Der 1. FC Köln überrascht in der Bundesliga weiter und steht verdient auf dem siebten Tabellenplatz. Der FC lebt ein neues Gefühl aus, das den Club noch weit bringen kann.
Ein Kommentar von Marc L. Merten
Vielleicht spürten die Spieler des 1. FC Köln erstmals in dieser Saison, was sie verlieren konnten. In dieser Phase nach dem Anschlusstor des Hamburger SV und der Entscheidung zum 3:1. Diese leichte Unsicherheit. Dieser kurzzeitige Verlust der Souveränität. Bis der dritte Treffer alle Fesseln löste und hinten raus sogar noch ein fünfter Treffer möglich gewesen wäre.
Der FC durchlebt einen erfolgreichen, eindrucksvollen und gerade perspektivisch spannenden Saisonstart. Die Geißböcke demonstrieren unter Lukas Kwasniok mehr als nur die Stärke eines Underdogs. Gegen den HSV war der FC dies längst nicht mehr. Die Mannschaft zeigte dennoch, dass sie auch dieser Rolle gewachsen war – und wenn die Schlussphase prophezeite, dass mancher Spieler auch dies erst noch wird lernen müssen.
Kwasnioks Dreiklang: Energie, Arbeit, Variabilität
Der Umbruch im Sommer war riesig. Das Trainerteam wurde umgebaut. Neue Qualitäten wurden dem Kader hinzugefügt. Inzwischen ist klar: Die Mischung fruchtet. Die Spieler leben auf dem Rasen den neuen Spirit aus, den Lukas Kwasniok vorgibt: große Energie (wieder lief der FC fast 124 Kilometer), harte Arbeit (60 Prozent gewonnene Zweikämpfe) und taktische Variabilität (neue Grundordnung, Manndeckung).
Dabei nimmt man den Spielern und Verantwortlichen ab, dass sie trotz der jüngsten Erfolge fokussiert bleiben und die Begeisterung aus dem Umfeld zu nutzen wissen, um ein paar zusätzliche Prozentpunkte an Leistung zu bringen. Es ist die Kombination aus Demut und Euphorie, die beim FC über die Jahrzehnte so schwer zu erzeugen war und die nun in diesem ersten Viertel der Saison wie keine andere Eigenschaft für die Geißböcke steht.
FC vereint sich bekämpfende Elemente
Wenn der FC diese Qualität konservieren kann, wenn der FC weiter am Boden bleibt, wenn Spieler, Trainer und Bosse den Fokus bewahren, wenn die Geißböcke auch weiterhin so gut mit Rückschlägen umgehen wie bislang (zum zweiten Mal ein Sieg nach zwei Niederlagen) und wenn der FC von weiterem Pech verschont bleibt, dann, ja dann können es die Geißböcke in dieser Saison noch weit bringen.
Und nicht nur in dieser Saison: Dann könnte die Grundlage für das gelegt werden, was sich die meisten FC-Fans am sehnlichsten wünschen: Stabilität über Jahre hinweg. Denn nur diese Kombination aus Demut und Euphorie kann die Geißböcke letztlich auch längerfristig erfolgreich machen. Euphorie war in Köln nie das Problem. Demut schon. Doch aktuell hat man das Gefühl, dass der FC diese beiden sich häufig bekämpfenden Elemente perfekt vereint.







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