Der FC muss, darf und soll sich über diese Niederlage ärgern

Die FC-Spieler bedanken sich beim Support der Kölner Fans in Leipzig. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)
Die FC-Spieler bedanken sich beim Support der Kölner Fans in Leipzig. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Der 1. FC Köln hat die erste Niederlage unter Lukas Kwasniok erlitten. Dass bei RB Leipzig mehr drin gewesen wäre, ist ein gutes Zeichen. Dass es nicht geklappt hat, Teil der weiter nötigen Entwicklung.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Als die Spieler des 1. FC Köln nach dem 1:3 bei RB Leipzig vom Rasen gingen, war die Enttäuschung groß. Aber auch der Ärger. Den Spielern war anzumerken, dass sie um die verpasste Chance auf weitere Punkte wussten. Sie waren nicht zufrieden mit ihrer Leistung, ließen Lob nicht zu. Wer verliert und eigentlich hätte punkten können, muss, darf und soll sich ärgern.

Insofern war die Reaktion der FC-Profis das Positivste aus den 90 Minuten in Leipzig. Dabei war auch das Kölner Spiel nicht schlecht gewesen. Es war sogar phasenweise stark gewesen. Die Reaktion auf das frühe 0:1. Die Reaktion in der zweiten Halbzeit trotz des Zwei-Tore-Rückstands. Die Sturm- und Drangphase, beginnend nach gut einer Stunde. Das war der Fußball, den Lukas Kwasniok sehen will.

Der FC wurde nicht zerlegt, aber…

Der FC-Trainer erklärte hinterher, dass Leipzig der bislang beste Gegner in dieser Saison gewesen sei. Und fraglos war er das auch gewesen. Mit dem enormen Tempo im Angriff, mit den Dribbler-Qualitäten von Bakayoko und Diomande, mit der Wucht aus dem Mittelfeld und der laufintensiven Arbeit gegen den Ball. Dennoch hatte der FC viele dieser Qualitäten über weite Teile des Spiels im Griff.

Dass es dennoch nicht reichte, war der Standardschwäche in der bisherigen Saison geschuldet. Der FC verursachte auch in Leipzig zu viele ruhende Bälle, verteidigte sie schlecht. Leipzig spielte den FC nicht auseinander, sondern siegte am Ende, weil ein Eckball zum 0:1 und ein Freistoß zum 1:3 ausreichten. Wenn sich die FC-Spieler über etwas ärgern sollten, dann über ihre Passivität bei ruhenden Bällen und beim teils völlig unnötigen Verursachen dieser Standards.

Eine halbwegs sorgenfreie Saison ist möglich

Das Gute aus Kölner Sicht ist: Am Verteidigen von Standards kann man arbeiten. Das ist Fleißarbeit und eine Frage der Konzentration und des Willens. Dass viele weitere Elemente im Kölner Spiel dagegen schon gut passen, hilft als Lehre aus der Niederlage in Leipzig. Der FC wird nicht überrannt, der FC wird nicht in seine Einzelteile zerlegt, der FC kann vielmehr mithalten und auch einem Team wie RB gefährlich werden.

In der noch jungen Saison ist diese Erkenntnis wichtig im Moment der ersten Niederlage. Eine Pleite kann schnell Zweifel sähen. Nicht jedoch diese. Ja, über 90 Minuten siegte Leipzig nicht unverdient. Ein Punkt wäre aber möglich gewesen, weil viele Grundprinzipien beim FC funktionieren. Die Feinarbeit findet nun statt. Und sie ist Teil der weiter nötigen Entwicklung, damit die Geißböcke eine halbwegs sorgenfreie Saison spielen können. Möglich ist das. Das hat das Spiel in Leipzig gezeigt.

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

DISKUTIER MIT!

Willkommen im Kommentarbereich des GEISSBLOG!
Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
57 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertete