Liveticker-Nachlese: So lief die Wahlarena mit den Präsidentschafts-Kandidaten

Die Wahlarena mit Jonas Hector in der HALLE Tor 2. (Foto: GEISSBLOG)
Die Wahlarena mit Jonas Hector in der HALLE Tor 2. (Foto: GEISSBLOG)

Am 27. September findet die richtungsweisende Vorstandswahl beim 1. FC Köln statt. Knapp zwei Wochen zuvor stellen sich am Montagabend die drei kandidierenden Teams in einer Wahlarena, durchgeführt von Jonas Hector und Fabian Köster, bei einer Podiumsdiskussion auch den Fragen der Mitglieder. Der GEISSBLOG tickert live aus der Halle Tor 2.

++ DAS WAR’S. Jonas Hector verabschiedet die Kandidaten und die Menschen in der Halle Tor 2. Danke, dass Ihr den Abend beim GEISSBLOG verfolgt habt. Macht et joot! ++

++ Stroman: „Meine Tochter hat mich gefragt: Spielen wir wieder Europa, wenn du gewählt wirst? Ein kindlicher Traum, aber wir brauchen Visionen. Wir haben in den letzten Jahren nicht alles rausgeholt. Wir haben die Chancen, wir müssen sie nur nutzen. Ich stehe mit meinem Know-how dafür, den FC auf das nächste Level zu führen. Nicht nur für meine Kinder, sondern für den gesamten FC.“ ++

++ Adenauer: „Vertraut dem Team Adenauer! Adenauer hat Köln schon immer gut getan. Wir waren die ersten, die Demokratie in diesen Verein gebracht haben. Wählt uns!“ ++

++ Stobbe: „Ihr müsst euch überlegen: Die ganzen Visionen – wem traut Ihr das zu umzusetzen? Danke!“ Oh, das war kurz. ++

Jetzt kommen die Schlussplädoyers

++ Stobbe: „Wir sind Verbündete mit dem Breitensport. Wir müssen eine Lösung für den FC, aber auch für die gesamte Stadt finden.“ ++

++ Jetzt geht’s zum Geißbockheim. Adenauer: „Der 1. FC Köln ist so wichtig, von 4,6 Hektar an der Gleueler Wiese drei Fußballplätze an den FC abzutreten. Wenn das nicht funktioniert, hätten wir einen erheblichen Wettbewerbsnachteil. Deswegen gehen uns Talente flöten. Ich werde meine gesamte Kraft dafür aufwenden, dass wir am GBH zusätzliche Trainingsmöglichkeiten bekommen.“ ++

++ Jetzt kommen Kiesewetter und Hollweck: Sie wollen in einem halben Jahr die Plätze am Geißbockheim bauen, 2026 die Champions-League-Hymne im RheinEnergieStadion hören und eine hybride Mitgliederversammlung festlegen. 2028 soll der Kauf des Stadions erfolgen und dann der Ausbau auf 75.000 Zuschauer beschlossen werden. ++

++ Oh ha, jetzt geht es um die Titelseiten, die die Vize-Teams malen mussten. Sobek und Alvermann stellen ihre Wunsch-Headline für den FC vor: „Vereint erfolgreich. Ein FC für alle.“ Tekkal und Wettich sagen: „2028 ist der FC ein sportlich erfolgreicher, wirtschaftlich gesunder und gesellschaftlich verantwortungssvoller Verein.“ Wettich wünscht sich ein Pokal-Finale und dass Said El Mala das entscheidende Tor zum Titel schießt – „und wechselt dann für 150 Millionen Euro zum FC Liverpool.“ ++

Fans und Pyro

++ Adenauer: „Ich möchte nicht Tabellenführer für Strafen sein. Das darf nicht sein. Wir müssen in den Dialog mit den Fans treten. Und ich bin mir sicher, dass man das mit vernünftigen Argumenten hinbekommt.“ ++

++ Hector fragt nach der Macht der Ultras. Strobbe: „Ultras und Macht – das ist absurd. Die aktive Fanszene ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Clubs. Sie sind nicht nur für die Stimmung verantwortlich, sondern auch vereinspolitisch wichtig. Deswegen sollten wir keine populistischen Aussagen treffen, sondern als Teil der Familie betrachten.“ ++

