Nicht nur der 1. FC Köln befindet sich im Wahlkampf-Modus. Auch in der Stadt Köln wird im September ein neuer Rat gewählt. Dabei steht der FC jedoch auch politisch im Mittelpunkt – und greift nun indirekt in den Wahlkampf ein.
In einer Guerilla-Aktion haben Unbekannte in Köln zahlreiche Wahlplakate der CDU und der Grünen überklebt und eigene Botschaften aufgedruckt. Der Tenor: Diese beiden Parteien sind gegen den 1. FC Köln. Wer für den FC sei, müsse also andere Parteien wählen.
Die durch die Aufkleber veränderten Plakate sehen auf den ersten Blick täuschend echt aus. Erst die Botschaften zeigen, dass es sich um eine Aktion offenbar von FC-Fans handelt, die vor der Kommunalwahl am 14. September 2025 in Köln ein Signal senden wollen. Bekanntlich haben Grüne und CDU in der Vergangenheit immer wieder die Pläne des 1. FC Köln durchkreuzt, das Geißbockheim auszubauen.
Adenauer-Seitenhieb von FC-Fans
So finden sich die beiden Parteien nun im Blick zahlreicher Fans wieder. Auf dem vermeintlichen Wahlplakat der Grünen ist ein Hennes im Fadenkreuz zu sehen, dazu der Schriftzug: „Grün denken, Rut un Wiess blockieren – zusammen gegen den 1. FC Köln“. Bei den CDU-Plakaten ist ein großes FC-Wappen durchgestrichen mit den Worten „Moratorien und Lügen. Fünf weitere Jahre CDU.“ Mit dem Nachsatz: „…Konrad würde sich schämen“. Gemeint ist freilich Konrad Adenauer, einer der Väter der CDU.
Grüne und CDU wissen bereits seit längerem, dass sie im Wahlkampf Gegenwind durch den FC und seine Fans erwarten konnten. Nach GEISSBLOG-Informationen sind für die kommenden Wochen weitere Aktionen geplant, auch vom FC selbst, um Einfluss auf den Wahlkampf zu nehmen. Insbesondere die widersprüchliche Positionierung der CDU ist den Geißböcken ein Dorn im Auge.
Weitere FC-Aktionen im Wahlkampf geplant
Im Wahlprogramm hat sich die CDU eindeutig gegen den FC positioniert (der GEISSBLOG berichtete). Der Oberbürgermeister-Kandidat der Union, Markus Greitemann, hatte darauf öffentlich zurückrudern müssen. „Der 1. FC Köln hat es verdient ein Leistungszentrum zu bekommen, das seinen Namen verdient“, sagte Greitemann beim „Klappstuhl“ im Interview mit Till Quitmann. „Ich stehe für den Bebauungsplan, der seinerzeit erstellt worden ist.“
Dieser Bebauungsplan sieht Fußballplätze auf den Gleueler Wiesen vor. Diese Wiesen sollen aber laut CDU-Wahlprogramm dauerhaft vor einer Bebauung geschützt werden. Wie Greitemann diesen Widerspruch im Fall seiner Wahl zum Oberbürgermeister auflösen will, sagte er nicht. Jedoch ließ er sich direkt eine Hintertür offen, die Plätze doch nicht unterstützen zu müssen.
Kompromissvorschlag als Hintertür?
„Jetzt haben wir die Situation, dass ein Kompromissvorschlag vorgelegt worden ist. Den werde ich mir als Oberbürgermeister genau anschauen.“ Dieser sieht vor, dass der FC zwar das Leistungszentrum bauen darf, dafür aber auf die Plätze auf den Gleueler Wiesen verzichtet. Dafür sollen mehrere Satellitenplätze geschaffen werden. Doch auch die wollte die CDU kürzlich noch in Teilen dauerhaft blockieren, woraufhin der FC kurzfristig eine Demo am Rathaus organisierte. Daraufhin wurde die Abstimmung abgesagt.
Nun also die Plakat-Aktion einiger FC-Fans, die die Politik weiter in Aufruhr versetzt. Eines ist 2025 klar: Ohne den 1. FC Köln und die Anhänger der Geißböcke geht in diesem Wahlkampf wenig. Offen ist, ob die FC-Fans am Ende den Ausschlag geben werden. Am 14. September wählen die Bürgerinnen und Bürger Kölns den neuen Rat, am 27. September die Mitglieder der Geißböcke einen neuen Vorstand. Danach ist klar, wie es in Köln und am Geißbockheim weitergehen wird.







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