Der 1. FC Köln hat im vergangenen Transfer-Sommer den Kader auf links gedreht. Doch ist dieser Umbruch schon abgeschlossen? Nicht, wenn es nach Lukas Kwasniok geht.
Lukas Kwasniok wollte am Mittwoch eigentlich über den nächsten Gegner des 1. FC Köln sprechen. Die TSG Hoffenheim hat schwierige Jahre hinter sich. In der vergangenen Saison konnte der Absturz in die Zweitklassigkeit nur knapp verhindert werden. Am Ende stand Platz 15, die schlechteste Platzierung seit neun Jahren.
Christian Ilzer als eigentlich neuer Trainer stand bereits in der Kritik, der ebenfalls neu installiert Sportchef Andreas Schicker ebenfalls. Das Duo, gekommen von Sturm Graz, sollte die TSG auf links krempeln. In diesem Sommer gingen alleine 19 Spieler, noch einmal mehr als beim FC (17). Dafür kamen neben neun Leih-Rückkehrern auch acht Neuzugänge, also ebenfalls 17 Spieler.
Was die TSG mit dem FC zu tun hat
Kein Wunder, dass Lukas Kwasniok am Mittwoch indirekt eine Parallele zum FC zog. Die TSG habe ein ähnlich schweres Auftaktprogramm wie der FC gehabt (Leverkusen, Frankfurt, Union, Bayern, Freiburg), habe ebenso sieben Punkte geholt, und so langsam merke man Hoffenheim an, dass der Wandel im Kader Früchte tragen würde. „Sie haben sehr viele, hungrige Spieler auf dem Feld, marschieren unglaublich viel, sprinten alles an, was sich bewegt. Das ist schon schwierig, einen geordneten Spielaufbau hinzubekommen“, lobte Kwasniok.
Eigentlich klingt es nach dem Ansatz, den auch Kwasniok verfolgen will. Intensität, Laufstärke, Aggressivität. Und auch der FC musste dafür seinen Kader umbauen, Schnelligkeit und eine andere Mentalität in die Mannschaft bringen. Und hier begann der FC-Coach, nicht nur über Hoffenheim zu sprechen, sondern indirekt auch über die Geißböcke. „Die haben einen Umbruch hinter sich. Da ist es schwierig, wenn du eine gewisse Idee von Fußball hast. Wenn dann noch die Spielertypen von vorher da sind, brauchst du ein, zwei drei Transferperioden.“
Ich finde, dass es uns wirklich gut gelungen ist. Wir haben jetzt ganz unterschiedliche Spielertypen
Lukas Kwasniok
Für den FC bedeuten diese Aussagen: Auch die Geißböcke haben gerade erst mit der ersten Transferperiode im Sommer 2025 angefangen. Demzufolge müsste auch der FC noch ein bis zwei weitere Transferperioden brauchen, um den Kader zu umzugestalten, dass die neue Spielidee sich komplett in der Mannschaft entfalten kann. Sportdirektor Thomas Kessler hatte versucht, viele Probleme im Kader zu beheben. Alles gelang freilich in nur einer Transferperiode nicht.
„Ich finde, dass es uns wirklich gut gelungen ist. Wir haben jetzt ganz unterschiedliche Spielertypen“, zog Kwasniok am Mittwoch auf GEISSBLOG-Nachfrage ein erstes Resümee. Man sieht allerdings, dass trotz des Umbruchs einige Spieler Probleme haben, sich im neuen FC-System zurecht zu finden. Spieler wie Jusuf Gazibegovic und Dominique Heintz, aber auch Linton Maina oder Florian Kainz könnten es im Laufe der Saison schwer haben, sollten sie nicht adaptieren.
Kwasniok „noch auf der Suche“
Kwasniok kann allerdings schon mit seiner neuen Mannschaft auf Bundesliga-Niveau mithalten. Und das war das oberste Ziel dieses Transfersommers. „Zur Wahrheit gehört, dass ich noch auf der Suche nach der perfekten Balance über 90 Minuten bin“, gestand Kwasniok. „Wer harmoniert mit wem am besten? Wer kann die Schwächen des Kollegen am besten kaschieren? Wer kann die Stärken des Kollegen am besten zur Geltung bringen?“
Diese Findung werde „immer ein Prozess sein, aber erst recht, wenn du erst fünf Spiele zusammen bestritten hast“, sagte Kwasniok. Der FC muss sich also noch gedulden, sich finden – und in dieser Findungsphase herausfinden, wie die nächsten Puzzlestücke in der Kaderplanung aussehen könnten. Im Januar kann der FC wieder tätig werden und hat dafür ein Transferbudget zur Verfügung. Nun müssen Kwasniok und Kessler die richtigen Schlüsse aus den kommenden Wochen ziehen, um im Winter den nächsten Schritt zu gehen.








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