++ Stroman: „Die Strafen werden immer höher – und die Pyro wird immer mehr. Das ist eine Spirale. Da müssen wir mit der DFL reden. Der Strafenkatalog gehört reformiert.“ ++

++ Stobbe: „Das ist ein superernstes Thema. Alles, was die Hand verlässt, ist als Faustregel schlecht. Es wäre aber nichts bringen, es zu verbieten. Ich freue mich, dass Pyro zum Fußball dazu gehört.“ ++

++ Adenauer: „Pyro finde ich gut. Es kommt etwas Tolles dadurch zum Ausdruck. Aber im Moment ist es leider verboten. Insofern müssen wir uns daran halten und einen anderen Weg finden.“ ++

++ Jetzt geht’s um Pyrotechnik. ++

Rüstungsfirma als FC-Sponsor?

++ Stroman: „Beim Thema Rüstung und Glücksspiel würde ich für den FC eine Grenze ziehen. Ich würde mich freuen, wenn wir wieder eine internationale Marke hätten, die noch mehr Geld einbringen würde. Da würde ich gerne als Sparringspartner zur Verfügung stehen.“ ++

++ Adenauer hat schon ein paar Firmen aufgezählt, unter anderem Miele. „Ich könnte da anrufen. Ich bringe aber keine Millionen mit und verspreche nichts. Bei Rheinmetall hätte ich kein Problem, das sage ich ganz klar und deutlich. Wir stehen in einer Krisensituation in der ganzen Welt. Wenn es eine Firma wie Rheinmetall gäbe, die unsere Freiheit sichert, sehe ich nicht ein, warum sie ein Problem darstellen sollte.“ ++

++ Hector fragt nach dem moralischen Kompass – wegen Dortmund und Rheinmetall, wegen der Markus Spielarena. Stobbe fängt an: „Der Kompass ist fest auf Werte eingestellt. Es gibt genug interessante Sponsoren, die wir für den FC begeistern können. Mein Handy ist voll, aber wir sprechen als erstes mit Philipp Türoff und Philipp Liesenfeld, um das solide nach vorne zu bringen. Rheinmetall wäre ein Sponsor, der aus meiner Sicht nicht für den FC in Frage kommen könnte.“ ++

Alles zu den Finanzen und zum Stadion

++ Stobbe: „Wir müssen gemeinsam mit der Sporthochschule, mit dem Velodrom, mit dem Hockey gemeinsam eine Vision entwickeln und zur Stadt gehen. Dann gehen wir nicht als Bittsteller zur Stadt, sondern gemeinsam für die Sportstadt Köln und für den Breitensport.“ ++

++ Stobbe: „Wir müssen es sofort angehen. Wir versprechen im ersten Jahr einen Masterplan zu entwickeln, um den Bedarf zu ermitteln: im Stadion, mit dem Verkehr, mit dem Lärmschutz. Im zweiten Jahr müssen wir die Baukosten abwägen und was die beste Form ist, als Pächter oder Eigentümer. Erst dann können wir das Problem lösen. Es geht aber nur um den Ausbau. Wir bleiben in Müngersdorf.“ ++

++ Hector: „Ist ja ne Live-Show. Ich muss gerade auf Toilette. Deswegen bitte Mirko runtergehen.“ Großes Lachen im Saal. ++

++ Hector fragt: „Alleine vom FC ein finanziertes Stadion: Woher soll das Geld kommen?“ Adenauer: „Ich bin fest davon überzeugt, dass es Menschen gibt, die dabei helfen wollen.“ Köster fragt: „Investoren für das Stadion?“ Adenauer: „Darüber müssten wir dann nachdenken.“ ++

++ Adenauer: „Wir müssen ein größeres Stadion bauen. Wir müssen größer denken. Wenn es an dieser Stelle, wo das Stadion nicht steht, nicht geht, müssen wir so mutig sein, ein Stadion an anderer Stelle zu bauen. Das ist die letzte Option, die wir haben. Aber wenn nichts anderes geht, müssen wir auch darüber nachdenken.“ Pfiffe in der Halle. „Man muss doch Visionen haben!“, sagt Adenauer hinterher. ++

