Der 1. FC Köln hat das nächste Top-Spiel der Bundesliga verloren, weil die Geißböcke einmal mehr einen Standard schlecht verteidigten und sich dann individuelle Fehler leisteten. Die Schlussoffensive kam zu spät. Die Noten und Zeugnisse in der Einzelkritik.
Aus Müngersdorf berichten Sonja Gauer, Linda Dragovic, Marc L. Merten und Martin Zenge
Tor & Abwehr
Marvin Schwäbe
Musste bereits in der 2. Minute gegen Burkardt aufmerksam sein. Auch bei einem abgefälschten Querpass mit langem Arm zur Stelle (23.). Wunderschöne Parade per Flugeinlage gegen Burkardt (30.). Schaute bei Theates Kopfball nur hinterher (39.). Versuchte das 1:2 noch mit einer starken Fußabwehr zu verhindern und war dann doch machtlos. Beim 1:3 und 1:4 von seinen Vorderleuten im Stich gelassen.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Sebastian Sebulonsen
Nach zuletzt zwei Spielen als Joker stand Sebulonsen wieder in der Startelf und rückte in die ungewohnte Viererkette. Zunächst bemüht mit Thielmann auch immer wieder mit nach vorne zu gehen. Dann vermehrt hinten gefordert, aber mit dem fatalen Ballverlust vor dem 1:2. Nach der Umstellung auf Dreierkette wieder offensiver, aber zu zögerlich, wenn sich mal eine Chance für eine Flanke bot. Für ihn kam Castro-Montes.
GEISSBLOG-Note: 4,5
Joel Schmied
Rutschte gegen Knauff übel aus, das blieb aber ohne Folgen (16.). Traf beinahe nach Johannesson-Ecke mit dem Rücken (29.). Nach der Pause dann konnte er gegen Burkardt beim 1:3 nicht dagegen halten. Dann aber angeschlagen, musste ausgewechselt werden, das passierte aber erst nach dem 1:4, weil der FC den Wechsel nicht schnell genug durchgeführt.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Dominique Heintz
In Gladbach nur auf der Bank, stand Heintz gegen Frankfurt wieder in der Startelf. Und seine Hereinnahme machte sich direkt bezahlt mit seinem Pass auf Ache vor dem 1:0. Immer wieder bemüht mit seinen Pässen für Vorwärtsdrang zu sorgen. An den Gegentoren nicht direkt beteiligt. Machte es insgesamt defensiv noch am besten.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Kristoffer Lund
Der Pechvogel aus Gladbach begann links in der Viererkette und hatte mit Doan einen der besten Rechtsaußen der Liga zum Gegner. Das ging in der ersten Halbzeit noch gut, dann aber wurde Lund wieder zum entscheidenden Spieler. Vor dem 1:3 von Doan abgekocht. Mehr als unglüclich, wie er gegen Burkardt beim 1:4 das Nachsehen hatte.
GEISSBLOG-Note: 5,5
Mittelfeld
Eric Martel
Wochenlang in der Dreierkette, rückte Martel wieder auf seine angestammte Position auf der Sechs vor und spielte zwischen Huseinbasic und Johannesson. In Hälfte eins ein solider Abräumer, der die Fehler der Nebenmänner aber nicht ausbügeln konnte. Nach der Pause wieder in der Dreierkette. Mitunter nicht schnell genug im Passspiel.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Denis Huseinbasic
Sollte im Dreier-Mittelfeld zusammen mit Johannesson ankurbeln. Kam einige Male in gute Positionen um aufzudrehen, fand aber zu selten die gefährlichen Pässe. Sein abgefälschter Schuss landete auf dem Tornetz (66.). Danach für die Schlussoffensive vom Feld genommen.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Isak Johannesson
Die WM-Qualifikation hat Johannesson verpasst, aber mit dem FC wollte der Isländer wieder für eine Überraschung sorgen. War das gesamte Spiel über extrem bemüht, die Partie schnell zu machen und die Passlösungen nach vorne zu finden. Kurbelte auch hinten raus immer wieder an, schrubbte sagenhafte 13,3 Kilometer ab.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Florian Kainz (ab 64.)
