Team Wettich setzt Ausrufezeichen: Wahl-Debatte nimmt wirre Züge an

Carsten Wettich, Thomas Kessler, Eckhard Sauren und Werner Wolf am Dienstag beim Mitglieder-Stammtisch. (Foto: Bucco)
Carsten Wettich, Thomas Kessler, Eckhard Sauren und Werner Wolf am Dienstag beim Mitglieder-Stammtisch. (Foto: Bucco)

Das Vorstands-Team um Carsten Wettich hat einen Meilenstein erreicht und die Hälfte der nötigen Unterschriften gesammelt, um zur Vorstands-Wahl antreten zu dürfen. Derweil nimmt die Diskussion um die Mitgliederversammlung wirre Züge an.

Das Vorstands-Team mit Wilke Stroman, Carsten Wettich und Tugba Tekkal hat die Hälfte der nötigen Unterschriften gesammelt, um im September zur Wahl antreten zu dürfen. Das gab das Trio am Freitagabend bekannt. Man habe die 2.300 Unterschriften überschritten, hieß es. Und da bekanntermaßen 4.600 Mitglieder ihre Unterstützung geben müssen, ist das Trio auf dem besten Wege, zur Wahl im Herbst zugelassen zu werden.

“Wir sind komplett geflasht davon, dass uns die Mitglieder so massiv unterstützen“, erklärte Präsidentschaftskandidat Stroman in einem Statement. „Wir spüren, dass es da einen Hunger nach einem echten Change gibt. Es ist zwar erst Halbzeit, aber: Ich kann nicht genug danken.“ Im Schnitt hat das Team bislang über 100 Unterschriften täglich gesammelt. Bis zum 31. Juli muss die Marke von 4.600 Unterschriften erreicht sein.

Jedes FC-Mitglied kann einen Antrag stellen – die wenigsten tun es

Derweil nimmt die Diskussion unter den FC-Fans zu, warum diese Sammlung überhaupt nötig ist. Dabei ist dies klar geregelt: Die Drei-Prozent-Regelung ist seit Jahren in der Satzung festgeschrieben. Einen Antrag, die Regelung zu ändern, gab es seit Einführung der neuen Satzung jedoch nur ein Mal – auf der Mitgliederversammlung 2021. Dort wurde der Antrag mit großer Mehrheit der Mitglieder abgelehnt, auch vom noch amtierenden Vorstand.

Zur Erinnerung: Jedes FC-Mitglied hat das Recht, einen Antrag auf Änderungen der Satzung zu stellen. Genutzt hat es in diesem Punkt seit 2021 niemand mehr. Dass nun eine Diskussion zur Reform der Satzung aufkommt, ist aufgrund der politischen Lage im Club nicht überraschend. Die einzigen konkreten Ziele zu einer großen Reform hat bislang allerdings das „Team FC“ mit Jörn Stobbe, Jörg Alvermann und Ulf Sobek vorgelegt (Weniger Gremien, mehr Transparenz – der GEISSBLOG berichtete).

Noch-Vorstand lehnte Satzungsänderung ab

Der amtierende Vorstand, zu dem auch Wettich gehört, hat dies indes in den vergangenen Jahren verpasst. Umso verwunderter ist so mancher Fan, dass der Noch-Vorstand nun die Unterschriften-Regelung kritisiert – und überdies die Rolle des Mitgliederrates, dem Wettich selbst lange angehörte.

Der jüngste Streit zwischen Vorstand und Mitgliederrat entbrannte an der Frage nach einer hybriden Mitgliederversammlung. Der Vorstand wollte in diesem Herbst eine durchführen, der Mitgiederrat lehnte dies ab. Es sei bemerkt, dass der Noch-Vorstand selbst jahrelang eine solche hybride MV abgelehnt hatte, unter anderem 2021. Damals war auch ein Antrag gestellt worden, um eine hybride MV verpflichtend zu machen. Das wollte der Vorstand nicht.

Vorstand sorgte für MVs mit geringer Beteiligung

Am Dienstagabend nun beim Mitglieder-Stammtisch wurde der offene Bruch zwischen dem Vorstand und dem Mitgliederrat noch einmal für alle ersichtlich. Präsident Werner Wolf hatte zwar zuletzt diplomatisch davon gesprochen, welch professionelles Verhältnis der Vorstand mit allen Gremien pflege und wie gut man intern kommuniziere – nur um dann am Dienstag den Mitgliederrat vor laufender Kamera zum Sündenbock zu erklären.

Wolf zeichnete den Vorstand als stets offen für eine möglichst große Mitgliederversammlung. Dass der Vorstand selbst in den letzten Jahren nichts dafür getan hatte, um mehr Menschen zu den MVs zu bekommen, ließ der Präsident geflissentlich unerwähnt. Dabei zeigt ein Blick auf die Statistiken: Vier der fünf bisherigen MVs unter dem Noch-Vorstand fanden unter der Woche statt. Dazu fiel die prozentuale Teilnahme der Mitglieder an den letzten vier FC-Versammlungen auf die Tiefstwerte der letzten 15 Jahre.

Kampf um die Nachfolge

Wirre Diskussionen also um die Mitgliederversammlung, die nun erstmals überhaupt im RheinEnergieStadion ausgetragen wird – und das an einem Tag am Wochenende. Immerhin: Der Erfolg des Teams Stroman/Wettich/Tekkal dürfte zumindest zu einer höheren Beteiligung vor Ort im September führen. Was der Noch-Vorstand fünf Jahre lang verpasste, gelingt offenbar nun durch den Kampf um die Nachfolge.

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