++ Stroman zum Thema Ticketing: „Jedes Mitglied weiß, dass es nicht automatisch ein Ticket für ein Spiel bekommt. Das Gut Karte ist sehr rar. Wir müssen dieses rare Gut fairer verteilen. Immer wird derjenige, der die Karte nicht bekommt, sich ungerecht beteiligt fühlen. Wir wollen die Verteilung neu erarbeiten mit einem Arbeitskreis. Vielleicht mit einer Joker-Phase, in der sich jedes Mitglied ein Spiel pro Saison wünschen kann. Vielleicht mit anderen Ideen.“ ++

++ Kiesewetter spricht: „Den Pachtvertrag für das Stadion zu verlängert, ist für mich eine Kapitulation. Wir wollen eine Genossenschaft gründen, aus dieser Genossenschaft wollen wir Anteile verkaufen. Von diesem Geld wollen wir das Stadion kaufen, damit wir eine ganz andere Verhandlungsmasse gegenüber der Stadt haben. Wir wollen noch einen Schritt weiter gehen: Was ist denn in neun Jahren, wenn der Pachtvertrag ausläuft? Dann wollen wir ein Druckmittel generieren und einen anderen Platz suchen. Die Stadt soll nur die Option haben, uns das Stadion zu verkaufen.“ ++

++ Adenauer zieht auch seinen Joker. ++

++ Köster fragt Adenauer scherzhaft, warum Adamyan nicht für 90 Millionen nach Newcastle verkauft wurde. Adenauer: „Weil die Engländer nicht so blöd sind.“ Autsch. ++

++ Alvermann kommt ans Mikro: „Wir müssen Transfererlöse erzielen, wir haben eine der besten Nachwuchsarbeiten in Deutschland. Zudem dürfen wir keine Investitionen auf Pump tätigen. Wenn wir investieren, wenn wir uns Fremdkapital holen, dann nur für Steine und nicht in Beine. Also in das Stadion und das Geißbockheim.“ Hector fragt nach: Sportlicher Erfolg mit finanziellem Risiko: ja oder nein? Stobbe sagt: „Risiken müssen eingegangen werden, Geld muss in die Hand genommen werden – aber nicht auf Pump.“ ++

++ „Es geht um die Ausgabedisziplin, die intelligente Anwendung von Mitteln. Wir kommen zu den Einnahmequellen. Der FC ist kein schlafender Riese, er ist ein Riese.“ Stobbe spricht über die große Marke FC, will mit den Sponsoren Geschichte kreieren. „Kein Unternehmen kann einfach Geld in den Profi-Sport geben. Man muss die Verträge schlau konzipieren und entwickeln. Wenn man einen Sponsor hat, darf mit der Geldüberweisung nicht Feierabend sein.“ Merchandising und TV-Einnahmen sind weitere wichtige Punkte für Stobbe, der nun auch noch seinen Joker zieht. ++

++ Hector stellt die Frage: „Keller oder Kessler – welchen Weg wollen wir gehen?“ Alle drei sagen ganz klar Kessler. „Jetzt können wir es uns leisten“, sagt Stobbe. ++

++ Die Vorstellung der Teams ist vorbei. Jetzt geht es um das Thema Finanzen & Geld. ++

++ Schöner Satz von Tugba. Die Frage lautet: „Wenn ich im Vorstand wäre, würde ich…“ – Tugba: „Geschichte schreiben.“ Sie wäre immer die erste Frau in einem FC-Vorstand. ++

Die drei Kandidaten: Wilke Stroman, Sven Adenauer und Jörn Stobbe. (Foto: Bucco)
Die drei Kandidaten: Wilke Stroman, Sven Adenauer und Jörn Stobbe. (Foto: Bucco)

++ Jetzt kommt ein Fragenhagel für die Kandidaten- allerdings auch zuvor aufgezeichnet im Video. ++

Die Vorstellung der Vize-Kandidat:innen

++ Als nächstes wird Sobek aus dem Team Stobbe vorgestellt. Sobek kommt vom unteren Niederrhein. Er hat bei der Kirmes auf seinem Dorf an der Schießbude einen Aufkleber vom FC geschossen. „Dann habe ich gesagt: das ist jetzt mein Verein!“ Spätestens nach dem Pokalfinale in Berlin gegen Bremen war es denn endgültig um Sobek geschehen. „Was Ulf auszeichnet, ist die Extra-Meile beim FC zu gehen. Wir brennen alle für den FC“, sagt Stobbe über Sobek. ++