Kainz musste mit El Mala den Doppelschlag miterleben, ehe er aufs Feld durfte. Dann war die Partie vermeintlich entschieden. Doch Kainz gab nicht auf und sorgte mit dafür, dass der FC über links bis zum Schluss immer wieder gefährlich wurde. Sehr guter Einsatz, gute Pässe. Vorbildlich in einer fast aussichtslosen Situation.
GEISSBLOG-Note: 2,5
Alessio Castro-Montes (ab 81.)
Castro-Montes kam für Sebulonsen und sollte die rechte Seite zumindest bis zum Spielende dicht halten. Zunächst schien es ein weiterer gebrauchter Tag für den Neuzugang zu sein, doch als der FC wieder ins Spiel fand, kam auch er in die Partie und zeigte ein paar technisch schöne Aktionen. Muss aber insgesamt noch mehr eine Option werden.
GEISSBLOG-Note: keine Note
Angriff
Jan Thielmann
Das langersehnte Comeback: Seit Dortmund war Thielmann ausgefallen. Gegen Frankfurt kehrte der Rechtsaußen zurück und stand in der Startelf. In Hälfte eins viel Arbeit, aber wenig Ertrag. Dann vergab er die Großchance zum 2:2, als er frei durch war, aber viel zu harmlos abschloss (46.). Unmittelbar nach dem 1:4 ausgewechselt.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Ragnar Ache
Gegen seinen Ex-Club stand Ache erwartungsgemäß in der Startelf. Und legte direkt das 1:0 mustergültig auf – perfekter Laufweg, Ballannahme und Rückpass auf Kaminski. Übersah in der 34. Minute den völlig freistehenden Sebulonsen. Verlor das Kopfballduell vor dem 1:1 gegen Theate. Schöner Pass auf Thielmann (46.), aber äußerst schlampiger Konter (58.).
GEISSBLOG-Note: 4,0
Jakub Kaminski
Der „beste Spieler des FC“ durfte direkt jubeln, wenn auch VAR-verzögert: Sein Schlenzer nach Ache-Vorlage sorgte für frühen Jubel im ansonsten zunächst stillen Müngersdorf. Verpasste den entscheidenden Pass bei einem Zwei-zu-Eins-Konter (54.). Tauchte danach zwischenzeitlich komplett ab, ehe er kurz vor Schluss aus Abseitsposition an Zetterer scheiterte (90.).
GEISSBLOG-Note: 3,0
Said El Mala (ab 64.)
El Mala saß nach dem Länderspiel-Abenteuer zunächst auf der Bank und stand schon vor dem 1:3 zur Einwechslung bereit. Weil sich dann aber Schmied verletzte, kam er erst nach dem Frankfurter Doppelschlag, als es schon 1:4 stand. Setzte einen Nachschuss aus der Drehung weit drüber (87.). Starker Flankenlauf bis auf die Grundlinie, der Pass erreichte dann aber niemand. Traf anschließend den Pfosten und konnte es nicht fassen. Dann schlug er die perfekte Flanke auf Waldschmidt zum 3:4 und die Hoffnung lebte wieder. Einer der Besten beim FC!
GEISSBLOG-Note: 2,0
Marius Bülter (ab 76.)
Bülter kam für Ache und übernahm die Sturmspitze. Mit ihm kam die Hoffnung zurück. Zusammen mit El Mala und Waldschmidt sorgte Bülter in jeder Minute für Gefahr. Stocherte sich in der 83. Minute durch und erzielte das 2:4. Hatte das 3:4 auf dem Fuß, scheiterte aber an Zetterer (87.). Flog unter einer El-Mala-Flanke hindurch.
GEISSBLOG-Note: keine Note
Luca Waldschmidt (ab 76.)
Waldschmidt kam beim Stand von 1:4 für Huseinbasic. Verpasste das 3:4, als er knapp am Ball vorbei grätschte (85.). War dann aber zur Stelle, als Waldschmidt eine El-Mala-Flanke perfekt zum 3:4 einköpfte. Starker Joker-Einsatz!
GEISSBLOG-Note: keine Note







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