Er war einer der Aufstiegsgaranten beim 1. FC Köln. Dann liefen zwei Neuzugänge Linton Maina den Rang ab. Der Offensivspieler kommt nicht in die Spur.
Linton Maina ist fraglos einer der Verlierer des guten Saisonstarts beim 1. FC Köln. Der 26-Jährige war als einer der Hoffnungsträger in die Vorbereitung eingestiegen. Schließlich hatte der schnelle Außenbahnspieler den FC mit drei Toren und elf Vorlagen in der 2. Liga zurück in die Bundesliga geführt. Doch nun ist alles anders.
Maina ist kein Stammspieler mehr. Seine Chance im DFB-Pokal in Regensburg von Beginn an konnte er nicht nutzen. Seitdem hat der Flügelspieler nur noch 113 Einsatzminuten verzeichnen können. Was aber sind die Gründe für Mainas Nebenrolle beim FC, obwohl Trainer Lukas Kwasniok betont, den Offensivspieler zu schätzen und zu neuen Höchstleistungen anspornen zu wollen?
Transfers schlagen ein
Keine Frage: Die Verpflichtungen von Jakub Kaminski und Said El Mala für die linke Offensivseite haben eingeschlagen. Das Duo hat Maina in kürzester Zeit den Rang abgelaufen. Kaminski ist der unermüdliche Sprinter, technisch stark und mit drei Toren schon einer der wichtigsten Angreifer des FC. El Mala war bislang der perfekte Joker und bewies nun in Hoffenheim, auch als Startelf-Kandidat in Frage zu kommen.
Auch auf der linken Schiene ist Maina nicht die erste Wahl. Dafür ist er defensiv zu schwach, was gegen Stuttgart ins Gewicht fiel. Kristoffer Lund präsentiert sich bislang stabil. Auch Alessio Castro-Montes könnte dort spielen. Für Maina schlechte Nachrichten: Im FC-Kader sind seine Positionen aktuell durch vier Neuzugänge blockiert.
Abschied der Freunde
Darüber hinaus taten Maina in den letzten 15 Monaten drei Abgänge beim FC besonders weh. Erst ging Jeff Chabot nach dem Abstieg, nun Tim Lemperle und Leart Pacarada. Das Trio war mit Maina eng verbunden, der 26-Jährige hat seine nächsten Bezugspersonen im Kader verloren. Weil zudem Pacarada im Unfrieden ging, hing über Mainas Beziehung zum FC zuletzt ein zusätzlicher Schatten.
Bundesliga statt 2. Liga
Und schließlich musste Maina wieder feststellen, dass die Kluft zwischen Bundesliga und 2. Liga groß ist. In seiner ersten FC-Saison hatte er die Adaption unter Steffen Baumgart noch perfekt hinbekommen (drei Tore, acht Vorlagen). Danach aber fiel es ihm zunehmend schwer, sich in der Bundesliga durchzusetzen. Geschwindigkeit alleine reicht nicht mehr, und so kritisierten Baumgart, Timo Schultz und auch Gerhard Struber die Zielstrebigkeit und Entscheidungsfindung des Angreifers in den entscheidenden Momenten.
Hinzu kommt, dass Maina merkt, dass er nicht mehr automatisch gesetzt ist. „Es ist sehr schwierig“, gestand der 26-Jährige unlängst im FC-Podcast von Radio Köln. „Man muss sich dem anpassen und damit klarkommen – Gas geben. Der Erfolg spricht für sich. Aber leicht ist es nicht, jeder will spielen.“ Maina muss sich nun also quälen und im Training noch härter arbeiten. Beim Test-Turnier gegen Viktoria und Fortuna Köln konnte er keine Werbung für sich machen, wie schon im Testspiel vor einem Monat in Essen.
Maina bleibt wichtiger Rollenspieler
Die Rückschläge in den vergangenen Monaten bedeuten aber noch nicht Mainas Aus beim FC. Der 26-Jährige bleibt aufgrund seiner Schnelligkeit und der Dribblings ein wichtiger Rollenspieler im Kader. In Leipzig hatte Maina zusammen mit El Mala das Spiel zugunsten des FC verändert. Bringt der Angreifer diese Energie künftig wieder konstant auf den Rasen, wird er zumindest wieder ein wichtiger Joker in Kwasnioks Hinterhand werden. Für mehr müsste er Spieler wie Kaminski oder Lund verdrängen – und dafür machen es die Neuzugänge aktuell zu gut.








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