++ Jetzt stellt Hector Wettich aus Team Stroman vor. Der ist schon gut bekannt beim FC. „Ich bin gerne im Dialog und lasse mich von Argumenten überzeugen. Wenn ich auf die zwölf Jahre Gremienarbeit und sechs Jahre Vorstand beim FC zurückblicke, würde ich weniger Kompromisse machen. Da bin ich schon härter geworden. Man muss sehen, dass man nicht immer alle mitnehmen kann“, sagt er zu seiner bisherigen FC-Zeit. Stroman sagt zur Rolle von Wettich: „Für uns ist Carsten der größte Bonus, er hat 12 Jahre Erfahrung und bringt alles mit, was wir brauchen. Dann können nach der Wahl sofort alle Themen angehen, montags zum Beispiel bei der Stadt anrufen.“ Köster: „Warum hat Carsten da in den letzten Jahren nicht mal angerufen?“ Applaus und Gelächter in der Halle. ++

++ Nun geht es zurück zum Team Adenauer, Hector stellt Martin Hollweck vor. „Ich bin geradlinig und geradeaus, sage immer meine Meinung. Ob das manchmal klug ist, weiß ich auch nicht“, sagt er im Vorstellungsfilm. „Ich bin kein Taktiker, aber wenn ich jemanden nicht mag, merkt er das, ohne dass ich das sagen muss.“ Köster scherzt: „Er sollte für die Kommunikationsarbeit zuständig sein.“ Adenauer sagt: „Er ist ein toller Typ, einer von der Basis.“ ++

++ Es geht mit Jörg Alvermann aus dem Team Stobbe weiter. „Ich bin relativ strukturiert und kann Projekte von Anfang bis zum Ende führen“, sagt Alvermann in dem Video-Ausschnitt. „Ich bin der Vorsitzende der Sport-Anwälte in Deutschland und berate Verbände und Stiftungen im sportlichen Bereich.“ Im Team ist Alvermann „die Bank für Recht und Steuern“ sagt Stobbe. ++

++ Weiter geht mit Tugba Tekkal aus dem Team Stroman. Tekkal hat zehn Geschwister, die beste Entscheidung ihres Lebens war, sich für das Fußballspielen einzusetzen, ihre Eltern waren in den 90ern dagegen gewesen. Das Team will die Aufgaben nicht klar verteilen, als Ex-Spielerin soll sie aber die sportliche Expertise mitbringen. Tekkal hat sogar das Bundesverdienstkreuz erhalten. „Das hat sie mir erst ganz spät erzählt“, sagt Stroman. Im Ausbau des Geißbockheims in den Gesprächen mit der Politik soll sie eine entscheidende Rolle einnehmen. „Sie ist unser Libero und kann alles spielen.“ ++

++ Hector stellt die Kandidaten aus dem Team Adenauer vor, zunächst Thorsten Kiesewetter. Klar wird: Er soll im Team für das Thema Finanzen zuständig sein. ++

++ Jonas Hector hat im Vorfeld Videos mit den anderen Kandidaten der Teams gedreht. Die kann man sich auch bei YouTube angucken. Jetzt gibt es Ausschnitte davon. ++

++ Köster hat Privates der Kandidaten recherchiert. Stobbe isst gerne Crepes mit Marzipan auf Sylt. „Das ist etwas sehr leckeres“, sagt er. Zu Stroman sagt Köster: Vom Tankwart zum Millionär, zählen Sie sich zur gehobenen Mittelschicht? „Ich bin wirtschaftlich ganz erfolgreich gewesen, deswegen wohl ja.“ Bei Adenauer ging es um Kölsche Lieder, das ist uns aber gerade irgendwie durchgangen. ++

Der nächste Quiz

++ Stobbe und Adenauer sagen Stöger, Stroman nimmt Baumgart. „Das würde ich beides gelten lassen“, sagt Hector. „Das waren die Zeiten, in denen wir uns am wohlsten gefühlt haben.“ ++

++ Frage 3: Unter welchem Trainer hat sich Jonas Hector am wohlsten gefühlt in seiner Karriere? Schwierige Frage. Wir tippen mal auf Stöger. ++

