Die Mannschaft des 1. FC Köln steckt mitten im Umbruch. Sportdirektor Thomas Kessler hat bereits mehr als 20 Kader-Bewegungen vollzogen. Wie viel steckt noch von Christian Kellers Amtszeit in den Geißböcken?
Die Profi-Mannschaft des 1. FC Köln hat in diesem Sommer ein neues Gesicht bekommen. Während seiner etwas mehr als drei Jahre andauernden Amtszeit als Sport-Geschäftsführer beim 1. FC Köln hatte Christian Keller 25 Spieler verpflichtet. Ein Großteil davon hat den Club jedoch inzwischen wieder verlassen, andere stehen nicht erst seit diesem Sommer auf dem Abstellgleis. Von den verbliebenen Spielern hat sich nur ein Profi zum echten Leistungsträger entwickelt.
Diese Spieler sind schon wieder weg
Zwölf der 25 Spieler stehen schon wieder bei einem anderen Club unter Vertrag. Jeff Chabot ist dabei der einzige Profi, der nach dem Abstieg von seiner Ausstiegsklausel Gebracht gemacht hatte, um mit dem VfB Stuttgart seine Chance auf die Champions League zu nutzen. Kristian Pedersen, Faride Alidou, Rasmus Carstensen (aktuell mit Kaufoption verliehen), Anthony Racioppi und Nikola Soldo hatten sich hingegen beim FC nicht durchsetzen können. Mit Davie Selke hatte sich Keller derweil nicht auf einen neuen Vertrag einigen können, der Vertrag von Philipp Pentke wurde nicht verlängert. Steffen Tigges wechselte in diesem Sommer mangels Einsatz-Perspektiven zum SC Paderborn.
Und dann wären da noch die Leih-Rückkehrer Chilohem Onuoah und Mansour Ouro-Tagba. Während letzterer zum VfB Stuttgart inklusive Kaufoption verliehen wurde, soll Onuoah ein weiteres Jahr beim SC Verl Spielpraxis sammeln. Malek El Mala, ebenfalls Leih-Rückkehrer, soll sich derweil vorerst bei der U21 in der Regionalliga beweisen. Ob sich das Trio langfristig beim FC durchsetzen wird, ist ungewiss.
Diese Spieler dürfen gehen
Kellers damaliger Königstransfer, Sargis Adamyan, ist beim 1. FC Köln derweil vollständig auf das Abstellgleis geraten. Nach seiner halbjährigen Leihe zu Jahn Regensburg wollte der Angreifer unter Neu-Trainer Lukas Kwasniok noch einmal durchstarten. Nach nicht einmal zwei Wochen wurde der Armenier jedoch schon aussortiert und darf sich seither bei der U21 fit halten, ohne jedoch in der Regionalliga zu Einsätzen zu kommen. Spieler und Verein sind um eine vorzeitige Trennung bemüht, eine Einigung ist derzeit aber nicht absehbar.
Gleiches gilt auch für Florian Dietz, den Keller zwar nicht selbst zum FC geholt hatte, dessen Vertragsverlängerung im vergangenen Sommer jedoch für Unverständnis gesorgt hatte. Auch hier klappte die Leihe nach Österreich auch aufgrund einiger Verletzungen nicht, sodass Dietz nun wie Adamyan bei der U21 trainiert, jedoch nicht spielt.
Bei den Profis zeigen darf sich aktuell noch Imad Rondic. Der Bosnier war im Winter nach zähen Verhandlungen aus Polen gekommen und hatte von Keller direkt einen Viereinhalbjahres-Vertrag bekommen. Beim Testspiel gegen Atalanta Bergamo hatte es der Stürmer jedoch nicht mehr in den Kader geschafft. Kwasniok erklärte hinterher, man habe Rondic mitgeteilt, in der kommenden Saison wohl nur zu wenig Einsätzen zu kommen. Nun steht der Angreifer schon wieder vor dem Abschied.
Hinzu kommen noch Jacob Christensen und Luca Kilian. Beide waren in den vergangenen Jahren vom Verletzungspech verfolgt gewesen, weshalb der genaue Leistungsstand ungewiss ist. Der dänische Mittelfeldspieler konnte seine Bundesliga-Tauglichkeit allerdings auch zuvor noch zu keinem Zeitpunkt unter Beweis stellen. Angesichts der aktuellen Kadergröße würde man beiden Spielern wohl keine Steine in den Weg legen.
Stammplatz und Ergänzungen
Blickt man auf die Startelf der Generalprobe gegen Bergamo, haben es von Kellers Transfers lediglich Joël Schmied und Eric Martel in die Startelf geschafft. Letzterer hat dabei eine Stammelf-Garantie und gehört zu den absoluten Leistungsträgern im Kader von Lukas Kwansiok. Schmied hat derweil nach einem durchwachsenen ersten Halbjahr eine ordentliche Vorbereitung hinter sich und darf sich berechtigte Hoffnungen auf einen Startelf-Platz zu Saisonbeginn machen.
Zum erweiterten Kreis der Startelf-Anwärter gehören auch Luca Waldschmidt und Linton Maina. Winter-Neuzugang Jusuf Gazibegovic sowie Denis Huseinabsic, Dominique Heintz und Leart Pacarada sind aktuell hinten dran. Das letztgenannte Trio hat es für das erste Kwansiok-Pflichtspiel gegen Jahn Regensburg nicht in den Kader geschafft und muss aktuell anderen Spielern den Vortritt lassen. Leih-Rückkehrer Said El Mala wird sich wohl ebenfalls noch gedulden müssen, dem Youngster wird allerdings perspektivisch der Durchbruch in der Bundesliga zugetraut.
Fazit
Von den 25 Spielern, die Christian Keller während seiner Amtszeit zum 1. FC Köln geholt hat, ist fast die Hälfte schon wieder weg. Andere stehen vor einem baldigen Abschied. Blickt man auf die zu erwartenden Startelf für die kommende Saison, gehört einzig Eric Martel zu den uneingeschränkten Leistungsträgern. Zur Wahrheit gehört jedoch auch: Keinen einzigen Transfer hat Keller im Alleingang realisiert. Sowohl Sportchef Thomas Kessler, als auch der Vorstand als Kontrollorgan im Beirat, haben ihre Zustimmung zu den Neuverpflichtungen gegeben. Nun verpasst Kessler dem FC als sportlich Verantwortlicher jedoch ein neues Gesicht.








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