„Genugtuung“ für „Defensiv-Allrounder“ auf neuer Position

Tom Krauß feiert den FC-Sieg mit Rav van den Berg und Denis Huseinbasic vor dem Gästeblock. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)
Tom Krauß feiert den FC-Sieg mit Rav van den Berg und Denis Huseinbasic vor dem Gästeblock. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Tom Krauß hat am Sonntag sein erstes Bundesliga-Spiel für den 1. FC Köln absolviert – ausgerechnet auswärts bei dem Verein, bei dem der Defensiv-Spezialist noch unter Vertrag steht. Das sagt der Sommer-Neuzugang zu seiner Rückkehr und seiner neuen Rolle.

Fünf Millionen Euro hatte sich der 1. FSV Mainz 05 im Sommer 2023 die Dienste von Tom Krauß kosten lassen. Den wirklichen Durchbruch schaffte der gebürtige Leipziger bei den 05ern aber nicht. In seiner ersten Saison in Mainz absolvierte Krauß zwar 29 Bundesliga-Spiele, 13 davon von Beginn an. Schon in der Folge-Saison wurde der ehemalige U21-Nationalspieler aber zuerst an Luton Town und dann an den VfL Bochum weiterverliehen.

Und auch in diesem Sommer schienen die Rheinhessen, bei denen Krauß noch bis 2027 unter Vertrag steht, nicht mehr mit dem 24-Jährigen zu planen. Entsprechend schlug der 1. FC Köln zu und lieh Krauß für eine Saison aus. Sollte der FC den Klassenerhalt in dieser Saison schaffen, würde zudem die Kaufpflicht in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro greifen.

Krauß verspürt Genugtuung

Sein erstes Bundesliga-Spiel für seinen neuen Club führte Krauß derweil am Sonntag ausgerechnet an alte Wirkungsstätte nach Mainz. „Es fühlt sich schön an, vor allem auch gegen den Verein, bei dem ich noch unter Vertrag stehe“, sagte Krauß nach dem 1:0-Erfolg der Kölner in der Mewa-Arena. Dann schob der gelernte Sechser hinterher: „Ein bisschen Genugtuung ist für mich auch dabei.“

Krauß hatte dabei als linker Innenverteidiger in der Kölner Startelf gestanden. Eine Position, auf der er bereits die gesamte Vorbereitung zum Einsatz gekommen war – mal zentral in der Dreier-Reihe, mal auf der linken Seite. „Es ist neu für mich“, gab das Eigengewächs von RB Leipzig zu. „Ich musste dann auch erstmal ein bisschen reinkommen. Aber je länger das Spiel ging, desto sicherer wurde ich dann auch.“

Erst ein Spiel in der Innenverteidigung

In seiner Profi-Laufbahn hatte Krauß zuvor erst einmal in einem Pflichtspiel als Innenverteidiger agiert. Im November 2020 war der eigentliche Mittelfeldspieler bei seiner Leihstation in Nürnberg im Derby gegen Greuther Fürth (2:3) in der Abwehr aufgelaufen. Seine neue Rolle beim FC ist für Krauß aber kein Problem. „Mir ist wichtig, dass der Trainer sieht, was meine Qualitäten sind. Die sieht er auch in der hinteren Kette, damit ich das Spiel mit dem Ball gestalten kann. Es ist nicht so schlecht, wenn man auf mehreren Positionen spielen kann“, erklärte Krauß.

Im ersten Pflichtspiel der Saison, im DFB-Pokal gegen Jahn Regensburg, hatte noch Cenk Özkacar in der Innenverteidigung begonnen. Krauß hatte derweil die gesamten 90 Minuten auf der Bank verbracht. Gegen Mainz wollte Lukas Kwasniok jedoch „die Vibes wie gegen Atalanta auf dem Feld haben“, berichtete der Trainer und stellte entsprechend wie in der starken Generalprobe gegen die Italiener auf.

So erklärt Kwasniok die Krauß-Rolle

Dabei erklärte der 44-Jährige auch die Überlegungen hinter der bislang eher ungewohnten Rolle für Krauß: „Der Vorteil als Rechtsfuß auf der linken Seite ist, dass man gut auflösen kann.“ Mit der Umsetzung war Kwasniok allerdings nicht vollständig zufrieden, nahm Krauß nach 68 Minuten vom Feld und brachte Özkacar. „Die Theorie war gut, die Praxis nicht ganz optimal“, sagte der Trainer.

Mit Krauß hat Kwasniok jedoch eine flexibel einsetzbare Option in der Defensive. Sollten Eric Martel oder Isak Johannesson einmal ausfallen, könnte Krauß bekanntlich auch die Rolle auf der Sechs übernehmen. Aktuell sieht der Trainer den Neuzugang jedoch eher in der Abwehr. „Er bringt Energie und die Bereitschaft mit, die Kette immer wieder rauszuschieben“, erklärte der Coach und machte klar: „Deswegen ist er als Defensiv-Allrounder für uns wertvoll.“

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