++ Frage 2: Wie viele Pflichtspieltore hat Hector für den FC erzielt? „Zu wenig“ kommt aus dem Publikum. Stobbe sagt 37, dafür will Hector ein Kölsch ausgeben. Adenauer und Stroman sagen 26. Die richtige Antwort lautet: 23. ++

++ Es gibt drei Fragen zu Hector, dem das durchaus unangenehm ist. Frage 1: In welche Saison stieg Jonas Hector mit dem 1. FC Köln erstmalig in die Bundesliga auf?“ Stobbe sagt 2006, Stroman hat abgeschrieben und das auch genommen, Adenauer tippt auf 2018. Puh. Schwierig. Es war die Saison 2013/14 – wieder peinlich. ++

++ Köster hat etwas recherchiert, sagt er. Weil das eben mit dem Quiz so gut geklappt hat, gibt es jetzt noch eins. Und zwar über Hector. ++

++ Weiter geht’s und Hector fordert erstmal einen Kranz Kölsch. „Ein Kölsch können wir alle gute vertragen!“ ++

++ Damit geht die Arena in eine Pause. Die brauchen wir auch nach diesen peinlichen Nicht-Antworten zur FC-Geschichte. ++

++ Frage 6: Wie oft kann man eine Kette von Vincent Koziellos legen, um von Köln nach München zur Allianz Arena zu kommen? Okay, das ist witzig. 342.262 Mal. ++

++ Frage 5: Wie viele Veedel gibt es? 86. Nur Stroman hat es richtig. Die anderen liegen weit daneben. ++

++ Frage 4: Wie hoch ist der Kölner Dom? 157 Meter ist korrekt, Adenauer liegt richtig. Stark. Stobbe liegt bei 160 nur knapp daneben. ++

++ Frage 3: Wie viele VIP-Logen gibt es im Westen des RheinEnergieStadions? Okay, da kann man sich wenigsten nicht blamieren… Es sind 48. Das weiß keiner, aber okay. Das geht noch. ++

++ Frage 2: Aus welchen beiden Clubs ging der FC in einer Fusion hervor? Alle drei Kandidaten wissen nur SÜLZ. Und nicht KBC. Das ist ja peinlich. ++

++ Frage 1: An welchem Datum wurde der FC gegründet? OH GOTT. KEIN EINZIGER KANDIDAT WEISS DEN 13. FEBRUAR 1948. „Vorstand raus“ im weiten Rund. ++

++ Oh ha, jetzt kommt ein Quiz. Hector plaudert aus, dass Neuzugänge früher ein Quiz absolvieren mussten in der Mannschaft. Hector hat die Originalfragen mitgebracht und stellt diese jetzt den Kandidaten… ++

Frauenfußball und Scouting

++ Adenauer: „Klar ist, je erfolgreicher die Herren-Mannschaft ist, desto mehr Geld ist da, um auch den Frauenfußball zu fördern. Das ist alles unser FC, aber alles hängt am Erfolg der ersten Männer-Mannschaft.“ Stobbe nutzt diese Aussage für einen kleinen Seitenhieb: „Wir möchten gerne den Frauenfußball unabhängig von den Männern fördern. Wir wollen mit den beiden Philipps besprechen, was dafür nötig ist. Wir brauchen den Fokus bei den Frauen genauso wie bei den Männern.“ ++

++ Will der FC beim Frauenfußball oben rein und richtig investieren? Stroman: „Unser Anspruch muss sein, zu den Top Fünf in Deutschland zu gehören. Der Abstand der Top 3 bei den Männern ist viel größer als bei den Frauen. Die Lücke bei den Frauen wollen wir schließen. Wir wollen diese Entwicklung nehmen. Dazu gehört Geld, dazu gehört Fokus, dazu gehört Nachwuchs. Wir müssen im Nachwuchs noch stärker investieren. Wir wollen das beste NLZ in Deutschland werden – bei den Jungen und den Mädchen.“ Wie viel Geld will Stroman in den Frauenfußball zu investieren? „Das wäre unseriös, jetzt eine Zahl zu nennen. Aber wenn wir ohne Investoren besser werden wollen, müssen wir in allen Bereichen besser werden.“ Dabei nennt er die steigenden Mitgliederzahlen und die Eigenvermarktung. ++

