Ein berechtigter Strafstoß hat den FC Augsburg beim 1. FC Köln in Führung gebracht. Nach dem 1:1 war Trainer Sandro Wagner erzürnt darüber, nicht noch einen zweiten Elfmeter erhalten zu haben.
Lukas Kwasniok sprach ohne Umschweife von einem „absolut korrekten Elfmeter“ und auch Übeltäter Dominique Heintz wollte sein Vergehen nicht wirklich leugnen. „Es ist schade fürs Team, dass ich den Elfmeter verursache. Wenn er ihn pfeift, ist er natürlich berechtigt“, kommentierte der Innenverteidiger des 1. FC Köln die Szene aus der 53. Minute, als er Anton Kade im Strafraum gelegt hatte.
Heintz fuhr das rechte Bein aus, brachte den Augsburger damit zu Fall. „Das sieht in der Geschwindigkeit natürlich blöd aus und war mein Fehler, dazu muss man stehen“, gab der Kölner Routinier zu, wenngleich er zumindest noch anmerken wollte: „Ich finde nicht, dass ich nur aktiv zum Gegenspieler gehe, er geht auch aktiv in mich rein. Der eine Stürmer nimmt es dankend an, ein anderer läuft vielleicht weiter.“
„Warum kriegen wir nicht den klaren Elfmeter?“
Wobei dem FC im vorherigen Heimspiel gegen Stuttgart selbst ein weiterlaufender Angreifer nicht geholfen hatte. Zur Erinnerung: Ermedin Demirovic war auf den Beinen geblieben, nachdem Marvin Schwäbe ihn am Fuß getroffen hatte – der Videoassistent schritt trotzdem ein.
Der FC Augsburg hätte sich am Samstagnachmittag in der Schlussphase ebenfalls ein solches Einschreiten gewünscht. Es war eine Szene, die im Stadion kaum Beachtung fand und auch im Fernsehen beinahe unterging: Beim Stand von 1:1 wollte Han-Noah Massengo den Ball im Kölner Sechzehner an Florian Kainz vorbeilegen, der Österreicher war anschließend mit dem Arm an der Kugel.
Ich habe es mir jetzt mehrmals angeschaut, habe auch alle drumherum gefragt: klarer Elfmeter!
Gäste-Trainer Sandro Wagner war insbesondere in den TV-Interviews direkt nach Abpfiff erzürnt, schimpfte bei DAZN: „Ich habe es mir jetzt mehrmals angeschaut, habe auch alle drumherum gefragt: klarer Elfmeter! Der Ball wird mit dem Oberarm mitgenommen.“ Und bei Sky: „Ein klarer Elfmeter – klarer Elfmeter. Das haben die Jungs auch gesehen, da war dann natürlich eine Enttäuschung da. Warum kriegen wir nicht den klaren Elfmeter? Das tut weh.“
Bei der späteren Pressekonferenz gab Wagner zwar an, „keine Kritik“ an Schiedsrichter Timo Gerach und dessen Gespann üben zu wollen. Er wolle „nicht sagen, dass wir deswegen nicht gewonnen haben“, doch seine Meinung hatte sich nicht geändert: „Das war nicht vermeintlich, das war ein klares Handspiel von Flo Kainz. Wir haben in dieser Saison schon zweimal für weniger etwas gegen uns gepfiffen bekommen. Ich finde es komisch, dass man da nicht nachschaut, versuche aber, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren.“
„Keine klare Fehlentscheidung“ vor dem 1:1
Für den Videoassistenten Arne Aarnink lag offenbar keine eindeutige Fehlentscheidung vor, auch wenn sich die Gäste damit nur schwer abfinden konnten. „Wenn man das auf dem Video sieht, ist es so klar“, beschwerte sich auch Sportdirektor Benjamin Weber, dem das Schiedsrichterteam auf Nachfrage erklärt hatte, der Ball sei vom Oberschenkel unabsichtlich an Kainz‘ Hand gesprungen. „Der Ball geht halt direkt an die Hand“, korrigierte Weber, „und dann gibt es keine Diskussion“.
Keine wirkliche Klage kam hingegen bezüglich der Entstehung von Said El Malas 1:1. Vor dem Ausgleichstreffer hatte Denis Huseinbasic robust den Ball erobert. „Das kann man laufen lassen, man kann aber auch ein Foul geben“, meinte Wagner, stellte allerdings fest: „Das ist keine klare Fehlentscheidung.“ Immerhin in dieser Frage herrschte Einigkeit.








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