Der 1. FC Köln ist erst der 15. Aufsteiger der Bundesliga-Historie, der mit zwei Siegen in die Saison gestartet ist. Dieses Kunststück gelang den Geißböcken vor 20 Jahren schon einmal. Doch damals folgte ein dramatischer Absturz.
Als Fan des 1. FC Köln schaut man in der Länderspielpause lieber einmal zu viel als einmal zu wenig auf die Tabelle. Einen dritten Platz in der Bundesliga gab es zuletzt vor drei Jahren zu bestaunen, damals ebenfalls nach dem zweiten Spieltag. Dass sich Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach in der unteren Hälfte des Klassements befinden, sorgt diesmal noch für zusätzliche Genugtuung.
Trainer Lukas Kwasniok freut sich allerdings mehr über die optimale Ausbeute – sechs von sechs möglichen Zählern – als über Rang drei: „Der Tabellenplatz spielt eine untergeordnete Rolle, aber du brauchst Punkte. Je früher du sie einheimsen kannst, umso besser ist es.“
„Auf Boden der Tatsachen katapultieren“
Ein Blick in die Geschichtsbücher der Bundesliga offenbart, dass der Sechs-Punkte-Start des FC nicht nur eine nette Überraschung, sondern vielmehr historisch gut ist. Kwasnioks Team ist in mehr als 60 Jahren Bundesliga erst der 15. Aufsteiger, der seine ersten beiden Spiele gewonnen hat. Dieses Kunststück gelang zuletzt Hannover 96 in der Saison 2017/18.
„Wir freuen uns über den Start, können ihn aber gut einordnen und werden weiter hart arbeiten“, verspricht Kwasniok. Auf die Euphorie der Fans, auf die Europapokal-Gesänge, müsse man sich einlassen – doch der FC-Trainer wolle „die Leute im richtigen Moment auch wieder auf den Boden der Tatsachen katapultieren“.
Abstieg 2005/06 nach zwei Siegen zum Start
Womöglich hilft dabei eine böse Erinnerung, die mit dem Sechs-Punkte-Auftakt verknüpft ist. Von den 14 Aufsteigern, die ebenfalls mit zwei Siegen gestartet sind, ist nur eine einzige Mannschaft am Ende abgestiegen – es war der 1. FC Köln in der Saison 2005/06.
Damals hatten die Geißböcke mit zwölf Neuzugängen genau wie jetzt einen riesigen Umbruch vollzogen, hatten mit Uwe Rapolder einen neuen Trainer an der Seitenlinie und gewannen am ersten Spieltag mit 1:0 gegen Mainz (damals in Müngersdorf). Auf den zweiten Erfolg, ein 3:2 in Stuttgart, folgte am fünften Spieltag noch ein 2:1-Sieg im Derby gegen Gladbach – und dann ein brutaler Absturz. 18 Partien in Serie blieb der FC ohne Dreier, stieg am Ende der Saison ab.
Natürlich deutet aktuell nichts auf eine Entwicklung wie vor 20 Jahren hin. Doch der damalige Saisonverlauf zeigt, dass ein guter Start keine Garantien mit sich bringt. Top-Scorer Marius Bülter warnt daher: „Wir müssen auf dem Boden bleiben, es waren nur zwei Spiele. Das sind sechs Punkte für den Klassenerhalt, das sollte jedem klar sein.“
Ich hoffe, uns gelingt in dieser Saison eine große Überraschung.
Jakub Kaminski
Wobei sich der eine oder andere FC-Profi auch angriffslustig äußert. So sagt Jakub Kaminski grinsend: „Ich hoffe, uns gelingt in dieser Saison eine große Überraschung.“ Ob für den Klassenerhalt oder für mehr: Dass die sechs bereits eingesammelten Punkte im weiteren Saisonverlauf helfen werden, darüber sind sich alle Beteiligten einig.
Thielmann erinnert an 2023
„Wir haben es vor zwei Jahren erlebt“, erinnert Jan Thielmann an die Abstiegssaison 2023/24: „Das erste Spiel in Dortmund haben wir gut gespielt, sind aber mit null Punkten nach Hause gefahren. Es tut sehr gut, jetzt mit sechs Punkten gestartet zu sein.“ Wobei auch er meint: „Über Ziele oder Träume brauchen wir nicht zu reden.“ Die kommen von ganz alleine, falls der FC an die ersten Partien anknüpfen kann – und sich in eine andere Richtung als vor 20 Jahren entwickelt.






Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!