++ Jonas Hector ist aber auch eine fiese Möpp. „Herr Stroman, den Joker vielleicht zu früh gezogen mit Tugba? Kommen wir zum Frauenfußball…“ ++

++ Zum Thema Scouting kommt Tugba Tekkal auf die Bühne: „Es geht im Scouting darum, das beste Level zu erreichen. Wir müssen unser Scouting validieren. Wir sind jetzt gerade noch zu weit weg. Wir müssen in persönlichen Gesprächen mit der Abteilung herausarbeiten, wie wir das schaffen können. Wir machen schon gute Arbeit, aber es geht auch immer besser.“ ++

++ Zum Sportkompetenz-Team: Bleibt dieses Team mit Frank Schaefer und Erich Rutemöller bestehen? Stobbe: „Wir sind nicht so arrogant, dass alle Kompetenz mit Ulf Sobek ist. Es geht darum, möglich viel Kompetenz zu haben.“ Adenauer: „Es gibt tolle Kompetenz in diesem Verein. Wir haben mit Roland Koch einen im Team, der unheimliche Kompetenz aufweist. Ich würde nie sagen, dass der oder der weg muss.“ Stroman: „Das erste, was wir machen würden, sind Gespräche führen. Von außen betrachtet machen die beiden tolle Arbeit und engagieren sich für den Verein. Wir würden Perspektiven und Erwartungshaltungen formulieren.“ ++

++ Wird im Gemeinsamen Ausschuss schnell entschieden? Stobbe: „Entscheidungen im GA fallen ja nicht vom Himmel. Das wird vorbereitet, wie bei Transfers. Die Geschäftsführung bereitet vor, erklärt und dann wird abgestimmt.“ Adenauer: „Unterschiedliche Denke bringt den Club voran. Wichtig ist aber, dass man einheitlich auftritt, wenn man nach außen tritt.“ Stroman: „Im GA muss eine Transferentscheidung nicht inhaltlich diskutieren. Das ist ein Gremium, das als Kontrollgremium über wirtschaftliche Risiken entscheidet. Vorstand und Geschäftsführung müssen vorher schon auf einer Linie sein.“ ++

++ Gerade reden Fabian Köster und Wilke Stroman komplett voneinander vorbei. Jetzt geht es um die Frage, ob man einem Trainer während des Spiels reinreden würde. Ob das hier zielführend ist auf die Frage, ob sich einer ins operative Geschäft einmischen würde? Adenauer spricht von einem „Fallbeil“, das bei Struber dagewesen wäre. Stobbe spricht vom Schutz der Mitarbeiter. Sind wir ehrlich, diese Frage wurde gerade nicht so gestellt, es hier Inhaltliches zu Tage gefördert hätte. ++

Zum Sport: Wie hätten die Präsidenten bei der ersten Struber-Krise gehandelt?

++ Stroman: „Das ist ein schmaler Grat. Aktiv zu kommunizieren, ist sehr wichtig, es ist aber natürlich schwierig zu erklären, was man festgelegt hat. Viele Dinge sind intern und sollten bewusst geschützt werden.“

++ Sobek: „Ich hätte mir gewünscht, dass der Vorstand klar kommuniziert hätte, warum er so entschieden hat und an den Verantwortlichen festgehalten hat.“ ++

++ Adenauer: „Aus meinem Bauchgefühl als Fans heraus hätte ich gehandelt. Ich hätte erwartet, dass die Reißleine früher gezogen worden wäre.“ ++

++ Stroman: „Als Fan hatte ich schon den Gedanken, warum gibt es hier keinen Wechsel? Aber heute kann man nicht mehr sagen, wie nah der Vorstand dran war und wie das Vertrauensverhältnis war. Wenn man Führungserfahrung hat, spürt man, ob es knirscht oder noch funktioniert. Tugba Tekkal kann da mit Sicherheit auch sagen, wie es in der Kabine aussieht. Wir würden da nicht die Flinte ins Korn werfen, sondern noch einmal eine Chance geben, aber auch sagen, dass es so nicht weitergehen kann.“ ++

++ Ulf Sobek kommt als Sportexperte des Team Stobbe auf die Bühne: „Meine Entscheidung wäre gewesen, wenn es Gegenwind gibt, hätten wir erst einmal die Mitarbeiter unterstützt, um die Wende gemeinsam herbeizuführen.“ ++

