Der 1. FC Köln hat in diesem Transfer-Sommer so viele Neuzugänge vorgestellt wie seit 20 Jahren nicht mehr. Bei einem weiteren Neuzugang würde der Club sogar einen neuen Rekord aufstellen.
Kein anderer Bundesligist hat in diesem Sommer bislang so viele Transfers getätigt wie der 1. FC Köln (der GEISSBLOG berichtete). Inklusive der beiden Leih-Rückkehrer Said und Malek El Mala, die angesichts der Transfersperre im vergangenen Sommer nicht sofort registriert werden konnten, haben die Kölner Stand jetzt zwölf Neuzugänge in ihren Reihen.
So viele neue Spieler präsentierte der FC zuletzt im Sommer vor 20 Jahren – die jeweiligen Winter-Transfers außen vor gelassen. Zur Saison 2005/26 hießen die Neuzugänge Peter Madsen, Björn Schlicke, Imre Szabics, Albert Streit, Anthony Lurling, Youssef Mokhtari, Patrick Helmes, Timo Achenbach, Marvin Matip, Dimitrios Grammozis, Patrick Weiser und Alpay Özalan.
Kessler vor Transfer-Rekord
In keinem anderen Sommer holte der FC bis heute erneut zwölf neue Spieler, nie in der Geschichte des Clubs waren es mehr. Heißt auch: Sollte Sportdirektor Thomas Kessler bis zum Ende des Transferfensters am 1. September noch einen weiteren Neuzugang verpflichten, würde der Ex-Torhüter gleich in seinem ersten Jahr als sportlich Verantwortlicher einen Transfer-Rekord aufstellen. Zwar hatte noch Ex-Sportchef Christian Keller noch die El Mala-Brüder verpflichtet – Kessler war es jedoch, der in diesem Sommer mit beiden noch einmal verlängert hat.
Lässt man die aktuelle Saison sowie den vergangenen Transfer-Sommer, als der FC keine Spieler registrieren durfte, außen vor, haben die Kölner in diesem Jahrtausend durchschnittlich sieben Spieler vor einer Spielzeit verpflichtet. Damit lag der FC zuletzt unter dem Bundesliga-Durchschnitt. In den vergangenen zehn Jahren haben die 18 Vereine insgesamt 1634 neue Spieler präsentiert, macht durchschnittlich pro Saison 163,4 Neuzugänge.
Bislang 107 Neuzugänge
Pro Mannschaft wären das im Schnitt neun Neuzugänge. Lag der FC in seiner Vergangenheit also zwei Spieler unter dem Durchschnitt, hat der Aufsteiger nun schon drei Transfers mehr getätigt. Aktuell liegt die Bundesliga übrigens bei 107 Neuzugängen – knapp sechs Zugänge pro Mannschaft. Zwei Wochen bleiben den Vereinen inklusive dem FC bis zum Transferschluss, um den Schnitt noch weiter nach oben zu treiben.
Zu der Transferoffensive in der Lage waren die Geißböcke natürlich auch durch die Verkäufe von Damion Downs und Max Finkgräfe, die gemeinsam zwölf Millionen Euro plus mögliche Boni in die Kasse spülten. „Die Spieler waren noch nicht offiziell weg, aber ich wusste, dass die Wahrscheinlichkeit hoch sein wird, dass sie nicht mehr da sind, wenn ich komme“, war sich Lukas Kwasniok von Beginn an darüber im Klaren, dass der Kölner Umbruch groß ausfallen und „ein bisschen Geld“ vorhanden sein wird.
Kwasniok: „Faustpfand“ bei Transfers
Mehr als 20 Millionen Euro sind für die Zugänge geflossen – aus Sicht des Trainers eine Notwendigkeit: „Die Ablösesummen sind gestiegen, es ist sehr viel Geld im Spiel. Für uns ist es trotzdem schwierig, weil wir in einem anderen Teich fischen und sehr viel Konkurrenz haben.“
Wobei es für Kwasniok dennoch nicht überraschend kommt, dass der FC so viele Spieler überzeugen konnte, nach Köln zu wechseln: „Wir haben ein Faustpfand. Wenn man mit den Spielern über diesen Verein spricht, wenn sie von den Mitgliederzahlen hören, wenn sie das erste Mal im Stadion sind – da ist eine Emotionalität, die die Spieler für den FC entscheiden lassen. Das ist ein Vorteil.“ Ein Vorteil, den die Verantwortlichen in diesem Sommer reihenweise ausspielen konnten.








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