Der 1. FC Köln hat zwei wichtige Transfers für die Bundesliga getätigt, die Trainer-Entscheidung steht bevor. Thomas Kessler geht seine neue Rolle mit viel Selbstvertrauen an. Das hat der FC auch dringend nötig.
Ein Kommentar von Marc L. Merten
Dass Ragnar Ache zum 1. FC Köln wechseln würde, hatte sich wochenlang angebahnt. Der Transfer des Stürmers war nicht erst angestoßen worden, nachdem Ex-Sportchef Christian Keller entlassen worden war. Dieser Deal war schon länger vorbereitet gewesen. Anders liegt der Fall bei Isak Johannesson. Thomas Kessler hatte diesen Spieler ins Visier genommen und den Transfer zügig zum Abschluss gebracht.
Mit diesen beiden Transfers haben die Geißböcke ein frühes und dringend benötigtes Ausrufezeichen auf dem Transfermarkt gesetzt. Ache zeigt, dass nicht alles, was Keller vorbereitet hatte, vom Tisch gewischt worden ist. Johannesson zeigt, dass es aber sehr wohl Veränderungen in der Ausrichtung gibt. Was es jetzt noch braucht, ist eine ebenso zügige Beantwortung der Trainerfrage.
Klare Signale: Kessler muss sich freischwimmen
Denn Kessler weiß auch, dass an der Trainerfrage ebenso wie an den ersten Transfers nicht nur die nächste Bundesliga-Saison hängt, sondern weitere Personalentscheidungen für die Zukunft. Spieler wie Eric Martel und Damion Downs schauen sich gerade ganz genau an, ob Kessler in der Lage ist, einen konkurrenzfähigen Kader mit einem passenden Trainerteam zu bauen. Erst dann werden diese Spieler entscheiden, ob sie in Köln verlängern.
So haben Kesslers Entscheidungen weitreichende Konsequenzen. Diesen scheint sich der 39-Jährige bewusst zu sein, denn der Sportdirektor tritt nach seiner Beförderung merklich selbstbewusst und geradlinig auf. Einerseits versucht er Risse zu kitten, die in den letzten Jahren entstanden waren. Andererseits weiß er, dass er sein Profil schärfen muss. Denn auch er steht als ehemaliger Lizenzspieler-Leiter für alle Entscheidungen, die unter Sportchef Christian Keller getroffen wurden – ob er sie intern gutgeheißen hat oder nicht.
Transfers befeuern die neue FC-Euphorie
Kessler muss also den Drahtseilakt vollführen, sich als neuer Sportchef zu positionieren, darf dabei aber auch nicht als Wendehals gelten, der mit allem Vergangenen nichts mehr zu tun haben will. Kessler dürfte unter Keller häufiger die Faust in der Tasche geballt haben, muss und will nun aber seinen eigenen Weg aufzeigen. Mit Ache und Johannesson hat er starke Signale gesetzt, mit der Trainerfrage wird das nächste zeitnah folgen.
Dann hat Kessler innerhalb von etwas mehr als zwei Wochen den FC deutlich angeschoben. Die beiden Transfers haben die Aufstiegs-Euphorie noch einmal gefeuert. Die Fans haben Bock auf die Bundesliga. Davon kann der FC nur profitieren – genauso wie Kesslers Arbeit. Denn wenn Köln erst einmal voller Energie auf die neue Saison blickt, kann diese Kraft zu einem Lauffeuer werden, wovon sich Fans und Spieler gleichermaßen anstecken lassen. Auch Spieler, die noch überlegen, ob sie in Köln bleiben oder zum FC wechseln sollen.








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