++ Jetzt geht’s zum Sport: Hätten die Verantwortlichen bereits im Herbst 2024 nach Darmstadt und Paderborn Struber und Keller rausgeworfen? Stobbe zieht den ersten Joker. „Wir brauchen Sportkompetenz im Vorstand, nicht um reinzuquatschen, sondern um ein Sparringspartner für Thomas Kessler zu sein.“ ++

++ Jetzt geht’s den Medienvertreter an den Kragen. Fabian Köster läuft mit dem Mikrofon zu den Journalisten und fragt: „Wo sind die Medien? Zu seriös, zu seriös, zu seriös… DA IST DER EXPRESS.“ Erst darf Uwe Bödecker sich äußern. Dann geht Köster zu Philipp Selldorf von der Süddeutschen. „Ernsthafter Journalismus: Was zum Teufel machen Sie hier?“ Und schließlich, na klar, zum GEISSBLOG. Köster fragt Marc, welcher der Kandidaten am besten klickt. Oh Mann, war uns das gerade peinlich… ++

Wird Kessler neuer Geschäftsführer Sport?

++ Auch Adenauer würde das Thema Kessler „sofort anpacken“. Auch Stobbe stimmt zu und lobt den amtierenden Vorstand, wie das aktuelle Team am Geißbockheim zusammengestellt ist. „Thomas Kessler kann sich also auf eine Beförderung freuen“, sagt Köster. ++

++ „Ich wünsche mir für meinen Verein, dass wir Leute aus dem eigenen Stall haben. Ich kenne Thomas viele Jahre und er hat einen mehr als überzeugenden, super Transfer-Sommer hingelegt. Die Position in der Tabelle ist auch sein Verdienst. In die Geschäftsführung gehört auch ein Sport-Verantwortlicher. Deswegen sage ich: Kess gehört in die Geschäftsführung unseres Vereins!“ ++

++ Es wird gefragt, ob sich an der Form von zwei Geschäftsführern etwas ändern soll. Zudem führt Hector an, dass es Thomas Kessler zuletzt ja sehr gut gemacht hat und deutet an, dass er Geschäftsführer werden sollte. Applaus im Saal. „Wird Kessi jetzt Geschäftsführer Sport“, lautet die Frage. ++

Die große Satzungsdiskussion

++ Stroman: „Mitgliederrat und Beirat sind zwei gute Gremien. Wenn wir gewählt werden, freuen wir uns, dass wir mit ihnen zusammen arbeiten können.“ ++

++ Köster sagt, dass Adenauer erzürnt über die Wahlempfehlung war. Er fragt, welches Gremium er abschaffen würde. „Wir schauen uns das alles in Ruhe an. Es sind zu viele Gremien. Wenn man von außerhalb kommt und drauf guckt, sind die Gremien sehr vielfältig. Man kann das entbürokratisieren und vereinfachen. In allen Gremien sind aber Leute, die das zum Teil ehrenamtlich und sehr gut machen. Das sind kluge Köpfe, mit denen will ich das zusammen entwickeln und nicht sofort etwas abrasieren.“ ++

++ Adenauer lobt seine Kontrahenten: „Ich bin sehr froh, dass bei euch ein Denkprozess stattgefunden hat. Alles in den e.V. wäre ein großer Fehler gewesen, deswegen bin ich froh, dass ihr Euch gedreht habt.“ ++

++ Stobbe fragt nach den Markenrechten. Stroman: „Die Markenrechte gehören in den e.V., das ist klar. Das schafft man nicht in einem Jahr. Die Gelder im Verein müssen da verwendet werden, wo sie benötigt werden. Die GmbH ist Tochter vom Verein. In der Tat müssen da Fachleute ran, aber auch damit kann man direkt nach der Wahl starten.“ ++

++ Stroman grätscht rein und wird deutlich: „Wir wollen den Profi-Betrieb in die KGaA überführen, das wollen wir innerhalb von einem Jahr machen. Wir haben einen 100-Tage-Plan. Als Vorstand ist man dafür verantwortlich, Entscheidungen zu treffen. Das ist unser Plan und nächstes Jahr ist das erledigt.“ ++

