sich in Paderborn taktisch variabel, mit der Dreierkette in der Grundformation unterscheidet er sich deutlich von Baumgart. Zudem bringt der 43-Jährige eine offenherzigere Art mit als der auf seine andere Art sympathische Knurrer, der jetzt bei Union Berlin ist.

Kwasniok will Kölns Energie nutzen

Aber auch andere Qualitäten waren dem FC bei der Auswahl wichtig. Insbesondere zeigte sich Kwasniok in seinen Jahren als Paderborn-Trainer mit einem guten In-Game-Coaching, also dem aktiven Einwirken von außen während der 90 Minuten eines Spiels. Diese Qualität hatten die Verantwortlichen bei Gerhard Struber letztlich vermisst. Auch stand Kwasniok in Paderborn für einen engen Kontakt mit und für einen guten Zugang zu seinen Spielern.

Und schließlich dürfte der FC in dem gebürtigen Polen einen für die Stadt und die Fans offenen Trainer gefunden haben, der bereit ist, die Energie des Umfelds wieder aufzunehmen und für den FC zu nutzen. Diese Qualität hatte seit Baumgart gefehlt. Doch genau das brauchen Stadt, Fans und Club jetzt. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga herrscht große Euphorie. Mit Kwasniok können die Vorbereitungen auf dieses Abenteuer nun endlich mit voller Kraft weitergehen.

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