++ Hector fragt, ob man das in drei Jahren Amtszeit gestemmt bekommt. Stobbe antwortet: „Man muss es anfangen, auch komplexe Themen muss man so erklären und die Mitglieder mitnehmen, dass sie das verstehen. Wir fangen an mit der Satzungskommission und wollen nach einem Jahr Vorschläge vorlegen.“

++ Stobbe sagt: „Wir sind für Ideen total offen. Der FC darf nie gefährdet werden. Wir brauchen für den FC eine Struktur, die absolut sicher ist. Vorab: Als Präsidentschaftskandidat bekommt man die Aufgabe, als Vorstand zu führen, zu repräsentieren und ein Umfeld zu schaffen, dass die Geschäftsführer und die Profis in Ruhe und erfolgreich arbeiten können. Wir wollen unmittelbar nach unserer Wahl eine Satzungs- und Strukturkommission einsetzen. Da werden Leute sein, die es richtig können. Dass man es umwandelt, von einer KGaA in eine GmbH leuchtet total ein. Wir wollen Alternativen vorschlagen und diese auch begründen. Es ist ein Geburtsfehler bei der KGaA-Gründung passiert, nämlich das Markenrecht. Wenn die KGaA insolvent geht, ist unser Geißbock weg. Und das wäre schlecht. Wir wollen die Markenrechte wieder im e.V. haben. Der e.V. muss diese Marke bezahlen und wir wollen prüfen, um das auch anders gehen kann.“ ++

++ „Ob man die Rechtsform ändert, muss man sich sehr gut überlegen. Es ist eher eine Frage für Leute, die sich juristisch austoben wollen.“ Adenauer spricht sich gegen die Rückführung in den e.V. aus. „Das käme für uns nicht in Frage. Die jetzige Rechtsform oder eine GmbH wäre für uns eine Variante.“ ++

++ Es geht mit Block Nummer eins los und die Frage, ob die Gesellschaftsform geändert werden sollte. „Es ist nicht die Priorität eins“, wagt Wilke Stroman zum Start. „Aber es ist nicht transparent. Das geht viel einfacher, wenn wir das KGaA wegschneiden. Es verschlankt den Verein uns ist das Richtige.“

++ Die drei Präsidentschaftskandidaten Jörn Stobbe, Wilke Stroman und Sven Adenauer betreten die Bühne. Die jeweiligen Teammitglieder, sprich Vize-Kandidaten, bleiben als „Joker“ im Hintergrund, dürfen sich einmal pro Kandidat ebenfalls äußern, wenn das gewünscht wird. ++

Jörn Stobbe, Sven Adenauer und Wilke Stroman bei der Wahlarena. (Foto: GEISSBLOG)

++ In zwei Stunden soll die Veranstaltung hier durch sein. „Wir versuchen es. So wie ihr während deiner aktiven Karriere auch einiges versucht habt.“ Köster macht weiter Witze. Das ganze soll hier heute TV-Duell-Charakter haben. ++

Hector beginnt. „In zwei Wochen wird beim FC gewählt. Wir wollen wissen: Wen sollen wir wählen? Mich kennt mir ja wahrscheinlich noch, solange bin ich ja noch nicht raus. Ich bin hier mit meinem Podcast-Kollegen Fabian Köster“, begrüßt Hector die anwesenden Mitglieder. Köster scherzt zu Beginn: „Ich werde mich solange nicht rasieren, bis der 1. FC Köln wieder ein Bundesliga-Spiel verliert.“ Es geht hier unterhaltsam los.

19.05 Uhr: Es geht los. Jonas Hector und Fabian Köster betreten die Bühne.

19 Uhr: Es wird gebeten, dass jetzt alle ihre Plätze einnehmen, schließlich soll es hier pünktlich losgehen. Thomas Kessler ist übrigens auch hier, genau wie die beiden Geschäftsführer Philipp Liesenfeld und Philipp Türoff. Auch Nicole Bender-Rummler ist hier sowie Mark Uth.

18.50 Uhr: Hallo aus der Halle Tor 2! Die Event-Location ist zehn Minuten vor dem Start der heutigen Wahlarena bereits gut gefüllt. Jonas Hector und Fabian Köster führen heute im Rahmen ihres Podcasts Schlag & Fertig durch den Abend und werden mit den drei Vorstandsteams die wichtigsten Themen vor der Wahl diskutieren.

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